Test
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23.07.2019

Vyrve Audio MIZAR Test

Mobile PA-Anlage

Superkompakt mit trockenem, lautem Sound

Habt ihr schon mal von Vyrve Audio gehört? Nein? Dann geht es euch genau so wie mir. Kein Wunder übrigens, denn tatsächlich ist das der Name eines noch recht jungen Unternehmens. Das geht aber mit viel Ehrgeiz an den Start und präsentiert uns ein mobiles PA-System mit dem klangvollen Namen MIZAR. Es besteht aus einem Subwoofer, einem darin integrierten Powermixer, zwei Satelliten-Lautsprechern und den dafür notwendigen Stativen. Das Design sieht sehr kompakt, praxisorientiert, robust und irgendwie modern aus. Da wird man doch neugierig. Ob auch die klanglichen Eindrücke zur Optik passen? Mal hören.

Details

Wie ist alles verpackt und was ist drin?

Zunächst muss MIZAR aber ausgepackt werden. Zwei Pakete gehören zur Lieferung, anhand der Form lässt sich schon erkennen, was drinsteckt. Und tatsächlich lauert in der fast würfelförmigen Verpackung der Woofer, unten und oben jeweils in Styropor eingefasst und ganz obligatorisch noch mal in Folie verpackt. Oben auf liegt die Anleitung, außerdem entdecke ich das Kaltgerätestromkabel und zwei Lautsprecherkabel. In dem anderen länglichen Karton sind die Stative für die Satelliten schön geschützt in einer schwarzen Tragetasche untergebracht. Außerdem stecken noch zwei Stativadapter in der Tasche. Ja und wo sind bitte die Satelliten? Die waren schon in der ersten Verpackung. Man muss schon ganz genau hingucken, um diese auf den ersten Blick zu erkennen.  

Die Satelliten stecken in dem Woofer

Die beiden Topteile sind tatsächlich in der Rückseite des Subwoofers befestigt. Das wird aber wirklich erst beim genauen Hingucken offensichtlich. So nahtlos gehen die Teile optisch ineinander über. Mit jeweils einer Sterngriffschraube werden die beiden von der Seite aus fixiert. Damit ist das ganze System durchaus sehr kompakt. 

Verarbeitung und Maße

Sub und Satelliten sind aus hartem, schwarzen ABS-Kunststoff gefertigt. Das Material erinnert direkt an Cases für PA-Equipment. Der Sub ist 458 mm hoch, 350 mm breit und 407 mm tief. 14 kg bringt das gute Stück auf die Waage. Ein schwarz lackiertes Gitter schützt den Basslautsprecher. Eine einzelne Satellitenbox ist 227 mm hoch, 140 mm breit und 155 mm tief. 1,9 kg ist diese schwer. Die schwarzen Stative wiegen jeweils etwas über 2,1 kg und haben eine Transportlänge von ungefähr 85 cm.

Tragegriffe

Damit man das verhältnismäßig geringe Gewicht des Subs gut stemmen kann, sind an den oberen Seiten Aluminium-Griffe in dafür gedachten Vertiefungen angebracht. Die röhrenförmigen Tragegriffe sind an beiden Enden im Kunststoff versenkt und sitzen so sehr fest. Zum Gehäuse gibt es in jede Richtung circa 45 mm Luft, so dass auch große Hände sehr gut zupacken können.  

Oberseite

Die Oberseite des aktiven Basslautsprechers beherbergt diverse Ein-/Ausgänge und den Mischer, mehr dazu gleich. Vorher berichte ich aber von dem Flansch für eine Stativstange und dem Kontaktteil für die Satelliten. Die können hier nämlich aufeinandergestapelt fixiert werden, was mit einem einfachen, aber effektiven Schiebemechanismus geschieht. Zwei Betriebsmodi sind hier demnach denkbar: Im 2.1-Modus (stereo) sind die Hoch-/Mitteltöner auf den Stativen positioniert und im 1.1-Modus (mono) auf dem Subwürfel wie gerade beschrieben gestapelt. Im Praxisteil gehe ich darauf noch mal genauer ein und zeige, wie das aussieht.

