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Test
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05.09.2015

MOTU UltraLite AVB Test

AVB USB Audio Interface

The future is now!

Das MOTU Ultralite AVB im bonedo-Test: Mit Hilfe der AVB-Technik kann man Audio-und Videosignale unkompliziert via Netzwerkprotokoll übertragen, was den Vorteil hat, dass dies dezentral, über große Strecken und sehr günstig erfolgen kann. 

Ferner können Interfaces unkompliziert miteinander kaskadiert werden, was unter anderem den Vorteil bietet, dass entsprechende I/O-Lösungen bei wachsenden Bedarf mithalten können. Plant man also eine Studio-Expansion, muss man nicht alle alten Interfaces verkaufen, sondern kann einfach nur die fehlenden I/Os nachkaufen. 

MOTU bietet in dem Zusammenhang ein sehr klar strukturiertes Portfolio an 19-Zoll-Lösungen an, sodass man sich ein individuelles Interface-Setup zusammenstellen kann, ohne großartige Redundanzen befürchten zu müssen. Das MOTU Ultralite AVB hingegen ist das einzige ultra-portable Interface auf halber 19-Zoll Breite. 

Wir hatten schon das 112D mit seinen extrem vielen digitalen I/Os und Thunderbolt sowie das 24Ao im Test, welches wiederum 24 analoge Ausgänge bietet. Letzteres schafft in Kombination mit dem 24Ai ein analoges 24-In/24-Out Konzept für unter 2500 Euro, was auf diesem Qualitätsniveau schon ziemlich günstig ist. 

Details

AVB und USB Schnittstellen 

Das MOTU Ultralite AVB ist ein 24Bit/192kHz-USB-Audiointerface und eines der neusten Mitglieder in MOTUs AVB-Serie. Die Abkürzung AVB steht für „Audio Video Bridging“ und bezeichnet ein Verfahren zur Übertragung von Audio und Videosignalen via Ethernet. Mithilfe eines einfachen Netzwerkkabels können so Verbindungen von bis zu 100 Metern und Streams von bis zu 512 Audio-Kanälen realisiert werden.

Neben der konventionellen Datenverbindung mit USB 2.0 funktioniert AVB momentan allerdings nur auf dem Mac. Auf Windows Maschinen kann man lediglich zwei Interfaces mit einen Netzwerk-Kabel (Cat 5) miteinander verbinden und muss eines davon via USB anschließen, um dann beide unkompliziert und gemeinsam an einem Rechner benutzen zu können. 

18 Ein- und 18 Ausgänge

Das MOTU Ultralite AVB wird als 36-kanaliges 18-In/18-Out-Interface bezeichnet, wobei sich die Kanäle wie folgt dabei aufteilen: Acht I/Os entfallen auf die Lightpipe-Anschlüsse im ADAT-Betrieb bei 44,1 kHz. S/MUX-Betrieb mit bis zu 96 kHz, aber bei halbierter Kanalzahl ist über die optischen I/Os genaus möglich wie S/PDIF. 

Dazu gesellen sich auf der Rückseite acht symmetrische, analoge Outs auf TRS (6,3 mm Stereoklinke) sowie ein getrennt adressierbarer Kopfhörer-Ausgang auf der Front. In der Summe ergibt das zehn analoge Ausgänge, kombiniert mit den acht optischen Digital-Outs kommen wir so also auf die angegebenen 18 Ausgangs-Kanäle.

Ferner finden wir rückseitig noch MIDI-I/O, die USB-2.0- und die AVB-Ethernet-Buchse sowie den Anschluss für das mitgelieferte 100-240V-Netzteil. Auch stromversorgungstechnisch ist man für Reisen also bestens gerüstet.

Zwei Preamps und zwei Instrumenten-Eingänge

Eingangsseitig gibt es ebenfalls zehn analoge Kanäle zu vermelden. Diese teilen sich dabei wie folgt auf: Da wären zunächst die beiden Mic-Preamps inklusive Phantomspannung, Phasenumkehr und Pad-Schaltung, welche mit einem maximalen Gain von bis zu 56 dB ausgestattet sind. Sie verfügen beide über XLR-Anschlüsse, wobei sich der von Kanal 2 auf der Rückseite und der des ersten Preamps auf der Front befindet. 

Vorderseitig stehen außerdem zwei Instrumenten-Eingängen bereit, die ebenfalls über eine Phasendrehung verfügen. Zu diesen insgesamt vier „Preamp“-Inputs gesellen sich dann noch sechs weitere Line-Ins auf der Rückseite (TRS). In der Summe ergibt auch das zehn, mit den maximal acht ADAT-Channels sind das in der Summe 18.

Davon ausgenommen sind nur die AVB-Streams, wobei hier seit dem neusten Firmware-Update drei Streams in jede Richtung verwaltet werden können. Konkret bedeutet das: 24 Audio-Kanäle rein und 24 Kanäle raus! Über die USB-Strippe können wiederum insgesamt maximal 64 Kanäle (bis 48 kHz) übertragen werden, bei 192 kHz sind es 24 Kanäle in jede Richtung. In beiden Fällen und für die vorhanden, physischen Anschlüsse ist das mehr als ausreichend. 

Großes Display und Hardware-Bedienmöglichkeiten

Neben dem blau-beleuchteten 128 x 48 Pixel LCD-Display finden wir fünf Push-Encoder, wobei die zwei dem Display nächstgelegenen für die Mic-Gains gedacht sind. Ihre Push-Befehle öffnen und bedienen aber außerdem noch das Menü. 

Ein weiterer Encoder ist für die Lautstärkenregelung vorgesehen und toggelt mit dem Push-Befehl zwischen Mains-Out und Headphones. Die anderen beiden Encoder bedienen das Gain der Instrumenten-Eingänge sowie – mit ihrer Sekundär-Funktion – die Meter-Umschaltung des Displays und den Hauptschalter. 

Die beiden Mic-Preamps besitzen außerdem dedizierte und beleuchtete Gummi-Taster für das Pad- und die 48-Volt-Phantomspeisung. Die Vordämpfung reagiert auf das Ein- und Ausschalten mit einem dezenten Relais-Klacken. Man sieht dem Ultralite AVB förmlich die langjährige Erfahrung von MOTU im Bedienkonzept an, denn alle wirklich wichtigen Funktionen haben ihren „eigenen“ Regler spendiert bekommen, statt in kryptischen Untermenüs versteckt zu sein. Sehr gut gemacht!

So viel zu den offensichtlichen „Oberflächlichkeiten“, welche hochwertig und einwandfrei in einem schwarzen Kunstoff/Metall-Gehäuse auf 9,5 Zoll und 1 HE untergebracht worden sind. Der kleine Kasten wiegt übrigens ohne Netzteil 1,25 kg und ist allein deshalb gut reisetauglich. Natürlich ginge es auch kleiner, dann aber mit deutlich weniger Anschlüssen oder mit einer nervigen Peitsche, versteht sich.

Lieferumfang und Software

Der Lieferumfang umfasst ist ein gedrucktes, englisches Handbuch, eine DVD mit allen Handbüchern und Treibern, ein USB-Kabel, das Netzteil sowie Half-Rack-Ohren, um zwei halbe 19“-Geräte im Rack verstauen zu können. Die DAW Audiodesk 4.0 für Windows und Mac muss man sich indes herunterladen.

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