Test
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23.09.2020

Praxis

Keine Brise in der Krise. Nicht ganz zutreffend, wenn man wie der Autor einen Schlüssel zu einem Rockclub in den Händen hält, in dem man problemlos die Kandidaten für ein Festival des Hosenflatterns aufspielen lassen kann. Vom hauseigenem Midas M32 gebe ich Pink Noise auf die SRM 212 und 215 und lasse diese eine halbe Stunde unter Volllast vor sich hin tönen, während ich mir eine Cola im Biergarten des Venues gönne. Zurück im Venue ist das Getöse noch im vollen Gange, bis ich den Mute-Taster am Pult drücke. Die Limiter und Schutzschalter scheinen demnach zu funktionieren. Das Ampmodul ist zudem nur etwas mehr als handwarm, somit weiß das Kühlkonzept ebenfalls zu überzeugen.

Für die Klang-Evaluierung greife ich auf den bewährten Mix aus Zuspielermusik, virtuellem Soundcheck und auf ein Shure SM58 zurück. Zwei Dinge fallen mir sofort auf: Dank der großen Gehäuse spielen die SRM-V-Class-Topteile tatsächlich tief. Somit muss für die kleine Party nicht zwingend ein zusätzlicher Subwoofer Händchen halten.

Die SRM 215 spielt nicht wesentlich tiefer als ihre kleine Schwester, klingt aber etwas voluminöser, weshalb sie sich für DJ-Sets anbietet. In puncto Livemusik würde ich eher zur SRM 212 greifen, diese klingt für mich einen Tick griffiger in den Mitten. Gut gefällt mir der unaufdringliche Sound der Hochtöner. Das Polymermaterial macht sich positiv bemerkbar.

Ebenfalls auffällig ist die Tatsache, dass sich der Grundklang auch bei höheren Lautstärken kaum verändert. Hier sorgen der DSP und das FIR Filtering für entsprechende Korrekturen, was für den Anwender nur Vorteile mit sich bringt. Als Bodenmonitor können sich die Mackie-Konstrukte ebenfalls hören lassen. Mit dem passenden Monitor-Voicing und etwas Hilfe vom HPF Filter (100 Hz) ist der Monitorpegel auch ohne weitere EQ-Korrekturen laut genug, um sich gegen eine Backline durchsetzen zu können. Für die letzten drei, vier dB musste ich drei EQ-Punkte im Mischpult setzten, danach konnte ich die Boxen bis zur Clip-Grenze als Bühnenmonitor ausfahren.

Mit Hilfe der Voicings sind passende Grundeinstellungen für nahezu jede Anwendung schnell gefunden, was gerade für weniger erfahrene Anwender eine große Hilfe darstellen dürfte. Die verbaute Bluetooth-Schnittstelle zeigte sich über den gesamten Zeitraum als zuverlässig und stabil. Überraschend ist auch deren Reichweite, die deutlich größer ist als die sonst üblichen zehn Meter. Für einen sicheren Dauerbetrieb via Bluetooth sollte man jedoch stets auf eine direkte Sichtverbindung zwischen dem Streaming-Device und den Boxen achten.

Hut App!

Die SRM-Connect App ist kostenlos erhältlich und verbindet sich mit den SRM-Boxen via Bluetooth. Dabei kann man mit dem iPad oder Smartphone gleichzeitig über die Bluetooth-Verbindung die App zur Fernsteuerung verwenden und zudem Musik streamen. Beim Start der App überprüft die Software automatisch, ob vielleicht eine neue Version der App zur Verfügung steht und bietet dem Anwender eine automatische Update-Funktion. Bingo! Im Test wurde ebenfalls eine neue Firmware gefunden. Das Update ist einfach durchzuführen und selbsterklärend. Man sollte lediglich darauf achten, das Smartphone in den Flugmodus zu versetzten und dass der automatische Sperrbildschirm während des Updates deaktiviert ist, da ansonsten das Update nicht durchläuft. Der Rest erledigt sich von allein.

Die App selbst verfügt im Grunde über alle Funktionen des Onboard-DSPs und ist sehr komfortabel bedienbar. Möchte man beispielsweise zwei Boxen zu einem Stereosystem als Bluetooth-Pair verbinden, ist das über die App problemlos möglich. Dabei kann man sogar pro Box eine unterschiedliche Delay-Zeit einstellen, ideal für Mehrraumbeschallungen oder Installationen. Die App lässt sich sowohl horizontal als auch vertikal verwenden. Die folgenden Screenshots verdeutlichen die Bedienung, hier haben die App-Entwickler einen großartigen Job gemacht.

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