8-Kanal-Mixer

Den hinteren Teil der Oberseite beanspruchen die diversen Eingänge, ein Monitor-Ausgang sowie der Mixer für sich. Kanäle 1 bis 4 sind mono und für Line-/Mikrosignale gedacht, über die Auswahl entscheidet jeweils ein Schiebeschalter. Klinken-/XLR-Combobuchsen empfangen hier symmetrische Signale. Außerdem gibt es für die ersten vier Kanäle jeweils einen Tone-Regler. Damit senke ich beim Aufdrehen zunehmend die Mitten ab, während Bässe und Höhen verstärkt werden. Die Kanäle 5 und 6 sind als Stereopaar zusammengefasst und mit 6,35 mm Klinkenbuchsen und alternativ Stereo-Cinch ausgestattet. Als letztes Eingangspaar sehe ich die Kanäle 7/8, die ich entweder über eine 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse oder Bluetooth bespiele. Für Bluetooth entdecke ich den für den Verbindungsaufbau obligatorischen Pair-Button und eine Betriebs-LED (die natürlich in Blau leuchtet!). Zwischen Bluetooth und Aux wähle ich mit einem Schiebeschalter, ein weiterer bestimmt, ob die Satelliten im 2.1- oder 1.1-Modus benutzt werden.

Für angeschlossene Mikrofone ist ein Delay-Effekt integriert (hier auch Echo genannt). Zwei Regler steuern diesen. Regler Nummer 1 bestimmt die Delay-Zeit und Regler Nummer 2 die Lautstärke des Effekts. Wenn Signale zu laut im MIZAR ankommen, fängt eine LED am Mischer an, rot zu leuchten. Dann muss leiser gedreht werden, bis die Farbe auf Blau wechselt und lediglich den Betrieb anzeigt. Für die Lautstärke gibt es gleich zwei Regler. Master dreht das Volume insgesamt auf, der Sub-Regler steuert die Lautstärke des Basses in Relation dazu. Abschließend möchte ich den Monitor-Ausgang nicht verschweigen. Über die zwei 6,35 mm Klinkenbuchsen gibt der MIZAR das Summensignal an einen externen Mischer, eine PA oder weitere Aktivboxen weiter. Ich verwende diesen Ausgang gleich für die Testaufnahme mit angeschlossenem Mikrofon.

Rückseite und unten

Die Satellitenlautsprecher schließe ich mit den beiliegenden Kabeln über die 6,35 mm Klinkenbuchsen auf der Rückseite an. Die sind mit „L“ und „R“ gekennzeichnet und da merke ich mal wieder, dass alles relativ ist. Bei mir wäre die Beschriftung nämlich genau andersrum. Eine zweifarbige LED über den Eingängen informiert über den Betriebsstatus. Grün bedeutet, dass der Ausgang gerade aktiv ist, Rot heißt deaktiviert. Was gibt’s hier noch? Den Power-Schalter, den Spannungswahlschalter, eine auswechselbare Netzsicherung und ganz wichtig: Die Kaltgerätebuchse für das mitgelieferte Stromkabel.

Auf der Unterseite sitzen an allen vier Ecken knapp 10 mm lange Gummifüße. Rollen gibt es nicht. Besonders hoch steht der Basswürfel damit nicht über dem Boden. Optisch entsteht fast der Eindruck, als ob der Speaker ein bisschen in der Luft schwebt. 

Lautsprecher und Leistungsdaten

Der Aktiv-Subwoofer ist mit einem 10-Zoll-Tieftöner ausgerüstet. In den Satellitenboxen steckt jeweils ein 4,75-Zoll-Mitteltöner und ein 1-Zoll-Hochtöner. Die Ausgangsleistung ist mit 250 Watt Sinus für den Sub angegeben. Bei den Mittel- und Hochtönern fällt dieser Wert je nach Betriebsmodus unterschiedlich aus. Im gerade genannten 1.1 Modus beträgt die angegebene Ausgangsleistung 60 Watt Sinus. Im 2.1 Modus gilt eine angegebene Ausgangsleistung von 120 Watt Sinus.

Auch der maximale Schalldruck unterscheidet sich in den beiden Betriebsmodi. Im 1.1 Modus ist er mit 125 dB und im 2.1 Modus mit 130 dB beziffert. Der Sub wiederum liefert einen Schalldruck von 123 dB. Der Frequenzgang des Sub reicht von 50 bis 160 Hz und die Tops von 155 Hz bis 20 kHz. Genug mit Zahlen und Daten, jetzt kommt der Praxisteil.

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