Test
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27.07.2020

Praxis

In zehn Minuten aufgebaut

Den Triad-Orbit Starbird SB-1 kann man in kleinen Projektstudios nicht ausreichend testen, deswegen habe ich ihn im großen Aufnahmeraum der Klangschmiede am Vorabend einer Produktion mit 20 Streichern aufgebaut. Dank des ausführlichen, mit bunten Fotos bebilderten Leitfadens ist es ein Kinderspiel, aus den zwei schweren Versandkartons das riesige Stativ zu formen. Auch vor Tücken beim Aufbau wird gewarnt: So ist die Luftfederung für das vertikale Mittelrohr natürlich so berechnet, dass das kleine Teleskoprohr noch Mikrofongalgen und Gegengewicht trägt. Löst man es einfach so, kann es herausschnellen und zu Verletzungen führen. Vom Öffnen der Verpackungen bis zum fertigen Triad-Orbit Starbird SB-1 vergehen wohl keine zehn Minuten (wenn nicht wie in diesem Test noch Fotos gemacht werden). Über Material- und Verarbeitungsqualität kann ich keine negativen Aussagen machen, lediglich der auf dem Fuß aufgebrachte Starbird-Schriftzug hatte sich schon in der Verpackung gelöst und bedurfte ein paar Tropfen eines Sekundenklebers.

Einfach und sicher zu bedienen

Auch für den Betrieb liefert das mitgelieferte Papierwerk die notwendigen Informationen. So ist beispielsweise genau dargestellt, wie man die drei Beine zusammenklappen soll. Bewegt man einen einzelnen unter den Gussfuß, drohen Stativ und eventuell schon montiertes Mikrofon zu kippen! Die Höhenverstellung ist leicht zu bedienen, das große Rad packt sanft zu, sodass der Auszug des kleineren Rohres ohne ruckartige Bewegungen nach oben oder unten vonstatten gehen. Der Neiger des Boom-Arms ist mit einem Sicherheitspin geschützt, den man nicht nur herausziehen, sondern auch drehen muss. Wem die neun Rasterstufen zur Neigung bei einer sehr positionskritischen Mikrofonierung zu grob sind, kann auch ohne sie arbeiten und den Sicherheitsstift herausgezogen lassen.

In der Streichersession wurde mein Pärchen DPA 4009 eingesetzt, das in etwa dreieinhalb Metern Höhe über dem Dirigenten das Haupt-AB bildete. Die Einrichtung und die notwendigen Veränderungen der Position während des Soundchecks waren ein Leichtes. Absolut laufruhig und sicher, dabei einfach arretierbar und wieder beweglich zu machen sind die Rollen des Starbirds.

Standfest im Normalbetrieb

Die Verwendung eines sehr schweren Mikrofons wie des amerikanischen Bändchens AEA A440 stellte den Starbird auch vor keine Probleme. Lediglich bei enorm weit ausgezogenem Boom reicht das 5kg-Gegengewicht nicht mehr aus, um dem Hebelarm aus Boom und Mikrofon so viel entgegenzuwirken, dass der Schwerpunkt so nah am Vertikalrohr liegt, dass alles wirklich absolut kippsicher wirkt. In solchen Fällen sollte wie immer ein zusätzliches Gewicht am Boom und/oder Fuß bemüht werden, allerdings ist das schon eine wirklich recht konstruierte Situation: Wer ein derartig schweres Mikrofon verwendet, der wird es selten im vollen oder fast vollen Boom-Auszug verwenden wollen. Vertrauen benötigt man, wenn man über Kopf ein schweres Mikrofon am TO-Wechselsystem anbringt. Wer ein wenig Erfahrung mit Triad-Orbits Stativen hat, der wird aber im Studiobetrieb darauf verzichten, immer noch zusätzliche Kettensicherungen zu verwenden.

Im Vergleich zu anderen verfügbaren „Großstativen“ wie den Boom-Stativen von Atlas Sound, dem K&M 21430, der Kombination Dreibeinstativ K&M 20811 und Boom-Arm 21231 oder dem immerhin auch 900 Euro kostenden Latch Lake MicKing 3300 zeigt sich, dass der Starbird immer eine ganze Nummer größer und mächtiger ist.

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