Mit dem Erae 2 präsentiert die französische Firma Embodme die zweite Version ihres taktilen Controllers. Und dabei wurde kräftig aufgebohrt, denn der mit 1008 LEDs gespickte Controller beherrscht jetzt nicht nur MIDI, sondern verfügt auch über 24(!) CV-Ausgänge. Kombiniert mit einem Looper, einem kleinen Display mit Jogwheel und einigen weiteren Tasten zur Programmierung und Steuerung ist der Erae 2 eine kleine Sensation unter den vielen ähnlich konzipierten MIDI-Controllern.

Mit dem Erae 2 macht man direkt auf der Oberfläche mit den Fingern Musik. Wer lieber mit Sticks spielt, nutzt die alternative Gummioberfläche – extra für die Schlagzeugspielenden unter uns. Wir haben uns die neuste Version angesehen und sind der Frage nachgegangen, ob es neben den vielen LED-Lichtern auch Schattenseiten gibt.
- Einzigartige Kombination von MIDI/CV-Controller und Looper
- Gute Bedienung auf der Hardware
- leuchtet hübsch auf der Bühne
- 24 CV-Ausgänge
- Editor etwas sperrig
DETAILS
Embodme Erae 2 – die Hardware
Der Embodme Erae 2 ist eine ziemliche Wuchtbrumme: 2,5 kg wiegt das solide Gerät mit seinem Metallchassis und der Stoffbespannung. Erae 2 ist rechteckig, 40 cm breit und 27 cm hoch. Am oberen Rand befinden sich hintergrundbeleuchtete Drucktaster, ein kleiner, aber sehr scharfer Farbbildschirm und ein Jogwheel.

Darunter kommt dann schon die eigentliche Spielfläche, hinterlegt mit ca. einem Zentimeter großen Leuchtpunkten. Vertikal gibt es davon 24 Stück, horizontal 40. Die Leuchtpunkte sind programmierbar und fungieren zum Beispiel als Fader, Drumpads, xy-Pads oder als Klaviertastatur.
Spielt man mit den Fingern auf der Oberfläche, erscheinen kleine Animationen. Beim Drumpad sieht es zum Beispiel so aus, als würde ein Tropfen auf eine Wasseroberfläche fallen. Als MPE-Controller beherrscht das Gerät natürlich auch polyphonen Aftertouch. Dabei lässt man mit dem Finger erstmal einen Klang entstehen, um ihn dann mit ein wenig Druck zu verändern. Die maximale Drucktiefe beträgt ungefähr einen Zentimeter.
Welche Anschlüsse bietet der Erae 2 ?
Alle Anschlüsse befinden sich auf der Oberseite des Gerätes. Und davon gib es eine Menge: Allein 24 CV-Ausgänge beherbergt Erae 2. Ausgeführt sind sie als 3,5-Millimeter-Stereoklinkenausgänge. Für die meisten Leute dürfte das bedeuten: erstmal Adapter anschaffen. Ausgang 11 und 12 dienen gleichzeitig als Inputs für Sustain- und Expressionpedale.
Daneben gibt es einen Micro-SD-Karten-Slot für Speicherplatz, drei MIDI-Anschlüsse (auch diese in Form von 3,5-TRS-Klinken) und drei USB-C-Anschlüsse. Die MIDI-Anschlüsse – zwei Adapter auf 4-pol-MIDI sind dem Gerät beigefügt – setzen sich aus einem MIDI-In und zwei MIDI-Outs zusammen – also kein MIDI-Through, wie man es von MIDI-Trios gewohnt ist.
Die drei USB-C-Anschlüsse sind für die Stromversorgung über ein externes 65-Watt-Netzteil und den Anschluss an einen Computer vorgesehen. Beim dritten USB-Anschluss handelt es sich um einen USB-Host-Anschluss. Ihr könnt also externe USB-Geräte direkt an Erae 2 anschließen, ohne einen Computer bemühen zu müssen.
Welche Bedienelemente gibt es ?
Programmiert wird das Gerät mithilfe des als „Erae Lab“ bezeichneten Editors – er steht für Mac, Windows und Linux bereit. Man kann aber natürlich auch gleich die acht Presets nutzen, die man über die separaten Druckschalter auf dem Gerät abruft.
Für den Looper, den Arpeggiator, die Skaleneinstellung für MIDI-Mapping „on the fly“ gibt es weitere sechs Drucktaster und eine +/- Wippe. Ganz rechts oben befindet sich dann das kleine, aber wirklich scharfe Display. Eingaben auf dem Display erfolgen über ein großzügiges Jogwheel mit Drucktaster.
Der Editor des Erae 2
Der Editor funktioniert folgendermaßen: Zunächst wählt man oben einen der acht Speicherplätze aus. Dann zieht man die Steuerelemente von der linken Seite auf die Steuerfläche und designt sich so sein Instrument. Zur Verfügung stehen acht Elemente:

- Keys/Keyboards/Keygrids/Drumpads für Noten und zum Triggern – beispielsweise von Patterns oder Sequenzen
- Fader
- XY-Pad
- Button
Besonders praktisch: ein LivePad zur direkten Verbindung mit Ableton Live und eine API Zone, in der geneigte Programmierende auch Smileys und ähnliche Inhalte auf die Oberfläche zaubern können. Gerüchten zufolge kann man heute sogar Dinge programmieren lassen, was ich an dieser Stelle aber nicht ausprobiert habe.
Einmal fertig programmiert, wird das neue Layout per Klick auf das Gerät übertragen. Das könnt ihr dann übrigens auch vom Computer abstöpseln. Auf der Webseite von Embodme kann man Layouts sogar tauschen.
Woher kommt Strom ?
Ist das Gerät ohne externen Strom an den Computer angeschlossen, funktioniert es zwar, allerdings mit erheblichen Einschränkungen: Die CV-Ausgänge und die Pedaleingänge sind deaktiviert, das Metronom, MIDI-Out B und USB-Host funktionieren nicht mehr. Die LEDs leuchten nur noch mit 25 Prozent Helligkeit. Schöner ist es also mit (externem) Strom.





















