Bass
Test
7
09.02.2017

Schack Unique V Test

Fünfsaitiger E-Bass

Wie der Vater, so der Sohn!

Der Familienbetrieb Schack Guitars ist seit weit über 30 Jahren fester Bestandteil der deutschen Boutiquebass-Szene und wird mittlerweile schon in der zweiten Generation geführt. Gegründet wurde die Edelbass-Schmiede in den 80er-Jahren von Andy Schack, der sich in dieser Zeit mit meist aus Holz und Carbon kombinierten Headless-Bässen einen hervorragenden Namen in der Szene erarbeitete. Andy Schack zeichnet außerdem für einige Innovationen im E-Bassbereich verantwortlich.

Er war beispielsweise einer der ersten Bassbauer, der seine Instrumente standardmäßig mit aufwändigen Dreiband-Elektroniken und extralangen 91,5- Mensuren ausgestattet hat. Zudem hält der Zupfinstrumentenmachermeister ein Patent auf das sogenannte CNF-System zur Fixierung des Halses ohne sichtbare Schrauben. Seit 2010 wird der in der Nähe von Hanau ansässige Betrieb von Andy Schacks Sohn Nico geleitet, der uns für diesen bonedo-Test freundlicherweise einen atemberaubend schönen fünfsaitigen Schack Unique zur Verfügung gestellt hat.

Details

Das Modell Unique war schon in den 90er-Jahren Bestandteil des Schack-Portfolios und darf daher als Klassiker der renommierten deutschen Edelbassschmiede bezeichnet werden. Geschwungene Linien zeichnen den schlanken und kompakten Korpus aus, deutliche Shapings an der oberen Korpushälfte und abgerundete Kanten ringsum sorgen bei dem eleganten Fünfsaiter für eine hervorragende Ergonomie. Für den Korpus hat Nico Schack ein wunderschön gemasertes Stück Esche (flamed ash) gewählt und darauf - abgesetzt durch ein dunkles Furnier - die spektakuläre Bubinga-Decke (spalted/quilted bubinga) geleimt. Die Maserung der Decke ist wirklich umwerfend und beschert dem Unique V einen sehr exotischen und ungeheuer eleganten Look. Die Hölzer, welche Nico Schack für die Halskonstruktion verwendet hat, sind optisch allerdings nicht minder attraktiv und ergänzen den speziellen Look des Instrumentes wirklich vortrefflich. Das einteilige Profil besteht aus dezent geflammtem Ahorn, und für das Griffbrett kommt dunkles Ebenholz mit hellbraunen Farbverläufen in den hohen Lagen zum Einsatz.

Als wäre diese Holzkomposition nicht so schon spektakulär genug, ziert zusätzlich eine Umfassung aus Bubinga das wild gemaserte Ebenholzgriffbrett. Das sind unterm Strich alles wunderschöne Hölzer, die mit sehr viel Geschmack ausgewählt und handwerklich auf höchstem Niveau verarbeitet wurden. Alle Daumen hoch für die atemberaubende Optik dieses außergewöhnlichen Nobelbasses!

Aber kommen wir doch zurück zu den nüchternen Fakten und weiteren Konstruktionsmerkmalen des Unique-Halses. Im Griffbrett sitzen 24 Bünde und ein Nullbund, auf dem die Saiten aufliegen - der Ebenholzsattel dient also nur zur Saitenführung. Die kompakte Kopfplatte ist leicht nach hinten abgewinkelt und wurde für einen einheitlichen Look mit einem abermals wild gemaserten Bubinga-Aufleimer versehen. Unmittelbar vor dem Sattel finden wir außerdem - selbstverständlich unter einer Bubinga-Holzabdeckung - den Zugang zum Halsspannstab.

Apropos: Wer die Fotos von der Rückseite des Unique V aufmerksam betrachtet, wird feststellen, dass dieser Bass einerseits keinen durchgehenden Hals besitzt, andererseits aber auch keine Befestigungssschrauben zu sehen sind. Richtig erkannt, denn der Hals wird mithilfe des patentierten Schack CNF-System (covered neck fixing) bombenfest in der richtigen Position gehalten. Vereinfacht gesagt wird der Hals beim CNF-System mittels zweier Messingblöcke einfach eingehakt und die Saitenspannung sorgt im Grunde für die feste Verbindung mit dem Korpus. Zusätzlich wird der Hals mit einem im Korpus versenkten Bolzen verspannt, der von der Ausfräsung des Halstonabnehmers zugänglich ist. Die Vorteile dieser Konstruktion liegen auf der Hand - der Korpus kann am Halsansatz deutlich ergonomischer geshaped werden als bei einer herkömmlichen Schraubhalskonstruktion, und der Bass verfügt über eine schnelle, attackstarke Ansprache, von der auch die hervorragende H-Saite nicht ausgenommen ist. Davon abgesehen sieht die Rückseite des Unique-Fünsaiters ohne Schrauben einfach total schick aus.

