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28.06.2017

Sennheiser ew 100-945 G3 Vocal Set Test

Drahtlos-Mikrofonset

Funkendes Arbeitstier

Wer ein Funkmikrofon-Set im mittleren Budgetbereich kauft, wird unweigerlich auf das Sennheiser ew 100-945 Vocal-Set treffen. Es ist seit einigen Jahren erhältlich und hat etliche Fans gefunden. Wie zeitgemäß das Set heute noch ist, wollen wir in diesem Test herausfinden.

Vor einiger Zeit haben wir das Vocal-Set mit alternativer Kapselbestückung (Niere) unter die Lupe genommen. Hier geht es um die Variante mit Supernierencharakteristik. Wir überprüfen die Leistungsfähigkeit des Sets, denn es kann nicht schaden, auch etablierte Freundschaften ab und an auf die Probe zu stellen.

Details

Beim Auspacken fällt der Lieferumfang positiv auf: Enthalten sind neben dem stationären Empfänger EM 100 G3 das Funkmikrofon SKM 100 G3, das wir hier in der Variante 945 vorfinden. Außerdem liegen zwei Antennen bei, zwei AA-Batterien für den Handsender, vier rutschfeste Gummifüße zum Ankleben an die Unterseite des Empfängers und zwei Stapelschienen als Rack-Kit-Ersatz. Ein mehrsprachiges Bedienhandbuch sowie technische Datenblätter runden den Lieferumfang ab.

Handheld-Mikrofon und Sender SKM 100-945

Werfen wir einen Blick auf das Mikrofon. Es hat einen stabilen Metall-Body, der mit einer stoßfesten Metallic-Lackierung versehen ist. Fettspuren haben hier schlechte Chancen, das Mikrofon sieht auch bei intensiver Nutzung nicht abgegriffen aus. Im unteren Bereich des Schaftes prangt ein Display, das aufgrund seiner orangenen Hintergrundbeleuchtung gut ablesbar ist.

Der Mikrofonkorb ist am äußersten Ende abgeflacht. Dadurch ist er besonders verformungssicher, sollte er irgendwo anstoßen oder das Mikrofon einmal auf den Boden fallen. Für weitere Stabilität sorgt ein umgebender Ring, den Hersteller-Logo und Produktbezeichnung zieren. Der Mikrofonkopf kann abgeschraubt werden und durch ein anderes Modul der 945er-Reihe ausgetauscht werden. So lässt sich dieses Funkset auch mit Nierencharakteristik oder einer Kondensatorkapsel nutzen.

Und damit sind wir bei den technischen Aspekten. Im Innern des dynamischen Mikrofons kommt eine Kapsel mit Supernierencharakteristik zum Einsatz. So soll das Aufgreifen seitlich einfallenden Schalls gemindert werden. Der für Sprache optimierte Übertragungsbereich des Mikrofons beträgt 80 Hz bis 18 kHz. Der maximale Schalldruckpegel liegt bei beachtlichen 154 dB (SPL). Mit einem Übertragungsfaktor von 1,8 mV/Pa ist seine Empfindlichkeit guter Durchschnitt. 

Ein Schutzring umgibt das untere Ende des Mikrofons. Unter diesem wird das Multifunktionsrädchen versteckt, das zur Menüauswahl dient. Zugleich lässt sich dieser Ring durch andersfarbige Pendants austauschen, um verschiedene baugleiche Mikrofone auf der Bühne zu unterscheiden. Neben dem Antennenfortsatz des Handsenders liegt der Ein/Aus-Schalter, außerdem gibt es hier Kontakte fürs Aufladen in der optional erhältlichen Ladestation. Dann muss der – ebenfalls optionale – NiMH-Akku in das Mikrofon eingesetzt werden (Sennheiser BA2015). Ansonsten sind zwei AA-Batterien erforderlich.  

Funkempfänger EM 100 G3

Auch der stationäre Empfänger besitzt ein hintergrundbeleuchtetes Display. Neben einem Sync-Taster zum Aktivieren der AutoScan-Funktion bietet der EM 100 G3 lediglich einen Ein/Aus-Schalter sowie drei weitere Taster zur Navigation im Menü. Diese Übersichtlichkeit trägt zum Bedienspaß bei. Auf der Rückseite wurden eine eine XLR- und eine Klinkenbuchse verstaut, die sowohl unsymmetrischen als auch symmetrischen Betrieb mit einem Ausgangspegel von +18 dBu bzw. +10 dBu ermöglichen. Zudem besteht über zwei Data-Ports Anschluss an Sennheisers Monitorsystem SR 300 IEM.

Dank True-Diversity-Technik garantiert diese Funkstrecke auch unter schwierigen Umstände hohe Empfangssicherheit. Die automatische Signalverstärkung könnte bei schwachem Funksignal zu hohen Rauschanteilen führen. Damit das nicht passiert, arbeitet der EM 100 mit einem regelbaren Squelch. Ein Equalizer erlaubt per Hi-Boost und Low-Cut klangliche Korrekturen. Ein Gitarren-Tuner ist ebenfalls enthalten. Praktisch, wenn Gitarristen oder Bassisten den EM 100 nutzen.

Die Funkstrecke ist mit einer Schaltbandbreite von 15 MHz im Frequenzbereich von 1785 - 1800 MHz gut aufgestellt. Der Geräuschpegelabstand von >110 dB (A) deutet bereits an, dass das Set erfreulich rauscharm arbeitet. Die Ausgangsleistung ist allerdings auf 10 mW beschränkt, was eher auf den Einsatz im Amateurbereich zielt. Dennoch sorgen 20 Kanalbänke mit Festfrequenzen und eine frei programmierbare Kanalbank für Profi-Flair. Auf allen Bänken lassen sich zwölf Frequenzpresets speichern.

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