Gitarre Hersteller_Friedman_Amplification
Test
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18.01.2018

Friedman Dirty Shirley Mini Test

Vollröhren-Combo

Vintage Brit-Rocker

Mit dem Friedman Dirty Shirley Mini Combo vergrößert die amerikanische Ampschmiede ihr Portfolio um eine weitere, allerdings abgespeckte Version der großen Dirty Shirley Topteil-Schwester. Dabei handelt es sich um einen Amp, dem prinzipiell ein Marshall JTM45 als Inspiration diente und der, anders als der Brown Eye, noch stärker im Classic Rock verwurzelt ist und damit eher Fans von Led Zeppelin, ZZ Top, aber auch frühen Van-Halen-Scheiben ansprechen soll.

War die Dirty Shirley seit geraumer Zeit auch als Minitopteil mit 20 Watt erhältlich, so legt Dave Friedman nun mit einer Combo-Lösung nach, die zum einen sehr handlich, aber auch einen Hauch erschwinglicher ist als die 40-Watt-Vollversion. Das Minitopteil war bereits Gegenstand eines bonedo-Tests, heute wollen wir uns die Combo-Variante zu Gemüte führen.

Details

Gehäuse/Optik

Die Optik des Dirty Shirley Mini ist hinsichtlich der Farbgebung natürlich der großen Schwester nachempfunden, kommt allerdings in einem rechteckigen, nahezu quadratischen Holzgehäuse mit den Maßen 39 x 42 x 24 cm und ist damit auch für Comboverhältnisse eher als handlich einzustufen. Das Gehäuse ist mit schwarzem Tolex bezogen, nur die Lautsprecherbespannung über dem Speaker verfügt über die typisch silber-schwarze Kolorierung. Im oberen Drittel befindet sich das Friedman-Logo im typisch Shirley'schen Bordeauxrot auf einem silbernen Plexipaneel. Die Oberseite ziert ein robuster, lederner Tragegriff, der die 13,6 kg Lebendgewicht mühelos und sicher transportieren lässt. Im hinteren Drittel wurde die Bedieneinheit als klassische Toploadervariante angebracht. Hier versammeln sich fünf robuste Potis, die Eingangsbuchse, ein Dreifach-Gainstage-Schalter und der Netzschalter.

Da das Gehäuse halboffen konzipiert wurde, gewährt es an der Rückseite Blicke auf den 1x10" Celestion G10 Greenback Speaker. Unterhalb der Bedieneinheit zeigen sich alle weiteren Anschlussmöglichkeiten, wie ein serieller Einschleifweg mit Send-und Return-Buchse und drei Speaker Outs (2x8 Ohm und 1x16 Ohm), wovon ein Ausgang bereits mit dem internen Speaker belegt ist. Die Sicherung und die Kaltgerätebuchse sind hier ebenfalls anzutreffen.

Wirft man einen Blick hinter die Amp-Einheit, zeigen sich in Reih und Glied die drei 12AX7 Vorstufen- und zwei EL84 Endstufenröhren aus dem Hause JJ, was nichts anderes bedeutet, als dass hier hochwertige Röhren verbaut sind, womit man aber beim Preis und der Reputation des Namens eigentlich auch rechnen darf. Hinter den Röhren sitzen die Trafos, die eigens für Friedman in den USA gewickelt werden. Der untere Bereich der Combo-Rückseite liefert genug Stauraum für die nötigsten Kabel. Alle rückseitigen Verkleidungselemente wurden solide verschraubt und lassen sich im Falle von Wartungsarbeiten auch problemlos mithilfe eines Kreuzschlitzschraubenziehers entfernen. Die Unterseite des Amps ist mit vier kräftigen Gummifüßchen versehen, um Rutschsicherheit und Kratzschutz zu gewährleisten.

Insgesamt wirkt der Amp sehr robust und tadellos verarbeitet, wie man es von einem handgefertigten Boutique-Verstärker Made in USA eben erwartet. Zum Lieferumfang gehören lediglich ein Manual und ein Kaltgerätekabel.

Bedienung

Der Minishirley-Combo ist als Einkanaler konzipiert und zeigt demnach auch eine relativ spartanische Ausstattung, die sich auf fünf Regler und einen Gainswitch beschränkt. Volume erlaubt Eingriffe in die Gesamtlautstärke und Gain bestimmt den Verzerrungsgrad. Durch den Kippschalter besteht die Möglichkeit, verschiedene Gainstufen anzuwählen, wobei die Mittelstellung die niedrigste Verzerrung generiert, gefolgt von der Stellung nach oben und der nach unten mit der meisten Zerre. Der Gain-Schalter ist nur manuell schaltbar, was bedeutet, dass es im Regelfall bei der Dirty Shirley heißt "set it and forget it". Auf die genauere Wirkungsweise werden wir im Praxisteil noch detaillierter eingehen. Die Klangregelung besteht aus einem Dreiband-EQ mit Höhen, Mitten und Bässen.

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