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Test
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13.04.2018

Studio Linked Drum Pro Test

Freeware Plug-in für MacOS und Windows

Inspirierendes Drum-Tool mit Top-Sound!

Die amerikanische Soundschmiede Studio Linked richtet sich mit ihren Produkten hauptsächlich an Produzenten aus den Bereichen Hip-Hop und R’n’B. Neben Trophies, einem Signature-Plug-in vom Grammy-Gewinner Bryan Michael Cox und, Zaytovens Funky Fingers bieten die Kalifornier auch weitere Produkte mit Sounds für diese Stile. Und bei der NAMM wird auch schon mal mit Produzenten-Urgestein Scott Storch posiert.

Bei so viel Erfolg zeigt sich der amerikanische Hersteller in Geberlaune und bietet auch ein kostenloses Drum-Tool mit dem vielversprechenden Namen Drum Pro an. Wer leidenschaftlich Beats schraubt, weiß, dass man nie genug Drums haben kann - deshalb schauen wir uns Drum Pro mit diesem Test etwas genauer an.

Weitere kostenlose Plug-ins findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und Plug-ins Special.

Details

Allgemeines

Drum Pro gibt es für Mac im AU- und VST-Format und für Windows jeweils in 32 und 64 Bit. Durch einen Klick auf das benötigte Format könnt ihr den Download ohne Registrierung direkt und unkompliziert starten. Im Falle der 64-Bit-Windows-Version hat der Installer 200 MB.


Die Installation verlief allerdings nicht ganz reibungslos. Der erste heruntergeladene Installer führte die Installation nicht vollständig aus. Mit der zweiten Version gab es dann auch Probleme. Ungeachtet der Auswahl des Zielordners wurde die Software immer in einen anderen Ordner installiert als angegeben (C:\Programme\VstPlugIns). Man kann die dll-Datei dann aber einfach in jeden anderen Ordner kopieren. Ein Test auf einem anderen Rechner zeigte die gleiche Problematik.

GUI

Das Plug-in ist in Schwarz und Blau gehalten und kommt sehr modern daher. Ganz oben finden sich neben dem Schriftzug gleich die globalen Parameter Attack, Decay, Sustain und Release sowie zusätzlich noch Volume und Verb. Darunter erscheint das Feld, in dem sich die verschiedenen Presets anwählen lassen. In der Freeware-Version gibt es 23 Kits (!), die man durch kostenpflichtige  Kits sogar noch erweitern kann.

  • Drum-Hip-Hop 01
  • Drum-Hip-Hop 02
  • Drum-Hip-Hop 03
  • Drum-Hip-Hop 04
  • Drum-Hip-Hop 05 
  • Drum-Hip-Hop 06
  • Drum-Hip-Hop 07
  • Drum-Hip-Hop 08
  • Drum-Hip-Hop 09
  • Drum-Hip-Hop 10
  • Drum-Hip-Hop 11
  • Drum-Pop Kit 
  • Drum-RNB 101 Kit
  • Drum-Trap 101 Kit
  • Drum-Vintage ASR
  • Drum-Vintage Boss Dr 55
  • Drum-Vintage Drumstation 808
  • Drum-Vintage Drumstation 909
  • Drum-Vintage Drumulator
  • Drum-Vintage FairLight
  • Drum-Vintage SP
  • Drum-Vintage TR 808
  • Drum-Vintage TR 909

Neben dem Drum-Kit-Namen wird die GUI noch um ein zum Kit passenden, repräsentativen Bild ergänzt, ähnlich wie man das bei Kontakt von Native Instruments mit den Library-Tabs kennt. Zusammenhänge zwischen Kit-Namen und den dazugehörigen Sounds lassen sich so noch schneller herstellen.

Darunter folgen nun die Drum-Pads. Bei Drum Pro hat man sich untypischerweise für nur zwölf Pads entschieden, also vier weniger als üblich. 

Alle Kits sind gleich aufgebaut. Sie bestehen jeweils aus zwei Kicks (K1+2), zwei Snare Drums (SR1+2), zwei Claps (CL1+2), zwei Hi-Hats (H1+1) und zu guter Letzt aus vier Extra-Sounds (X1-4). Das sind dann Percussion-Sounds wie Open Hi-Hats, Woodblocks oder ähnliches. Die Pads leuchten bei Betätigung auf.

Darunter folgt in der GUI eine schmale Reihe, in der die mit den Pads korrespondierenden Töne angezeigt werden (C3 bis B3 - auf Deutsch H3 genannt). 

Im unteren Drittel des Plug-ins findet man nun noch den Mixer. Die Lautstärke jedes Sounds lässt sich also separat einstellen. Alle zwölf Regler sind nach dem bei den Pads verwendeten System benannt. Eine unter dem Namen angebrachte LED leuchtet beim Drücken des Pads zusätzlich auf. 

Zum Schluss gibt es dann noch zwölf Pan-Regler, zum kreativen Verteilen der Sounds im Stereofeld. 

Sound

Die in der Freeware-Version von Drum Pro verwendeten Kits und Sounds lassen sich als druckvoll, interessant, charaktervoll und manchmal auch ziemlich Lo-Fi bezeichnen. Einige der Sounds aus den 11 Hip-Hop-Kits haben allerdings schon fast zu viel „Schmutz“, weil die Nebengeräusche teilweise sehr laut sind. Fast so, als wären sie aus einer kompletten Produktion herausgeschnitten, wie man das von vielen inoffiziellen Drum-Kits her kennt. In einer professionellen Produktion ist eine Kick-Drum mit Hall auf jeden Fall eher schwer unterzubringen, da die Nebengeräusche bei einer Nachbearbeitung ungewollt in den Vordergrund geraten können, zumindest aber das Klangbild stören können. Die Kits der klassischen Drum-Computer sind ebenfalls sehr gut gelungen. Die Sounds fangen den Klang der gesampelten Originale hervorragend ein, wirken aber trotzdem frisch und aktuell. 

Von Anfang an fand ich persönlich die Sounds der 23 Kits inspirierend. Kaum war das Kit geladen, kamen die musikalischen Ideen ganz von alleine. Und das ist aus meiner Sicht die wichtigste Eigenschaft eines Instruments. Die ungewöhnliche Anzahl von zwölf Pads überrascht. Dadurch fehlt insgesamt die Vielfalt in den Kits, weil man sich aufgrund der vier fehlenden Pads auf die eigentlichen Drum-Sounds beschränken muss. Deshalb fehlen besonders bei den Hip-Hop-Kits die Loops oder auch Klänge aus dem Bereich Sounddesign, die oft Beats ja gerade interessant machen. Und ohne die Möglichkeit, die verschiedenen Sounds auf unterschiedliche Kanäle zu routen, wird der Einsatz in einer professionellen Produktion erschwert. Alles in allem ist Drum Pro aus dem Hause Studio Linked aber ein bereicherndes Free Tool, mit dem man schnell Beats basteln kann. Die positiven Aspekte überwiegen definitiv, deshalb gibt es von uns eine absolute Download-Empfehlung!

  • PRO
  • 23 Kits!
  • interessante Sounds mit viel Charakter und Punch inspirieren zu Produktionen
  • Lautstärke und Pan der Sounds im internen Mixer einzeln regelbar
  • sieht ansprechend aus und ist intuitiv bedienbar
  • CONTRA
  • kein Multi-Output
  • es gibt nur 12 Pads
  • Pads lassen sich nicht neu belegen
  • ADSR und Reverb nur im Master regelbar
  • manche Sounds zu „schmutzig“

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