Test
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12.07.2019

Praxis

Die erste Amtshandlung ist es, die Interfaces mit Strom zu versorgen und mit einem CAT5e-Netzwerkkabel an einen Switch oder direkt mit der LAN-Buchse eines Rechners zu verbinden. Der Rechner sollte die Software DANTE Controller bereits installiert haben.

Möchte man die UNiKA-Stageboxen zum Aufnehmen oder für die Wiedergabe von Backing-Tracks nutzen, macht es Sinn, die „DANTE Virtual Soundcard“ zu erwerben. Für unseren Test starte ich zunächst die DVS. Das übersichtliche Programm bietet nur die notwenigsten Einstellungen. Anzahl der eingesetzten Audiokanäle, Latenz im Netzwerk und unter „Options“ noch die Buffersize (32 Samples ist das niedrigste) und die ASIO-Latenz (1 ms ist der niedrigste Wert). Diese Werte stellt man individuell für sein Projekt ein.

Nun sind nur noch zwei Dinge zu beachten. Die eingestellten Werte gelten nicht für den Roundtrip, sondern nur für einen Weg. In der Praxis bedeutet das, selbst in den niedrigsten Einstellungen wird man mit der DVS die Gesamtlatenz kaum unter die magische 10-ms-Grenze drücken können. Für Recording- oder Wiedergabe-Anwendungen dürfte das egal sein, wer allerdings plant, über die DVS zum Beispiel VST-Plug-ins einzubinden, der wird kaum um das Investment in eine dedizierte DANTE-PCIe-Karte herum kommen, um livetaugliche Latenzwerte um die 3-4 ms für den Roundtrip zu erhalten.

In der DVS wähle ich die Option 8 x 8 Kanäle und ansonsten die niedrigsten Latenzeinstellungen. Ebenfalls beachten sollte man, dass die DVS über einen Start/Stopp-Button verfügt. Die Anwendung möchte demnach vom Anwender gestartet werden. Als nächstes starte ich den DANTE-Controller und entdecke dort zwei Einträge. Meinen Laptop und die UNiKA-NBB-Stagebox. Diese meldet sich im DANTE Controller mit ihrem Default-Namen an, welcher auch auf der Gehäuseunterseite der Box aufgedruckt ist. Im DANTE Controller lässt sich die Box bei Bedarf umbenennen, was gerade bei großen Setups sinnvoll ist, um den Überblick zu behalten.

Über den ersten Tab „Routing“ lassen sich die Signale über eine Matrix frei verwalten. Mehr braucht man im Controller für einen ersten Einsatz nicht zu machen. Wer ein DANTE-fähiges Live-Mischpult im Inventar hat, der kann die UNiKAs dazu benutzten, seinen Mixer um vier Ein- und Ausgänge zu erweitern. Der einzige Nachteil zu generischen DANTE-Stageboxen ist, dass sich die MicPres der UNiKA NBB-04R nicht fernsteuern lassen. Dafür lässt sich die Mikrofonvorverstärkung direkt über die Gain-Potis an der Stagebox einstellen, ohne den Umweg über eine Remote-Software oder Mixer.

Wenn es darum geht, ein bestehendes Setup um Mic/Line-Eingänge zu erweitern, dann ist die UNiKA NBB-04R im Spiel. Noch einfacher ist die Einbindung der UNiKA NBB-04T, die vier Ausgänge (z. B. für zusätzliche Monitorwege) bereitstellt. Die UNiKAs eignen sich zudem als Frontend für eine Recording-Session.

Beispiel: Die UNiKA NBB-04R nutzen wir für die Bläser im Nebenraum, während die UNiKA NBB-04T separate Monitormixe für die In-Ears der Tröten-Truppe bereitstellt. Die Einbindung erfolgt über die DVS. Die DVS wird zum ASIO-Treiber innerhalb unserer DAW oder in Software-Mischpulten wie SAC und sogar im Waves LV-1, der ebenfalls die Integration der DVS erlaubt.

Die Einbindung der Breakout-Boxen ist universell, solange es ein DANTE-Netzwerk zum Andocken gibt. Die Boxen selbst funktionieren wie gewünscht. Die Audioqualität ist erstaunlich gut. Selbst bei hoher Verstärkung stört kein unangenehmer Rauschteppich von der UNiKA NBB-04R.

Das Gleiche gilt für die UNiKA NBB-04T, die ebenfalls sehr saubere Signale abliefert. Aufgrund der sehr wenigen Bedienelemente ist eine Fehlbedienung so gut wie ausgeschlossen. Selbst wenn die Pegelverhältnisse mal nicht stimmen, dann lassen sich ad hoc Korrekturen über die Hardware Potis vernehmen. Herrlich analog.

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