Test
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18.12.2013

the t.bone TWS One A Vocal Test

Drahtloses Mikrofonsystem

Schlicht und ergreifend

Die ersten Schritte auf dem Instrument sind geschafft, die eigene Band ist gegründet und auch eigene Songs sind bereits am Start. Also nichts wie rauf auf die Bühnen der Welt und rocken, was das Zeug hält. Stellt sich nur die Frage, ob mit Kabeln im Schlepptau oder via Funk? Viele Einsteiger träumen davon, die Bühne ohne Mikrofonkabel unsicher zu machen. Einzig der Anschaffungspreis schiebt so manches Mal einen Riegel vor die Erfüllung dieses Traums. Für diese Fälle verspricht das Funkset TWS Vocal One von the t-bone eine Lösung - mit einem sensationell niedrigen Anschaffungspreis, bei dem der interessierte Funksystem-Freund wirklich zweimal hinschauen muss.


Okay, da habe ich doch richtig gelesen: 49 Euro! Das ist schon eine echte Kampfansage. Aber wo es Licht gibt, da gibt es selbstverständlich auch Schatten. Und so frage ich mich zu Beginn des Tests, woran bei diesem Funkset wohl gespart wurde und woran nicht. Bei einer Investitionssumme auf Taschengeldniveau dürfen zwar einerseits nicht allzu hohe Erwartungen an die Audio-Hardware gestellt werden, andererseits sollte das vorliegende Funkmikrofon-Set dennoch mehr als ein Spielzeug sein, sofern es als vollwertiges Musikerwerkzeug ernstgenommen werden möchte ...

Details

Zum Lieferumfang des Funksets gehören neben dem Handsender und dem stationären Empfänger nebst Netzteil auch ein Klinkenkabel und zwei AA-Batterien. So lässt sich die Funkstrecke nach dem Auspacken direkt in Betrieb nehmen. Eine englischsprachige Broschüre beschreibt das Produkt, enthält Troubleshooting-Tipps und führt die technischen Spezifikationen auf. Das Highlight für ein Bundle in dieser Preisklasse ist aber der mitgelieferte Koffer. Er ist zwar nicht sonderlich hochwertig gefertigt, ermöglicht in der Praxis aber immerhin die sichere Lagerung des Sets und dessen ausreichend geschützten Transport.

Mikrofonsender TWS One HT

Den Kopf des Handsenders TWS One HT ziert ein abschraubbarer Mikrofonkorb aus Drahtgeflecht. Zwei Plastikeinfassungen sollen für Stabilität der Formgebung sorgen und erinnern vielleicht nicht zufällig an eine Design-Mixtur aus zwei (hochpreisigeren) Konkurrenzprodukten. Im dynamischen Mikrofon ist eine Kapsel mit Nierencharakteristik verbaut. Der ebenfalls aus Kunststoff bestehende Mikrofonschaft beherbergt auf seiner Oberseite einen An/Aus-Schalter samt zugehöriger LED. Das Batteriefach des Handsenders ist rückseitig zu finden. Den Abschluss des Handheld-Mikrofonsenders bildet ein … nun ja, nennen wir es einmal „Antennenfortsatz“, der wiederum an das Design der Handsenderantennen eines bekannten Herstellers von Funkmikrofonen erinnert.

Der nur 200 Gramm leichte Mikrofonsender ist ein echtes Fliegengewicht. Sein Frequenzbereich liegt zwischen 60 Hz und 16 kHz und ist damit für Stimmsignale mehr als ausreichend. Detaillierte Infos zum Frequenzgang oder zur Richtcharakteristik wurden dem Set nicht mit auf den Weg gegeben. Der Sender benötigt zum Betrieb zwei AA-Batterien, mit deren Hilfe er acht Stunden einsatzfähig bleiben soll. Die Sendeleistung wird in der Begleitbroschüre mit 13 dBm angegeben. Das entspricht 20 mW und ist damit doppelt so hoch, wie bei vielen Konkurrenzprodukten üblich. Deshalb erstaunt es mich nicht, dass für das Set eine Reichweite von bis zu 50 Metern angegeben wird. Selbstverständlich erfordert eine solche Leistung auch entsprechend viel Energie. Mit Blick auf die Reichweite des Senders würde ich den Bedarf von gleich zwei AA-Batterien dann auch nicht als Kritikpunkt einordnen. Mit einem Dynamikumfang von 90 dB(A) ist das TWA Vocal One Set erwartungsgemäß deutlich schlechter aufgestellt, als seine Konkurrenten aus dem mittleren Preissegment um 500 Euro. Aber Hand aufs Herz: Gegenüber einem 500 Euro teuren Funkset bedeutet dies zwar 20 Prozent weniger Dynamikumfang, aber eben auch nur 10 Prozent Investitionssumme. Das klingt immer noch nach einem guten Deal.

Funkempfänger TWS One R

Bei knapp 50 Euro Verkaufspreis warten selbstverständlich weder der Handsender noch der stationäre Empfänger mit einem Display auf. Die Frontseite des vergleichsweise winzigen Funkempfängers zieren stattdessen drei Status-LEDs, die Auskunft über das Anliegen der Betriebsspannung, des Funksignals und des Audiosignals geben. Ein Volume-Regler dient zum Justieren des Ausgangspegels. Entgegen der Informationen im Begleitheft bietet die Empfangseinheit lediglich eine (unsymmetrische) Klinkenbuchse, nicht aber einen XLR-Ausgang. Auch eine Zugentlastung suche ich vergebens. Als Non-Diversity-Gerät verfügt der Empfänger TWS One R über eine einzelne, fest verbaute Antenne aus Metall. Gummifüße verhindern ein Verrutschen des Geräts auf glatten Oberflächen.

Das mitgelieferte Klinkensteckerkabel hat gegossene Plastikstecker und ist qualitätstechnisch betrachtet eher für den gelegentlichen Gebrauch bestimmt. Der Ausgangspegel des Funkempfängers ist im Consumer-typischen dBV-Format angegeben. Hier macht der maximale Ausgangspegel von -18dBV deutlich, wo die (Pegel-) Grenzen nicht symmetrischer Signale liegen, entspricht ihm doch ein Pro-Audiopegel von gerade mal -15,8 dBu. Dass die Technik des Funksets auf das Wesentliche reduziert wurde, wird dem Anwender spätestens klar, wenn er realisiert, dass am Empfänger nicht einmal ein An/Aus-Schalter verbaut ist.

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