Test
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27.05.2020

Praxis

Anschließen und loslegen

In Ermangelung eines Thunderbolt 3-Anschlusses habe ich in meinem Test-Setup einen bi-direktionalen Thunderbolt 3 auf Thunderbolt 2 Adapter benutzt, um das Presonus Quantum 2626 an ein MacBook Pro anzuschließen. Das scheint dem Quantum jedoch nichts auszumachen, denn die beworbene Latenz von weniger als einer Millisekunde wird bei einer Abtastrate von 192 kHz tatsächlich noch knapp unterboten. Aber auch bei 44.1 kHz und 32 Samples Buffer ergibt sich eine Latenz von nur 2,72 ms. Zur Einordnung: Ein UAD Apollo Twin Thunderbolt kommt fast auf die doppelte Latenz am selben System bei gleichen Einstellungen. Den ein oder anderen mag es stören, dass das Quantum 2626 kein Direct-Monitoring an Bord hat, aber Software-Monitoring macht mit so geringen Latenzen durchaus Spaß.

Klang

Im Klangbeispiel ist eine Gitarrenaufnahme zu hören, die auf verschiedene Arten den Charakter des Quantum 2626 darstellen soll. Im Test-Setup habe ich eine halb-akustische Gretsch per DI direkt in die DAW aufgenommen. Das gleiche Signal wurde über den Preamp-Out am Quantum abgepasst und in einen Orange Tiny Terror geführt, den ich mit einem dynamischen Mikrofon abgenommen habe. Schließlich habe ich die Gitarre auch noch akustisch mit einem Stereo-Kondensator-Pärchen abgenommen. Das Presonus Quantum 2626 macht klanglich einen guten Eindruck. Die Preamps klingen neutral und lösen detailliert auf. Die maximale Verstärkung liegt bei 60 dB, was für die meisten Anwendungen reicht. Bei gain-hungrigen Mikrofonen wie etwa einem Shure SM7B oder leisen Signalen kann man jedoch schon mal an die Grenzen der Vorverstärker stoßen. So ist bei der akustischen Aufnahme der gezupften Gitarre am Anfang das Eigenrauschen der Preamps vernehmbar. Der Instrumenteingang klingt präzise und bildet die Feinheiten der gezupften Gitarre gut ab. Die AD-Wandlung übernimmt ein AK5558VN-Chip von AKM, während die DA-Wandlung vom Gegenstück AK4458VN durchgeführt wird. Sie klingen transparent und neigen nicht zum Färben. Auch der Dynamikumfang der Wandler von 115 dB kann sich sehen lassen.

Die beiden Kopfhörerausgänge klingen sauber mit leichtem Hang zur Höhenlastigkeit und haben wirklich sehr hohe Leistungsreserven. Das Quantum 2626 bringt ohne Probleme auch hochohmige Studio-Kopfhörer auf ohrenbetäubende Lautstärke. Leider ist die Quelle beider Kopfhörerausgänge nicht wählbar, sodass beide Kopfhörer ihr Signal aus dem Monitor-Output-Kanal beziehen. Möchte man zum Beispiel auf die Monitoring-Wünsche eines Sängers eingehen, muss man also direkt in den Haupt-Mix eingreifen. Schöner wäre es, einen Kopfhörermix in der DAW auf einem separaten Kanal machen zu können, wenn es schon keine zwei getrennten Kopfhörerkanäle gibt.

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