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13.12.2017

PMC result6 Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Ein britischer Roadster

PMC – the Professional Monitor Company – ist eine gemütliche Firma aus England, deren in Handarbeit gefertigte Treiber und Speaker durchaus in den Topstudios der Welt bekannt sind. Den Laien mag das nicht so vorkommen, da PMC bisher eher auf Mundpropaganda setzte. Ganz im Gegensatz zu manch anderer Firma von der Insel, die mit fetten Marketingbudgets und bezahlten Testimonials künstliche Hypes generiert.

Wie dem auch sei, die bekanntesten Monitore aus dem Hause PMC dürften IB1 und MB3 sein. Beides sind mächtige Trümmer von Lautsprechern und sowohl aktiv als auch passiv sowie in diversen Zwischenstadien erhältlich. Wer richtig Bauklötze staunen möchte, schaut sich indes mal die „QB1 XBD-A“ an. Ja, und wie man lesen kann, haben bei PMC „schöne“ Produktbezeichnungen durchaus einen hohen Stellenwert.

Kleinere Lautsprecher hingegen waren eher nicht das Ding von PMC, bis vor ein paar Jahren twotwo.5, twotwo.6 und twotwo.8 vorgestellt wurden. Um es kurz zu machen: Das Preis-Leistungs-Verhältnis gepaart mit einem durchaus als ungünstig zu bezeichnenden Pfundkurs sorgten nicht gerade für Jubelstürme auf dem Festland. Was vermag der result6?

Details

Aktiver ATL-Nahfeldmonitor

Der PMC result6 ist ein aktiver 2-Wege-Nahfeldmonitor ohne viel Schnickschnack und „made in England“. Wie bei allen PMCs wird auch hier auf das ATL-Prinzip gesetzt, was kurz für Advanced Transmission Line steht. Der result6 wird als „matched pair“ gehandelt, das Pärchen kostet etwa 2850 Euro und stellt laut Hersteller „an introduction to PMC and ATL“ dar.

Advanced Transmission Line 

Das ATL-Prinzip ist in der Theorie recht simpel und dem Bassreflex gar nicht so unähnlich. Es handelt sich um einen Tunnel, welcher durch geschicktes Verschachteln des Gehäuses recht lang wird und an die Treiber ankoppelt. Zur Impedanz-Anpassung werden außerdem spezielle Dämmstoffe in diesen eingebracht, sodass dieser fast wie ein eigener Treiber arbeitet. Das alles soll in der Summe helfen, tiefe, knackige Bässe zu liefern und die Mitten nicht zu verfärben, sodass eine besondere Klarheit entsteht. Und wer will das nicht?

Bewährte Prinzipien

Das 2-Wege-Design setzt auf eine analoge Frequenzweiche, welche mit 24 dB/Oktave bei 2 kHz den 27mm-Soft-Dome-Tweeter vom 6,5-Zoll-Woofer trennt. Der ATL-Tunnel weist eine aktive Länge von 1,5 m auf und sein Ausgang befindet sich vorn. Die nachgeschalteten Amps arbeiten im Class-D-Mode und liefern 100 Watt und 65 Watt RMS. 

Der Übertragungsverlauf wurde mit 45 Hz bis 22 kHz beziffert, der maximale Peak SPL mit 112 dB/1 m. Weitergehende Angaben zum Abfall, zur Verzerrung oder Ähnliches fehlen komplett – absolut unprofessionell für „the Professional Monitor Company“, wie ich finde. Immerhin: Das Grau des HDF-Gehäuses wurde mit „RAL 7022“ äußerst genau beschrieben.

Hochwertiges Finish

Genug genörgelt. Die Verarbeitung ist dennoch „top notch“, sehr hübsch anzuschauen und generell hochwertig. Lediglich das geringe Gewicht bei einer Größe von 38,0 x 19,9 x 36,0 cm (H x B x T) irritiert mich ein wenig. Die Boxen sind ferner von zwei „Gummibändern“ umgeben, sodass man die result6 auf jede Seite stellen kann – ohne dass es Schrammen gibt, die Box verrutscht oder gar der Untergrund vibriert. Ein recht schickes Detail.

Der Hochtöner ist ferner von einer aufbrechenden Struktur umgeben, um den Sweetspot zu vergrößern und das Abstrahlverhalten zu verbessern. Daran mag sicherlich etwas dran sein, die Innovation steckt aber sicherlich eher im Marketing der sogenannten „D-Fins“.

Ebenfalls interessant: Das Fehlen jeglicher Raumfilter wird einem mit Simplicissimus verkauft. „There are no overly complex DSP-based user options or room profiles“ – ich sag es mal so: Wenn man „klug“ genug war, rund 3000 Euro für ein Paar Speaker anzuhäufen, dann wird einem ein Bass- und Höhenfilter sicherlich nicht übermäßig überfordern.

Karge Rückseite

Die Rückseite ist entsprechend übersichtlich gehalten: XLR-Eingang, Volumen-Poti, Hauptschalter und Kaltgeräte-Stromanschluss. Das Netzteil ist mit 100 bis 240 Volt kompatibel, sodass dem internationalen Einsatz nichts im Wege steht. Und das war es dann schon!

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