Bass Gitarre
Test
7
18.04.2018

Praxis

Der Micro Bass lässt sich im Sitzen sehr bequem spielen und präsentiert sich mit einer absolut tadellosen Einstellung ab Werk. Am Gurt neigt das Instrument aufgrund seines geringen Gewichts verständlicherweise etwas zur Kopflastigkeit, was aber für mein Empfinden kein wirkliches Problem darstellt. Zur leichten Bespielbarkeit tragen ohne Frage auch die Polymer-Saiten bei. Allerdings muss man bei dieser Saitenart auch ein paar Kompromisse eingehen.

So bleiben die Finger auf den Saiten deutlich stärker haften, was einem schon eine kleine Umgewöhnung abverlangt. Die G-Saite fühlt sich dabei übrigens etwas härter an als die anderen drei Saiten.

Möchte man den Bass mit einem Plektrum spielen, sorgt diese Eigenschaft dafür, dass das Plektrum quasi an der Saite kleben bleibt, womit diese Spieltechnik außen vor bleiben muss. Gewöhnen muss man sich außerdem an die Spannungseigenschaften der Saiten beim Stimmen: Hier braucht es nämlich deutlich mehr Umdrehungen an den Stimmwirbeln. Es dauerte nach dem Auspacken schon einige Zeit, bis sich die D- und G-Saite wirklich stimmstabil zeigten. Wie schon anfangs erwähnt, bietet der Hersteller aber auch andere Saiten für das Instrument an. Hier könnte also ein wenig Experimentieren Abhilfe schaffen.

Akustisch gespielt hat das Instrument in Sachen Lautstärke und Basswiedergabe naturgemäß natürlich Grenzen. Der Mini wirkt aber insgesamt recht knurrig und ausgewogen und sorgt daher auch schon ohne Hinzunahme des Pickups für Spielfreude.

Aber auch das Pickupsystem weiß zu gefallen und gibt sich in der Wiedergabe der einzelnen Saiten sehr ausgewogen. Schon in der Mittelstellung des EQs präsentiert der Pickup dabei ein ausgeprägtes Bassfundament. Einzig mit dem Treble-Poti sollte man sparsam umgehen - tatsächlich gefällt mir der Sound sogar mit komplett zugedrehtem Treble Poti am besten!

Im ersten Audiobeispiel hören wir das Instrument solistisch gespielt zunächst über ein Großmembran-Mikrofon vor dem Bass. Im Anschluss spiele ich die gleich Phrase nur über das Pickupsystem, bei dem das Treble-Poti komplett zugedreht ist. Abschließend gibt es dann beiden Quellen im Mix zu hören.

Durch das ausgeprägtere Bassfundament des Pickups glänzt dieses Fretless-Modell besonders im Mischverhältnis beider Quellen mit einem Sound, der an vielen Stellen tatsächlich leicht an einen Kontrabass erinnert. Sehr schön! Der eingebaute Tuner macht übrigens seinen Job souverän und schaltet das Gerät während des Stimmvorgangs stumm.

Richten wir nun unser Augen- und Ohrenmerk etwas genauer auf das Pickupsystem. Für das erste Beispiel bringe ich zunächst beide Potis in Mittelstellung.

In dieser Einstellung ist zumindest mit den Werkssaiten schon ein gewisses Knarzen in den Höhen zu vernehmen, das sich nicht unbedingt charmant auf das Gesamtsignal auswirkt. Dreht man das Treble-Poti noch weiter auf, bekommt das Signal gar einen etwas unschönen Charakter. Wie schon erwähnt, sagt mir der Sound mit komplett zugedrehtem Treble-Poti am meisten zu. Auch dazu noch einmal ein Hörbeispiel:

Hinsichtlich der tiefen Frequenzen hat man am EQ reichlich Reserven. Im folgenden Beispiel habe ich den Bassbereich zu 75% angehoben:

Abschließend möchte ich euch den Bass natürlich auch im Praxiskontext nicht vorenthalten. Wir hören dafür den kleinen Bass erneut über ein Mikrofon und den Pickup in einem etwas jazzigen Setting. Und im letzten Beispiel spiele ich das Instrument nur über den Pickup in einem groovigen Kontext.

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