Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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05.04.2021

Praxis

Swamp Ash wird gemeinhin nachgesagt, eine leichte Holzart zu sein. Dies bestätigt sich im Falle unserer Testgitarre allerdings nicht, da sie für ein S-Style-Modell mit 3,8 kg recht schwer ausfällt. Die Tendenz mancher Les Paul, mit ihrem hohen Gewicht vom Bein zu rutschen, muss man aber dennoch nicht fürchten. Zudem hängt die Harley Benton ST-90SA sehr ausgewogen am Gurt. Ein Highlight stellt für mich der Hals dar, der mit seiner matten Lackierung sehr angenehm in der Hand liegt. Darüber hinaus fällt das C-Profil des Halses weder zu dünn noch zu dick aus und bleibt so beim Spielen im positiven Sinne unauffällig. Weiterhin erweisen sich nicht nur die Bundkanten als tadellos gearbeitet, sondern auch die Bünde selbst wurden weitestgehend sauber poliert, was ich mir bei manch anderer Gitarre mit einem höheren Preis schon des Öfteren gewünscht habe. Wie erwähnt, wurde das Tremolo ab Werk freischwebend eingestellt und läuft butterweich. Möchte man die Gitarre in Stimmung halten, sollte man es allerdings nur für dezente Tonhöhenmodulationen einsetzen. Mit etwas Feinarbeit ließe sich das System aber beim Fachmann auch bestimmt noch optimieren. Ebenfalls ein wenig nachbessern könnte man außerdem die Saitenlage, die ein wenig zu hoch ausfällt.
Trocken angespielt klingt die Gitarre dann etwas matter, als ich es von so mancher Strat gewohnt bin. Deshalb wird es Zeit, sie in den Amp zu stöpseln. Dafür steht heute wieder ein Fender Silverface Bassman 50 bereit, dessen Signal über eine Universal Audio OX Box läuft und anschließend aufgezeichnet wird. Außerdem liegen diverse Overdrive-Pedale vor mir auf dem Teppich, die im späteren Verlauf des Tests ebenfalls zum Einsatz kommen werden.Wir starten mit einer Bestandsaufnahme der fünf Pickup-Einstellungen, beginnend mit dem Halstonabnehmer. Der Amp ist dabei völlig clean eingestellt.

Was ich hier zu hören bekomme, klingt erwartungsgemäß "stratig". Im Detail wirkt der Single-Coil am Hals etwas matt, gefällt mir aber dennoch auch im Zusammenspiel mit dem mittleren Tonabnehmer gut. In den weiteren Positionen könnte der Sound dann allerdings etwas mehr Substanz aufweisen und erscheint zudem recht hart im oberen Frequenzbereich. Allerdings kostet die ganze Gitarre weniger als ein Set guter Strat-Pickups, weshalb an dieser Stelle eine allzu kritische Betrachtung vermessen wäre. Gut arbeiten lässt sich mit den Klangfarben im Clean Channel auf jeden Fall, wie ihr in den folgenden Beispielen hören könnt.

Im Zusammenspiel mit verzerrten Sounds wirken sich die angesprochenen Defizite allerdings deutlicher aus, was sich in einem etwas glasigen Grundklang niederschlägt. Aber auch hier hängt es davon ab, wie viel Verzerrung man einsetzt. Positiv hervorzuheben ist, dass der Grad der Verzerrung über den Anschlag und das Volume-Poti recht gut gesteuert werden kann.

Für einen besseren Eindruck habe ich euch abschließend noch ein paar Beispiele mit unterschiedlichen Pickup-Einstellungen und Zerrgraden aufgenommen.

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