Test
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24.07.2017

the box pro DSP 112 und DSP 115 Test

Aktive Fullrange-Lautsprecher

Preisbombe Pro?

Thomann hat eine neue Aktivboxenserie im Sortiment, die auf den Namen the box pro DSP hört und die Modelle DSP 110, DSP 112 und DSP 115 umfasst. Die beiden größeren Modelle sind Gegenstand dieses Tests. Sie besitzen eine Class-D-Endstufe mit 1.200 Watt (DSP 115: 1.400 Watt) Leistung und sollen Schalldruck von über 130 Dezibel bereitstellen. Dabei übernimmt ein erstaunlich gut ausgestatteter DSP die Kontrolle. Das klingt nach einer Profibox, nur dass für die DSP 112 lediglich 229 Euro und für die DSP 115 gerade einmal 249 Euro aufgerufen werden. Das Bondeo-Team versucht Licht ins Dunkel zu bringen, bevor sich die Galileo-Mystery-Redaktion dem Fall annimmt.

Details

Die Testkandidaten sind klassische Aktivboxen mit 12/1-Zoll beziehungsweise 15/1-Zoll Treiberbestückung. Für die Kleinbaustellen ist zusätzlich die the box pro DSP 110 mit 10/1-Zoll Bestückung erhältlich. Die Hochtöner besitzen ein Abstrahlverhalten von 90 x 60 Grad. Somit sind die Boxen für den Einzelbetrieb pro Seite prädestiniert. Der Lieferumfang: Box, Kaltgerätekabel zur Netzversorgung, Bedienungsanleitung.

Gehäuse und Treiber

Die schwarzen Kunststoffgehäuse sind aus zwei Teilen zusammengeschraubt. Die Vorderseite besteht aus der Schallwand inklusive zweier dreieckiger Bassreflexports für den direkt montierten Tieftöner, während der Hochtöner an das aus einem Stück gegossenen Horn andockt. Für eine seriöse Optik sorgt das vollflächige und mit Akustikvlies hinterlegte Lautsprechergitter. Die Boxen besitzen drei Griffe pro Gehäuse und sind somit einfach zu transportieren. Für einen guten Stand sorgen vier auf der Unterseite montierte Gummifüße. Sollen die Boxen höher hinaus, können sie durch die Hochständeraufnahme auch auf Distanzstangen oder Lautsprecherstativen Platz nehmen.

Wer sich die Gehäuse genauer ansieht, entdeckt Gummiabdeckungen, unter denen sich M10-Flugpunkte verstecken. Im Manual werden die Boxen allerdings ausdrücklich als nicht flugfähig ausgewiesen. Daran sollte man sich auch tunlichst halten.

Überraschung, obwohl die Boxen durch ihre symmetrische Gehäuseform eher wie reine Topteile wirken, verfügen beide Kandidaten über eine Monitorschräge und lassen sich daher problemlos als Bühnenmonitor verwenden. Wo wir die Box einmal geöffnet haben, schauen wir uns die Treiber an. Zum Einsatz kommen die in dieser Preisklasse üblichen einfachen Ferrittreiber samt Blechkorb, die von einem Class-D-Ampmodul im aktiven Zwei-Wege-Betrieb befeuert werden. In der DSP 112 kommt ein anderes Endstufenmodul zum Einsatz als bei der DSP 115. Letztere ist mit einem 1.400-Watt-Modul bestückt und stellt somit 200 Watt an Mehrleistung zu Verfügung.

Dafür verfügt der kleine Bruder über ein Auto-Standby, das sich per Knopfdruck aktivieren lässt. Die DSP 112 soll laut Datenblatt einen maximalen Schalldruck von 134 und die DSP 115 sogar 136 Dezibel liefern. In Anbetracht der Treiberbestückung darf man davon ausgehen, dass es sich bei diesen nicht näher spezifizierten Angaben um Peak statt um Dauerleistungen handelt.

Die Schaltzentrale

Mit einem Blick auf die Ausstattung und Ausführung des Aktivmoduls erlebt der Autor ein Déjà-vu. Beim Layout und den DSP-Funktionen besteht nämlich eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Amp-Modulen des spanischen Herstellers D.A.S. Audio und dessen Vantec-Serie. Das soll den Anwender nicht weiter stören, denn was unsere Testkandidaten zu bieten haben, dürfte in diesem Preissegment einmalig sein.

Das Aktivmodul verfügt über zwei separate Eingänge mit Combobuchsen. Beide Eingänge können sowohl Mikrofon- als auch Line-Pegel verwalten. Darüber hinaus kann ein Zuspieler über eine Mini-Klinkenbuchse andocken, weshalb eine Ansage mit Hintergrundmusik auch ohne zusätzliches Mischpult möglich ist. Über eine XLR-Linkout-Buchse lassen sich weiter Boxen mit den Eingangssignalen versorgen.

Die DSP-Funktionen lassen sich bequem mit einem Push-Encoder aufrufen und editieren. Drückt man den Encoder nicht, dient dieser als Master-Volumen-Regler. Mittels „Push“ gelangt man ins Menü. Hier stehen vier Sound-Presets bereit (Live, Speech, DJ, Music) und es lässt sich wählen, ob die Box als Topteil oder Monitor zum Einsatz kommt. Wer ohne separates Mischpult reist und einen EQ benötigt, findet im DSP einen Dreiband-EQ mit Festfrequenzen (High, Mid, Low), die um +/- 12 Dezibel manipulierbar sind.

Werden die Kandidaten mit einem Subwoofer kombiniert, kann man die Topteile mit einem Low-Cut (80, 100, 120 oder 150 Hertz) versehen. Stehen die Bässe nicht direkt bei den Topteilen, lassen sich diese um maximal 16 Millisekunden verzögern. Natürlich habe ich sofort ausprobiert, was mit den User-Einstellungen passiert, falls einmal der Strom ausfällt. Gute Nachricht: Ist der Strom wieder hergestellt, bootet die Box mit den letzten Settings. Recht so!

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