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Test
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20.12.2016

Mackie Thump 12, 15 und 18S Test

Aktivboxen und Subwoofer

Daumen hoch?

Mackie erfreut uns seit Jahrzenten mit frischen Konzepten und praxistauglichen Gerätschaften und auch diesmal darf man gespannt sein, wie sich Mackies neue Thump-Serie schlägt. Der Wettbewerb unter den günstigen, aktiven PA-Boxen ist bekanntlich knallhart. Es braucht handfeste Argumente, um die Kunden zu überzeugen. Ob die Topteile Thump 12 und 15 zusammen mit dem Thump 18S Sub einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen?

Details

Das fängt ja gut an: UPS hat die Lieferung in der Einfahrt des Autors abgestellt. Für einen ersten Test sollen die Kandidaten nun ins Lager. Der Karton des Thump 18S passt jedoch nicht in den Kombi. Erst als der Subwoofer von der Umverpackung befreit ist, kann es losgehen. Dabei fallen zwei Dinge gleich positiv auf: Der Subwoofer ist für ein Bandpass-Konstrukt samt 18-Zoll-Treiber und Aktivelektronik mit 37 Kilo überraschend leicht. Zudem sind die Abmessungen erstaunlich kompakt. Der Karton besitzt nur deshalb so absurde Abmessungen, weil der Tieftöner mit dicken Schaumstoffpolstern gegen alle Gemeinheiten gewappnet wurde. Wirklich groß ist dagegen die Thump 15, kompakter kommt die Thump 12 daher, die bevorzugte Partnerin des Thump 18S. Doch zunächst zum Tieftöner.

Thump 18S

Die durchgängige Holzfront des Thump 18S verrät die Bandpass-Konstruktion. Diese besitzt, vereinfacht ausgedrückt, einen höheren Wirkungsgrad als ein Bassreflex-Woofer, schwingt dafür etwas länger aus, was zu Abstrichen bei der klanglichen Definition führen kann. Das werden wir im Praxisteil genauer untersuchen.

Jedenfalls wurde das Holzgehäuse des Subwoofers ordentlich geschreinert und sauber mit schwarzem Strukturlack versehen. Der Bass besitzt nur zwei Griffe, lässt sich aber aufgrund des moderaten Gewichts gut durch die Gegend wuchten. Einzelkämpfer vermissen dennoch die Option, auf der Rückseite Transportrollen anbringen zu können. Bei längeren Transportwegen gehört also ein Rollbrett ins Gepäck. Auf der Gehäuseoberseite befindet sich der obligatorische Hochständerflansch, zwar in der Metallausführung, aber leider ohne M20-Mutter zum Einschrauben einer Distanzstange.   Thump_2

Die Vorderseite ziert das bekannte Running-Man-Logo, eine darüber befindliche LED kündet von Netzversorgung. Somit kann der Tontechniker bereits von weitem sehen, ob das Netzkabel noch Kontakt zur Kaltgerätebuchse besitzt. Leider wurde auf Netzkabel mit fester Verbindung (PowerCon oder Volex) verzichtet, was allerdings in dieser Preisklasse üblich ist. Wer sich daran stört, kann nach einem verriegelbaren Kaltgerätekabel Ausschau halten (z. B. Thomann Artikelnummer 377042).

Bei den Anschlussmöglichkeiten ist Mackie spendabler. Alle Ein- und Ausgänge befinden sich auf der Rückseite. Die Aktivelektronik ist zum Schutz von Potis und Tastern versenkt angebracht und kommt ohne aktive Lüftung aus. Nicht einmal Luftschlitze sind zu entdecken, ein Vorteil im ewig währenden Kampf gegen Regen und Flugbier. Neben der Kaltgerätebuchse samt Netzschalter notieren wir zwei XLR-Eingänge und vier XLR-Ausgänge. Ein Thump 18S kann bei Bedarf also zwei Topteile mit einem Stereosignal versorgen. Klasse Sache! Fällt der Gig kleiner aus, bleibt einfach ein Subwoofer zu Hause.

Für das Andocken weiterer Boxen gibt es zwei Optionen. Der Fullrange-Ausgang gibt das Eingangssignal des Subwoofers unverändert weiter und empfiehlt sich für den Anschluss weiterer Subs. Der High-Pass-Out dagegen füttert nachgeschaltete Topteile mit einem bassbereinigten Signal. Schön, dass der Thump 18S beides ermöglicht.

Die weiteren Bedienelemente sind schnell aufgezählt. Das Volume-Poti hat einen Regelbereich von +/- 6 dB, per Taster wird die Polarität gewechselt und zwei LEDs (Power und Clip) geben Rückmeldung über den Betriebszustand.

Thump 12 & 15

Die mit einem 15-Zöller bestückte Thump 15 ist deutlich größerer als die kleine Schwester Thump 12. Da beide Boxen ein Kunststoffgehäuse besitzen, fällt das Gewicht sensationell gering aus. Mit 15 bzw. 13 Kilogramm zählen sie zu den Leichtgewichten ihrer Klasse.

Trotz symmetrischer Gehäuse lassen sich die Topteile als Floor-Monitor einsetzen. Der Winkel ist dann zwar etwas steil, liefert mit etwas Abstand zur Box dennoch gute Ergebnisse. Zudem besitzt jede Box drei Griffe (links, rechts und oben), sodass es fürs Handling Bestnoten gibt. Ebenfalls ungewöhnlich in dieser Preisklasse ist die ordentliche Verarbeitung der Gehäuse: Es sind keine Überreste oder scharfe Kanten vom Spritzguss sichtbar, alle Kanten und Übergänge sind passgenau.

Ein stabiles Lautsprechergitter schützt die Tieftöner, während das ins Gehäuse geformte Hochtonhoch freie Sicht auf den Auslass des Hochtöners erlaubt. Das ist nur bedingt trendy, denn bei vielen aktuellen Kunststoffboxen ist die Front mit einem durchgängigen Gitter versehen, das den Hochtöner besser vor Umwelteinflüssen bewahrt. Gute Standfestigkeit garantieren die vier Füße auf der Gehäuseunterseite, per Hochständerflansch aus Metall kann die Box souverän auf einer Distanzstage oder einem Lautsprecherstativ in die Luft gehen.

Werfen wir einen Blick auf die Rückseite. Im Gegensatz zum Subwoofer benötigen die Aktivmodule der Tops zwei Lüftungsschlitze. Somit ist bei Regen etwas Obacht geboten. Kaltgerätebuchse samt Netzschalter, Clip- und Power-LED gibt es auch bei den Topteilen. Der Autor notiert ferner eine Combo-Buchse (XLR/Klinke) für den Eingang und eine XLR-Buchse, um das Eingangssignal unverändert durchzuschleifen.

Human DSP

Mackie spendierte den Tops außerdem einen dreibandigen Equalizer. Für Bass und Höhen gibt es je ein Festfilter (80 Hz, 12 kHz mit +/- 6 dB), das Mittenband ist durchstimmbar (100 Hz – 8 kHz, +/- 6 dB). Damit lässt sich die Box rasch entsprechend der Situation anpassen. Bei hochpreisigen Boxen übernimmt das in der Regel ein DSP per Preset. Auf der Rückseite gibt es aber immerhin Vorschläge für passende EQ-Einstellungen je nach Einsatzgebiet.

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