Beim Thema Hardware setzt Schack auf Produkte von renommierten deutschen Firmen. Die gekapselten, leicht versenkt montierten Stimmmechaniken stammen von Schaller und arbeiten gewohnt zuverlässig, die zweiteilige Brücke mit separat in den Korpus eingelassen Hülsen für die Saitenenden und die Potiknöpfe bezieht Schack von ETS. Die solide ETS-Stegkonstruktion lässt sich sehr komfortabel für die Intonation und die Saitenlage justieren, bei Bedarf kann sogar der werksseitig auf 19 mm eingestellte Saitenabstand verändert werden.

Für die Tonübertragung sorgen bei meinem Testkandidaten Eigenentwicklungen aus dem Hause Schack. Hierbei kommen zwei Basstec SB-50 Soapbar-Tonabnehmer zum Einsatz. Von den Basstecs wird das Signal an die aufwändige Schack BC-3P-Elektronik weitergeleitet, welche das Cockpit des Unique V mit Reglern für die Lautstärke, die Tonabnehmerbalance und die semiparametrische Dreiband-Klangregelung mit Bässen, Mitten und Höhen ausstattet. Die Schack BC-3P hält außerdem für jedes EQ-Band eine Reihe von Eckfrequenzen bereit, die mit kleinen DIP-Schaltern im Elektronikfach je nach gewünschter Klangfarbe konfiguriert werden können. Das Mittenmodul bietet sogar einige Einstellungen, welche die Filtergüte (Q-Faktor) des EQs beeinflussen. Mit derart umfassenden Anpassungsmöglichkeiten zählt der Schack BC-3P-Preamp sicherlich zu den flexibelsten Bass-Elektroniken am Markt, erfordert dafür aber auch eine gewisse Einarbeitungszeit für Bassisten, die sein Potenzial voll ausschöpfen wollen. Die ausführliche und logische Dokumentation, die jedem Bass von Schack beiliegt, ist dabei wirklich sehr hilfreich!

Gespeist wird der hochwertige Preamp von zwei handelsüblichen 9-Volt-Batterien, die in einem separaten Fach auf der Rückseite des Basses unterbracht sind. Die Abdeckungen für das Batterie- und das Elektronikfach wurden übrigens aus dem besagten spektakulär gemaserten Bubingaholz der Decke gefertigt und werden nur mithilfe kleiner Magnete in ihrer Position gehalten.

Noch mehr als diese Detailverliebtheit begeistert mich allerdings die generell erstklassige Verarbeitungsqualität des ultra-eleganten Longscale-Fünfsaiters: Sämtliche Holzarbeiten wurden unglaublich präzise ausgeführt und die Hochglanzlackierung ist einfach tadellos. Der Bass versprüht aus jeder Holzpore allerhöchste Qualität!

1 / 3
.

Verwandte Artikel

Testmarathon Fender Jazz Bass

Der Fender Jazz Bass gehört zu den beliebtesten Designs am Basshimmel. Wir haben für euch diverse Modell-Varianten aus dem Hause der amerikanischen Traditionscompany getestet.

Epiphone Thunderbird Vintage Pro Test

Der Epiphone Vintage Pro ist eine gelungene Interpretation des Gibson-Urmodells. Im Test überrascht er mit cooler Optik, sehr guter Verarbeitung, überzeugenden Sounds und einem sehr erstaunlichen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Duesenberg Triton Test

Der Duesenberg Triton ist mit Abstand das flexibelste Bassmodell der Hannoveraner. Und ein Volltreffer in Sachen Design ist er obendrein. Alle Infos bei uns im Test!

Sire Marcus Miller V3 Test

Die als Vier- und Fünfsaiter erhältlichen V3-Modelle von Sire sind abermals deutlich günstiger als andere Modellreihen. Muss es da nicht zwangsläufig zu qualitativen Einbußen kommen? Wir gucken nach!

User Kommentare