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08.06.2018

LD Systems U518 HHD Test

Drahtlosanlage mit Funkmikrofon

Überraschende Brillanz

Das LD Systems U518 HHD Drahtlosmikrofon-Set greift im unteren Preissegment an und möchte mit schickem Auftritt und solidem Auftritt die Aufmerksamkeit der Funksystem-Freunde gewinnen Wir testen für euch, wie überzeugend das gelingt.

Im Vorfeld des Tests sei gesagt, dass die deutsche Geräteschmiede LD Systems mittlerweile seit gut zehn Jahren aktiv ist. Wer es noch nicht wusste: Die Hessen gehören zum altbekannten Live-Equipment-Hersteller Adam Hall. Die in der Nähe von Frankfurt beheimatete Firma legt nicht nur großen Wert darauf, dass ihre Geräte für den durchschnittlichen Geldbeutel bezahlbar sind, sondern setzt auch auf ansprechendes Design. Dabei umfasst das Portfolio des Entwicklers mittlerweile die gesamte Palette der gängigen Beschallungsausstattung und reicht von Kopfhörern über PA-Endstufen, von Mischpulten über PA-Komplettsysteme, bis hin zu Drahtlosanlagen, von denen wir hiermit eine dem Praxis-Check unterziehen. Der Hersteller bringt also trotz seiner jungen Jahre ausreichend Erfahrung mit, um uns ein ausgereiftes Funksystem versprechen zu können und wir dürfen gespannt sein, wie sich der Testkandidat schlägt.

Details

Zum Lieferumfang des LD Systems U518 HDD gehören neben dem Funkmikrofon U518HT und dem stationären Empfänger U518R ein Kunststoffkoffer, ein Netzkabel und zwei BNC-Antennen. Auch ein Audiokabel ist mit an Bord. Für den sofortigen Einsatz des Handsenders liegen außerdem zwei AA-Batterien bei. Um sich eingehend mit den Geräten befassen zu können, ist auch eine Bedienungsanleitung dabei.

Empfänger U518UR

Die Empfangseinheit U518R hat mit 9,5 Zoll halbe Rack-Breite und ist 1 HE hoch. Das Gehäuse des größtenteils schwarzen Geräts ist aus Metall gefertigt und wird durch Streifen mit silberne Farbgebung mit einer eigenständigen Design-Note aufgepeppt. Dass der Ein/Aus-Schalter auf der Front angebracht ist, gefällt mir gut. Auch die Wahl eines gerasterten Drehknopfes mit Doppelfunktion als Taster ist eine großartige Lösung. Trifft man doch bei zahlreichen Geräten auf zwei Auswahltasten und einen „Set“-Taster. Die Lösung von LD Systems stellt für mich aber die intuitivere Bedienung dar. Ein (wiederum gerastertes) Volume-Poti zum Anpassen der Ausgangslautstärke ist ebenfalls auf der Vorderseite untergebracht. In der Mitte der Front prangt das Hersteller-Logo. Unterhalb des Logos ist an zentraler Stelle die Infrarot-Schnittstelle des Senders untergebracht. Nicht zu vergessen ist, dass der U518R-Empfänger mit einem monochromen OLED-Display ausgestattet ist. Darauf werden der frei zu vergebende Gerätename, Funk- und Audiopegel sowie aktive Antenne, Funkgruppe, Funkkanal und Funkfrequenz angezeigt. Als Extra ist auch eine dreistellige Batterieanzeige für den mit dem Empfänger verbundenen Sender dabei.

Rückseitig finden sich zwei BNC-Anschlüsse für die mitgelieferten Antennen. Neben einem symmetrischen XLR-Ausgang be sich hier zusätzlich auch ein unsymmetrischer Ausgang in Form einer 6,35-Millimeter-Klinkenbuchse. Per nebenstehendem, vertieft angebrachten Knopf kann der Anwender wählen, ob das Signal dabei mit Instrumenten- oder Line-Pegel ausgegeben werden soll. Für die Stromversorgung ist außerdem eine 12V-Buchse am Start, die den Stecker des zugehörigen Netzteils aufnimmt.

