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Test
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03.09.2020

Universal Audio Apollo Solo TB3 und USB Test

2x4-Audiointerface

Der Pfeil ist wieder solo

Universal Audio rebranden ihr kleinstes Interface, das ehemals Arrow hieß, und vermarkten es nun unter dem Namen Apollo Solo. Nun gibt es auch gleich zwei Anschlussvarianten: Thunderbolt 3 und USB3. Das ergibt durchaus Sinn, denn so lässt sich das Interface allein vom Namen her besser in die aktuell bestehende Familie einordnen – als da wären: Solo, Twin X, X4, X6, X8 und X16.

Details

What's new?

Das Audiointerface Universal Audio Apollo Solo TB3 ersetzt das UA Arrow und verändert abgesehen von der Farbe und dem Namen nichts. Aus Space Gray wird nun Silber und der Name der gesamten Familie angepasst. Weiterhin werden Auflösungen von maximal 24 Bit/192 kHz sowie zwei Eingänge mit Unison-Preamps und zwei Stereoausgänge (für Main Out und den Kopfhörer) geboten. Die Anzahl der integrierten DSP-Beschleuniger bleibt auf ein Stück begrenzt.

Wirklich neu ist damit nur die Variante Apollo Solo USB, die anstatt einer Thunderbolt-3-Buchse nun mit USB3 sowie dem obligatorischen Netzteilanschluss und einem Hauptschalter versehen wurde. Neben dem alten Twin USB ist das Apollo Solo USB damit das einzig aktuelle USB-Interface im UA-Portfolio.

USB = Windows und Intel only

Im Gegensatz zur TB3-Variante, die grundsätzlich mit macOS und Windows kann, versteht sich die USB-Variante wirklich nur mit Windows und offiziell auch nur mit Windows 10. Warum man sich diese Insellösung gönnen sollte, wenn Thunderbolt beide Betriebssysteme unterstützt, ist eine berechtigte Frage.  Man würde ohne zu zögern zu TB3 greifen, wenn da nicht die von PC-Hersteller zu PC-Hersteller munter variierenden Energieoptionen wären, die so bei so mancher Windows-Kiste im Verbund mit TB3 und Apollo-Interfaces wohl doch mehr Probleme bereiten als den Amis lieb ist. Aber auch die USB-Spezifikationen sind alles andere als allgemein: Explizit wird ein PC mit integriertem USB3-SuperSpeed (A- oder C-Port), ein Intel-i-Core- oder -Xeon-Prozessor verlangt, außerdem werden Notebook-/Tablet-Kombis oder PCI-/USB-Adapter nicht empfohlen. Ein Hoch auf Apples Hardwarediktatur, möchte man da doch meinen.

USB = Netzteil nötig

Man braucht bei der USB-Variante zwar keine teuren TB3-Kabel mehr, muss das notwendige USB-C-Kabel aber dennoch separat kaufen, weil UA auch das dem Lieferumfang nicht beilegt. Ein kleiner Nachteil ist das hässliche Netzteil, was die USB-Variante immobiler und weniger stylisch macht. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das „alte“ Arrow mit TB3-Bus-Power ordentlich durstig war und meinen Macbook-Pro-Akku in Windeseile leer gesaugt hatte. Trotzdem: Nur ein Netzteil (und zwar das vom Laptop) mitzuschleppen, ist besser als zwei Netzteile verstauen zu müssen.

Alles beim Alten?

Abgesehen vom USB und Windows-Heckmeck ist somit alles gleich: solide Hardware in Alu, die sich wunderbar flink mit dem großen Push-Encoder und den acht dedizierten Tastern bedienen und sich sehr gut durch die vielen LED-Anzeigen lesen lässt. Außerdem ist das Solo sehr funktionell ausgestattet und mit der umfangreichen Softwarekonsole bestens für Musikerbelange gewappnet. Also alles tipptopp wie beim Arrow, dessen Test ich allen empfehle, die noch tiefer in die Materie einsteigen wollen. Im Folgenden nur die Kurzfassung der wichtigsten Features:

  • Zwei Preamps mit bis zu 65 dB Gain, ausgestattet mit XLR-/TRS-Combobuchse für Line- und Mic-Quellen
  • Ein zusätzlicher Instrumenteneingang an der Front für den ersten Preamp, die Anzahl der Eingangswandler bleibt bei zwei
  • Beide Preamps verfügen über Unison, das heißt, es können verschiedenen Preamps inklusive Impedanzänderungen simuliert werden, von Neve bis API, SSL und Manley!
  • Ein Sharc-DSP zur Berechnung von UAD-Plugins ist integriert – viel geht damit zwar nicht, aber es reicht zum hochwertigen Tracking.
  • Pad-Funktion, Low Cut, Phase Reverse, Stereolink und 48V-Phantom-Power gibt es ebenfalls.
  • Die UA Console bietet alle notwendigen Monitoring-Optionen, der Kopfhörer ist selbstverständlich getrennt adressierbar.

Software an Bord

Standardmäßig kommt auch das Apollo Solo mit dem durchaus betagten „Realtime Analog Classics“-Bundle, das aktuell folgende Plugins inklusive Unison-Feature bereithält: UA 610-B Preamp, Marshall Plexi Classic und Ampeg SVT-VR Classic Bass Amp sowie den Bodentreter Raw Distortion. Hinzu kommen die unisonfreien UAD-Klassiker 1176 Compressor/Limiter (LN/SE Legacy), Teletronix LA-2A Opto-Compressor, die Pultec-Passiv-EQ-Sammlung sowie das „olle“ Precison Mix Rack Collection Bundle. Somit ist von allem was dabei und die nächste Verkaufsaktion lässt sicherlich nicht lang auf sich warten.

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