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Test
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29.07.2014

SSL Sigma Test

Remote Controlled Summing Mixer

Süper LAN!

Solid State Logic (kurz SSL) ist nun bei weitem keine unbekannte Marke in der Audiowelt. Die Geschichtsbücher wollen wir aber lieber geschlossen halten und uns auf die Hauptfrage konzentrieren: Gibt es hier den großen Sound der Konsolen-Schlachtschiffe für „kleines“ Geld? Immerhin wirbt SSL selbst mit dem „Super Analogue Sound“ von AWS und Duality, was sicherlich technisch auch richtig ist, wenn man von fehlenden EQs, Kompressoren und „anderem Schnickschnack“ einmal absieht.

Zugegebenermaßen haben sich die Anforderungen an das „Hirn“ eines Studios in den letzten 20 Jahren aber auch dramatisch geändert, und so wird heutzutage eher der Computer respektive die DAW anstelle des Mischpults als der zentrale Punkt im Studio angesehen. Klar, so eine SSL 4000G passt allein schon aus Platzgründen nicht in jedes Schlafzimmer, von Stromverbrauch und Hitzeentwicklung einmal ganz abgesehen. Insofern ist eine 2 HE große Adaption mit Fernsteuerungs- und Total-Recall-Möglichkeiten auf jeden Fall der richtige Weg, der modernen DAW wieder analogen Sound, besser „Super Analogue Sound“, zu verpassen. Und das schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Details

Der SSL Sigma ist ein analoger und über MIDI fernsteuerbarer Mixer im pragmatisch-verarbeiteten 2 HE 19-Zoll-Rackformat mit 16 Eingangskanälen sowie zwei parallelen Ausgangsbussen und zwei individuellen Abhörpfaden (H/P und MON). Die 16 Eingänge können dabei sowohl Mono mit Panorama-Regler als auch Stereo verwendet werden, weshalb man bis zu 32 Eingangskanäle nutzen kann und in diesem Zusammenhang auch von einem 32-Kanal Summierer spricht.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Mitbewerbern, die meist nur „passiv“, weil günstig,  summieren, verfügt hier jeder Kanal über eigene analoge Aufholverstärker bzw. Line-Stufen. Diese werden im SSL Marketing-Jargon gern mit „Super Analogue“ umschrieben, sind hier im Speziellen in ihrem Gain digital über MIDI, und zwar jeweils von -∞ bis + 10dBu, regel- bzw. steuerbar.  

Diese 16 bzw. 32 Kanäle können bis zu zwei parallelen Bussen - namentlich Mix A und Mix B – zugewiesen werden, und auf diesen selbstverständlich summiert sowie über die beiden Abhörpfade H/P und MON selektiv abgehört werden. Beide Abhörpfade sind also unabhängig voneinander belegbar sowie in ihrer Intensität regelbar. Somit kann der Künstler also auch etwas anderes hören, als der Produzent über die Boxen.

Jedem einzelnen der 32 Eingänge steht außerdem ein permanent aktiver Direct-Out „Post-Fader“ zur Seite, der natürlich ebenfalls von dem über MIDI-bereitgestellten Line-Gain abhängig ist. Darüber hinaus lässt sich Mix B auf Mix A routen (A to B), was insofern sinnvoll ist, da jedem der beiden Mix-Busse ein Relais-geschalteter Stereo-Insert zur Verfügung steht, womit auch komplexere SubMix/Stem-Arbeiten möglich sind. Der Insert lässt sich aber auch mit dem Mixbus mischen, was einerseits Parallelkompressionen ermöglicht, andererseits auch das Kaskadieren mehrerer Sigma-Einheiten erlaubt. Weiterhin lässt sich jeder der Busse in seiner Ausgangslautstärke individuell anpassen, was nahelegt, dass hier nochmals SSL Gain-Stufen zum Einsatz kommen.

Abgerundet wird das Ganze von einer Monitorcontroller-Sektion mit Monoswitch für bis zu zwei Paar umschaltbare Speaker auf XLR-Basis inklusive frontseitigem 3,5mm External-In für iPod und Co. sowie einem Fußschalter-Eingang, Talkbackschaltung und einem entsprechenden Kopfhörerausgang für die Kommunikation mit dem Künstler.

Gesteuert wird entweder von dem multifunktionalen Push-Encoder und den zwei frei belegbaren Hot-Key Tastern auf der folierten, teilbeleuchteten Frontseite oder aber über das HTML-Interface mit einem Browser innerhalb der DAW. Es ist aber auch außerdem möglich, Touch OSC zu nutzen, um so den SSL Sigma mit dem iPad/iPhone kabellos über WLAN steuern zu können.

Ein Talkback-Mic findet sich nicht an Board, was zugegebenermaßen bei einem fernbedienbaren Gerät aber auch relativ wenig Sinn macht, allerdings wurde an einen weiteren Line-In für ein optionales (Talkback-)Mic plus Preamp gedacht. Dieser steht auf der Rückseite bereit, wo sich auch alle anderen Anschlüsse, überwiegend auf Sub-D Belegung, wiederfinden.

Und so finden sich hier also zehn symmetrische Sub-D-25 Buchsen ein, wovon die oberste Reihe die Eingänge und die unterste Reihe die Ausgänge beherbergt. Die vier obersten, rechten und mit CHIP beschrifteten Buchsen sind also unsere 32 Eingänge (Channel Input) und die vier CHOP-Buchsen darunter die 32 Direct-Outs (Channel Output).

Das Sub-D-25 Pärchen außen links wiederum stellt im oberen Bereich einen weiteren, diesmal aber symmetrischen Stereo-Alternativeingang (EXT), die beiden Stereo-Returns und den Talkback-Line-In zur Verfügung. Der achte Kanal bleibt also unbenutzt. Am unteren Sub-D-25-Anschluss finden sich dann der Mix B Ausgang, die beiden Stereo Insert-Sends und ein weiterer Stereo-Ausgang des „HP“ genannten (Kopfhörer-)Abhörpfades, welcher beispielsweise für den oder die Künstler, sprich weitere Kopfhörerverstärker, gedacht ist.

Darüber liegt eine Klinkenbuchse für den Fußschalter, der frei belegbar ist, wobei eine Verwendung im Zusammenhang mit der Talkback-Aktivierung oder der Speaker-Umschaltung natürlich den meisten Sinn ergibt. Direkt daneben versammeln sich die XLR-Ausgänge: Auf der rechten Seite ist Mix A Ausgang (MIX A R/L), daneben der Ausgang für die Hauptlautsprecher (MON R/L) sowie links der Anschluss für das zweite „alternative“ Paar Speaker (ALT R/L). Diese Ausgänge sind hinsichtlich ihrer Belegungs-Flexibilität natürlich auch anderweitig nutzbar.

Abschließend zeigt sich rechts außen der DC-Anschluss für das mitgelieferte externe und 100-240V taugliche Netzteil (12V/5A) sowie die RJ-45 „Netzwerkbuchse“ für die etwas spezielle Ethernet-basierte MIDI-Kommunikation. Die USB-Buchse und der kleine Prog Taster indes sind nur für Service-Zwecke gedacht und somit nicht weiter für uns relevant. Was ohnehin viel interessanter ist, ist wie die ganze MIDI-Kommunikation in Verbindung mit der DAW klappt – und das schauen wir uns doch am besten im Praxis-Teil einmal genauer an!

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