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Test
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21.02.2016

HOFA 4U+ BlindTest 1.0.3 Test

Freeware Blindtest Tool

Augen zu und durch!

HOFA 4U+ BlindTest – Das Freeware-Plug-in im bonedo-Test: Beim Vergleich von Audiomaterial unvoreingenommen zu bleiben und ein objektives Urteil zur Klangqualität zu fällen ist nicht immer ganz einfach. Klingt das teure Plug-in vom etablierten Hersteller wirklich besser als eine Freeware-Variante? Verhilft der neue Boutique-Preamp der Stimme zu mehr „runder Wärme‟ als der Vorverstärker aus dem Audio-Interface? Oder welcher der Testmaster-Tracks klingt am besten? 

Oft sind die Unterschiede gering und die persönliche Wahrnehmung wird von äußeren Umständen wie der Bedienoberfläche, dem Kaufpreis oder dem Standing einer Marke beeinflusst. Der sicherste Weg, solche Faktoren auszuschließen, sind Blindtests, bei denen man die klanglichen Eigenschaften bewertet, ohne zu wissen, welche Spur man gerade hört. Mit dem HOFA 4U+ BlindTest lassen sich solche Tests unkompliziert innerhalb der DAW durchführen. Und weil so eine virtuelle Augenbinde eine tolle Sache ist, möchten wir euch das kostenlose Plug-in vorstellen.

Weitere kostenlose Effekte, Tools und Klangerzeuger findet ihr in unserem großen Freeware Software-Synths und Plug-ins-Special. 

Details

Allgemeines

Der HOFA 4U+ BlindTest ist als 32-Bit- und 64-Bit-Version im VST-, VST3-, AU-, AAX- und RTAS-Format erhältlich und läuft folglich unter allen gängigen DAWs. Zur Installation gibt man auf der Herstellerseite seine E-Mail-Adresse an, lädt den HOFA Plugins Manager herunter und richtet von dort aus die Software ein. Die Manager-Software kann ohne Installation verwendet werden und hinterlässt folglich keine größeren Spuren auf dem System.

Die offizielle Seite und einen Link zum Download findet ihr hier!

Die Freeware-Variante des 4U+ BlindTest ist auf den Vergleich von maximal drei Tracks beschränkt, was für die meisten Anwendungen ausreicht. Bei umfangreicheren Sessions kann man notfalls im K.O.-System vorgehen, die Vollversion für unbegrenzten Spurenvergleich ist aber mit knapp 40 Euro so günstig, dass ein Kauf durchaus lohnt.

Vorbereitungen

Der 4U+ BlindTest lässt sich trotz recht komplexer Architektur angenehm unkompliziert bedienen. Alle am Vergleich beteiligten Spuren werden zunächst mit einer Instanz des Plug-ins bestückt. Öffnet man darauf eine Instanz, werden dort alle Spuren angezeigt. In aktuellen Versionen von Cubase/Nuendo, Logic Pro X und Pro Tools werden sogar die Namen der Tracks automatisch übernommen. Startet man nun die Wiedergabe, hört man die ausgewählte Spur solo. Ideal, um sich vor dem eigentlichen Blindtest ein wenig warm zu hören.

Das schlanke PDF-Handbuch empfiehlt, die Spuren eines Projekts stumm zu schalten, die nicht in den Test einbezogen werden sollen. Dies gilt vor allem, wenn diese Spuren weitere Varianten des gleichen Materials enthalten. Sollte das nicht der Fall sein, kann es aber durchaus interessant sein, die zu vergleichenden Tracks im Kontext der ganzen Mischung zu hören.

Einzeltests und Test-Serien inklusive Statistik

Der eigentliche Spaß fängt an, wenn man den Blindtest startet. Die Tracks werden durcheinander gewürfelt und die Namen nicht mehr angezeigt. Bei laufender Wiedergabe (am besten im Loop) kann man nun zwischen den verschiedenen Versionen hin und her schalten, Notizen machen und Ratings vergeben. Entscheidend ist, dass während des Blindtests Mixer und sonstige Pegelanzeigen verdeckt sind, da diese nach wie vor anzeigen, welcher Track gerade wiedergegeben wird. Die frei skalierbare Benutzeroberfläche des Plug-ins ist in diesem Fall sehr hilfreich, da sie so bei Bedarf den kompletten Bildschirm abdeckt. Über die beiden Size-Buttons links oben merkt sich der 4U+ BlindTest sogar zwei verschiedene Fenstergrößen und erlaubt das Hin- und Herschalten.

Wenn ein einzelner Test nicht reicht, lassen sich auch Serientests durchführen. Anhand der abschließenden Statistiken kann der Anwender dann sicherstellen, dass er sich sich die Ergebnisse bei einem einzelnen Test nicht nur eingebildet hat. In diesem Modus wäre ein einfacher Auswahldialog im Sinne eines Frage-Antwort-Spiels (Um welchen Track handelt es sich?) eine tolle Ergänzung. Mit Rating und Notizen, die für jeden Durchlauf separat gespeichert werden, kommt man aber natürlich auch zurecht.

Die Sache mit der Lautstärke

Für Blindtests ist essentiell, dass die Lautstärken der einzelnen Tracks identisch sind. Lauter klingt bekanntlich immer besser und schon ein geringer Pegelunterschied kann für Fehlurteile sorgen. Aber auch daran haben die Leute von HOFA gedacht und dem 4U+ BlindTest ein Feature zum Ausgleich von Pegelunterschieden verpasst. Vor allem der EBU-Modus, in dem die Signale nicht an ihren Spitzenpegeln, sondern an ihrer durchschnittlichen Lautheit gemessen werden, ist extrem nützlich. In diesem Fall läuft das Angleichen nach einer kurzen Analyse sogar automatisch. Wer so einen plattkomprimierten Mix und eine etwas ziviler bearbeitete Version gegenüberstellt, wird sehr erhellende Momente erleben.

Fazit

Anwender, die mehr als nur ein Plug-in für jeweils eine Aufgabe auf der Platte haben und ihre Werkzeuge ernsthaft kennen lernen wollen, bekommen mit dem HOFA 4U+ BlindTest ein wirkungsvolles Werkzeug, ein Must-have sozusagen. Wer direkt loslegen will, kann übrigens einen Blick auf den Artikel Pick A Preamp werfen, die Files herunterladen und eine ausgedehnte Blindtest-Session starten.

  • PRO
  • Intuitives und wirksames Tool

  • Detaillierte Rating-Statistik bei Test-Serien

  • Automatische Kompensation der Lautheit

  • Skalierbare Benutzeroberfläche

  • CONTRA
  • kein Contra
  • Preis
  • Freeware-Version mit Einschränkung (maximal drei Tracks): Kostenlos

  • Vollversion ohne Einschränkung: EUR 39,90

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