Hersteller_SPL
Test
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11.03.2016

Praxis

Einfache Bedienung

Gut, es gibt an SPLs DeS 1503 nicht einfach einen Schalter „S-Laut-Reduktion An/Aus“, aber prinzipiell ist das API-Modul recht einfach aufgebaut und leicht zu beherrschen. Bypass versteht jeder, Bypass für zwei verschiedene Bänder auch. Dann bliebe noch genau eine Schaltfunktion, nämlich das „Gender-Switching“ von Male auf Female. Direkt ersichtlich wird nicht, dass dieses nur auf das untere Band wirkt, auch der Signalfluss ist nicht deutlich – vielleicht ist das aber genauso wenig schlimm wie die Tatsache, dass SPL konkrete Werte ins Handbuch und die technischen Daten verfrachtet haben, denn für die Bedienung wäre das kaum von Vorteil. 

Über weiten Pegelbereich konstant

Und weil das Gerät so einfach zu bedienen ist, sind die Einstellungen auch schnell gemacht. Im Zweifel kann der User per Trial-and-Error drehen und schalten, bis eine angenehm klingende Einstellung gefunden ist, selbst dann, wenn er absolut keine Ahnung hat, was im Inneren der Zauberkiste vor sich geht. Das finde ich gut. Und tatsächlich ist man meist schon gut beraten, beide Bänder zu aktivieren, das Geschlecht des Sängers richtig zu wählen und die Regler auf den Mittelwert zu stellen. Und wenn das Eingangssignal zu leise ist? Kein Problem, denn die Bearbeitung bleibt über einen weiten Pegelbereich konstant. Das finde ich deshalb wichtig, weil es sinnvoll ist, einen De-Esser schon to-tape einzusetzen. S-Laute „klauen“ nämlich Headroom, findet die Bearbeitung schon vorher statt, kann man vor dem A/D-Wandler stärker pegeln.

SPL punktet mit Natürlichkeit des Sounds

Schickt man verschiedene Gesangsstimmen durch das Gerät, wird sofort deutlich, dass der Spielraum, in dem man eine nicht störende und gut klingende Verringerung erhält, recht hoch ist. So ist vor allem der Regelbereich zum übertriebenen De-Essing groß genug und weich, wodurch man nicht Gefahr läuft, ein unbeabsichtigtes Lispeln zu erzeugen. Setzt man das De-Essing des SPL-Moduls moderat ein, kann man gezielt und angenehm entschärfen, ohne dass die Natürlichkeit des Signals leidet. Ich finde es hervorragend, wenn man im Low Band mittelstark zupackt und das Höhenband nur in den absoluten Spitzen bearbeitet – ich könnte nicht sagen, dass da ein Prozessor sein Werk verrichtet. Diese Eigenschaften sind es übrigens, die SPLs ursprünglichen De-Esser vor allem für die „sprachverarbeitende Industrie“ interessant gemacht haben, also Studios, die für das Radio, Hörbuchverlage und dergleichen tätig sind. 

SPL für De-Essing von Stimmen

Eher durch Zufall ist der freie Slot in meiner Bento-Box direkt neben meinem DerrEsser von ELI zu finden, den ich auch in einem B.log-Eintrag zum Thema „S“ angesprochen hatte. Auch dieser arbeitet hervorragend, wenngleich nach dem klassischen Prinzip. Er ist einbandig, ein bisschen weniger natürlich, bietet aber für einen ähnlichen Preis Funktionen, die der auf die Stimme spezialisierte SPL nicht besitzt, etwa eine HF-Limit-Funktion und die Möglichkeit, ihn als Hoch- oder Tiefpassfilter einzusetzen. Außerdem macht er sich sehr gut in der Aufgabe, Schlagzeugsignale zu de-essen. Snare oben, Snare unten und auch das Attack-Signal der Bassdrum können vom De-Essing sehr gut profitieren – und das war letztendlich mein Hauptanliegen beim Kauf eines De-Essers, denn S-Laute reduziere ich wo möglich schon durch die Wahl des Mikros und seiner Position. Außerdem bin ich ein Fan von spitzen Konsonanten mit „glitzernden“, „englischen“ Reflexionen mit kurzen Hallfahnen à la George Michael. Wer aber ein gut funktionierendes De-Essing benötigt, der sollte den SPL in die engste Auswahl nehmen. Und zum Vergleich: Der Pendulum DS-500 kostet fast das Doppelte des SPL. Aber wo wir gerade bei Preisen sind: Die 19“-Variante des hier getesteten De-Essers, der 9629, kostet nur unwesentlich mehr als das kleine Series-500-Gerätchen.

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