Test
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13.03.2018

Sabian AA Raw Bell Promo Set Test

Becken-Set

Rohkost

Schonmal was von HH RBDR gehört? Das steht im Sabian Fan-Slang für Hand Hammered Raw Bell Dry Ride und bezeichnet eines der populärsten Rides im Programm der Beckenfirma aus Kanada. Die Kombination aus abgedrehter Beckenschulter und roh belassener Kuppe sieht nicht nur interessant aus, sie scheint auch klanglich zu funktionieren, besonders für Spieler, die es klar, präsent und nicht zu verwaschen mögen. Nach und nach hat Sabian das Konzept zunächst auf die Rides vieler weiterer Serien ausgeweitet, und seit einiger Zeit gibt es auch Crashes und Hi-Hats dieser Bauart, letztere bisher allerdings nur im AA Raw Bell Promo Set, welches wir heute ausführlich testen werden.

Die Typenkennung AA gibt es bei Sabian schon seit den Anfangstagen der Firma in den 80er Jahren. Heute werden die entsprechenden Modelle allerdings computergestützt gehämmert, ihre klangliche Ausrichtung ist tendenziell hell und sauber. Diese Eigenschaften werden auch dem Raw Bell Promo Set zugeschrieben, womit der Satz besonders für moderne Drummer geeignet sein soll, die sich auch in härteren Stilen oder lauterer Umgebung Gehör verschaffen möchten. Laut und schneidend allein reicht heutzutage allerdings nicht mehr, um Becken zu verkaufen. Sabian betont daher auch die „extreme Musikalität“ der einzelnen Raw Bell Modelle. Ob sie den Spagat überzeugend hinbekommen, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest. 

Details

„Raw Bell“ heißen alle, „Dry“ nur das Ride

Unser Testsatz besteht aus insgesamt fünf Becken, welche von Sabian „gematcht“, also im Werk so selektiert werden, dass sie besonders gut miteinander harmonieren. Bevor ich sie näher inspiziere, fällt mein Blick zunächst auf die Bezeichnungen. Während das 21 Zoll große Ride den Namenszusatz „Dry“ trägt, müssen die 16“ und 18“ Crashes sowie die 14“ Hats lediglich mit „Raw Bell“ auskommen. Rein optisch lassen sich keine Rückschlüsse darauf ziehen, warum das Ride trockener klingen könnte als die anderen Modelle.  Mit Ausnahme der roh belassenen Kuppenober- und Unterseiten sind alle Modelle sowohl abgedreht als auch hochglanzpoliert, wodurch sich ein deutlicher optischer Kontrast ergibt. Auch bei der Hämmerung überwiegen die Gemeinsamkeiten, denn bei keinem Instrument gibt es auffällig tiefe oder unregelmäßige Hammermale, stattdessen kommt überall eine feine, gleichmäßige Bearbeitung zum Einsatz. Bei der genaueren Inspektion der einzelnen Becken treten jedoch deutliche Unterschiede zutage. 

Das Ride und die Hats fallen in die schwerere Kategorie

Der Kern jedes Beckensatzes besteht aus dem Ride und der Hi-Hat, welche im Falle der AA Raw Bells sehr klassisch daher kommen. Schon beim Anheben fällt das stattliche Gewicht aller drei Becken auf, und die Waage bestätigt den Eindruck. 1025 und 1400 Gramm wiegen die Hats, womit sie sich im Medium-Heavy-Bereich befinden. Das Ride dürfte sich für Freunde leiser und softer Beckentöne ebenfalls schon durch seine Masse disqualifizieren, die liegt nämlich bei soliden 3300 Gramm, was selbst für ein 21“ Ride ein immenses Gewicht darstellt. Beim Abdrehmuster zeigen beide Modelle die gleichen, leicht unregelmäßig gesetzten Ringe, welche die meisten Drummer von klassischen Modellen wie beispielsweise den Zildjian A Becken kennen. Deutlich ausgeformt und relativ groß erheben sich die schwärzlich-goldenen Kuppen aus der Beckenmitte, auf eine Hämmerung oder einen Abdrehprozess müssen sie verzichten. 

Typisch Sabian: große Kuppen bei den Crash-Becken

Obwohl auch AA draufsteht, sind die Raw Bell Crashes anders konzipiert als Ride und Hats. Es beginnt bei den überproportional großen Kuppen, welche für eine erhöhte Präsenz und Durchsetzungsfähigkeit sorgen sollen. Überproportional bedeutet konkret, dass die Kuppe des 16ers so groß ist wie die des Rides, jene des 18ers ist nochmal deutlich größer. Bei der Anatomie der Crashes enden die Unterschiede zu den beiden anderen Modellen aber noch nicht, denn auch die Hämmerung und das Abdrehmuster sind anders gestaltet. Sie erinnern mich stark an die AAX-Modelle, wie diese haben sie ein sehr enges, flach gesetztes Abdrehmuster und eine regelmäßige, sehr feine Hämmerung. Wer die verschiedenen Serien vergleicht, könnte sich fragen, warum Sabian nun ausgerechnet diese Crashes Raw Bell nennt, denn auch die AAX und HHX Modelle sind zumindest optisch fast identisch ausgelegt. Mit knapp 1000 und 1365 Gramm fallen die Crash-Becken recht dünn aus. Die Verarbeitung aller Becken ist insgesamt sauber und mängelfrei. 

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