Optional bieten LD Systems ein Rack-Kit inklusive BNC-Adapter für einen einzelnen Empfänger inklusive Frontmontage der Antennen an. Aber auch ein Rack-Kit für die Kombination zweier Empfänger ist erhältlich. Dann allerdings ohne frontseitige Unterbringung der Antennen.

Funkmikrofon U518HT

Auch das Design des Mikrofons U518HT kombiniert die Farbe Schwarz mit silbernen Applikationen. Die Form des Handhelds wirkt dabei durchgehend schlank und weist nur zum Kopfende hin eine Verjüngung auf, die Zeigefinger und Daumen Halt gibt. Der Antennenfortsatz des Senders ist rückseitig abgeschrägt, wodurch das Funkmikrofon weniger wuchtig wirkt. Unter dem abschraubbaren Wechselkopf des Mikrofons befinden sich ein Schiebeschalter für die Ein/Aus-Funktion, die Infrarotschnittstelle des Senders und dazwischen wiederum ein OLED-Display in monochromer Ausführung. Darauf werden neben der Senderbezeichnung / dem individuellen Gerätenamen auch Funkgruppe und Funkkanal angezeigt. Eine dreistellige Anzeige informiert zudem über den Energiezustand der eingelegten Batterien. Der Wechselkopf des U518HT ist solide aufgebaut, mit sauber geschnittenem Gewinde und einem umlaufenden Stabilisierungsring, der den kugelförmigen Drahtgeflechtkorb des Funkmikrofons vor Verformung schützen soll.

Eine kleine Besonderheit für eine Handheld-Funk-Kombination in dieser Preisklasse ist wie gesagt, dass die Kapseln des Funkmikrofons austauschbar sind. Neben der hier getesteten dynamisch arbeitenden Kapsel mit Nierencharakteristik sind optional auch Köpfe mit Hypernierencharakteristik erhältlich. Dabei stehen eine dynamische und eine Kondensator-Kapsel zur Wahl. Beide Mikrofonkopf-Varianten gibt es in Mattschwarz und mattem Silber. Wer also weniger seitliche Einstreuungen dulden möchte und/oder einen detailreicheren Klang bevorzugt, kann das Funkmikrofon entsprechend nachrüsten.

Technik & Daten

Der Hersteller stellt für das Set selbstverständlich auch technische Daten bereit, die ich hier noch kurz einordnen möchte. Der Einsatz von zwei Antennen macht bereits deutlich, dass das Funksystem mit True-Diversity-Technik arbeitet. Dabei werden jeweils zwei Funksignale parallel übertragen, wobei jedoch nur das stärkere Signal aktiv verarbeitet wird. Auf diese Weise wird die Zuverlässigkeit für eine unterbrechungsfreie Übertragung sichergestellt. Das Drahtlossystem stellt 8 Gruppen à 12 Kanäle (also insgesamt 96 Kanäle) bereit. Das ist wirklich ordentlich. Die Funkfrequenzen des Sets arbeiten im Bereich zwischen 1.785 und 1.800 MHz. Damit kann es nahezu europaweit kostenfrei betrieben werden. Einzig für die Nutzung in Italien muss eine Lizenz beantragt werden.

Das Funkmikrofon verarbeitet Frequenzen von 60 bis 16.000 Hz. Damit ist es zwar relativ schmal, aber für die Wandlung der menschlichen Stimme/Gesang absolut ausreichend aufgestellt. Für die Spannungsversorgung kommen wahlweise zwei 1,5V-Mignonzellen oder entsprechende Akkus zum Einsatz. Die Betriebsdauer liegt unter Verwendung von Alkali-Zellen bei über zehn Stunden und entspricht damit der typischen Betriebsdauer, die auch andere Funkmikrofone bieten. Beim Handheld-Sender handelt es sich mit 25,7 cm Länge und 5,1 cm Durchmesser um ein normal-schlankes Mikrofon, das trotz seines integrierten Funksenders aber recht kurz ist. Das Gewicht von kaum weniger als 300 g inklusive Batterien macht den Handsender zu einem Leichtgewicht. Die Empfangseinheit gehört mit 895 Gramm zu den schwereren Empfängern, ist aber dennoch alles andere als ein „Geräteziegel“.

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