Bass Hersteller_Fender
Test
7
02.01.2018

Praxis

Gewichtsmäßig liegt mein schwarzer Testbass mit seinen 4,1kg für einen Viersaiter noch im grünen Bereich. Längere Auftritte lassen sich mit dem Jazz Bass problemlos ohne Schulterschmerzen absolvieren, was nicht zuletzt auch an der guten Balance des Basses am Gurt liegt. Erfreulicherweise war der Bass ab Werk zudem hervorragend eingestellt. Das ist super, denn auf diese Weise können auch Anfänger ohne Setup-Know-how in den Genuss eines komfortabel zu spielenden Instrumentes kommen, ohne erst eine ortsansässige Gitarrenwerkstatt aufsuchen zu müssen.

Auch der Sattel wurde perfekt gefeilt und sämtliche Bundenden wurden tipptopp abgerundet! Kein Wunder also, dass sich der Hals mit seinem Jazz-Bass-typischen schlanken C-Profil und dem seidigen Satin-Finish supergeschmeidig anfühlt und wirklich leicht und angenehm zu spielen ist.

Klanglich präsentiert sich das Pau-Ferro-Modell aus mexikanischer Fertigung überaus solide und liefert die vertrauten Jazz-Bass-Sounds in sehr guter Qualität. Für den ausgewogenen Fingerstyle-Sound im ersten Audiobeispiel habe ich einfach alle Regler voll aufgedreht. Der Standard Jazz Bass klingt voll und warm, besitzt ordentlich Durchsetzungskraft in den Mitten und verfügt zudem über gut definierte, nicht zu aufdringliche Höhen - ein toller Allround-Sound, der zu vielen Musikrichtungen passt. Aber hört selbst:

Für klangliche Flexibilität sorgt bei Jazz-Bässen natürlich die altbekannte Ausstattung mit zwei Tonabnehmern. Die beiden Singlecoils liefern im Solomodus charakterstarke Sounds, die in den vergangenen Jahrzehnten durchaus zu Klassikern geworden sind. Dieser hier zum Beispiel:

Der sogenannte "Jaco-Sound" mit dem Stegtonabnehmer eignet sich hervorragend für virtuosere Grooves und Soloeinlagen. Ultrapräsente Mitten sorgen hierbei für einen perkussiven Klangcharakter und jede Menge Durchsetzungskraft, so dass der Bass auch bei komplexen Bandarrangements seinen Platz im Mix findet. Für den Audio-Clip habe ich die Tonblende etwa zur Hälfte zugedreht, damit der Sound etwas milder wird. Wie man hören kann, liefert mein mexikanischer Testkandidat sogar mit dem Bridge-Tonabnehmer im Solomodus noch ein solides Fundament für tragfähige Begleitgrooves.

Für sonore Klangfarben ist beim Jazz Bass hingegen der vordere Tonabnehmer zuständig. Mein Testkandidat klingt auf den Halstonabnehmer geblendet sicherlich nicht so fett und warm wie ein Precision Bass, aber mit komplett zugedrehter Tonblende produziert der Standard Jazz Bass durchaus schöne Vintage-Sounds für den Einsatz in Soul- oder Bluesbands.

Zum absoluten Pflichtprogramm für Jazz-Bässe zählt ein knackiger Slapsound - schließlich haben Daumenkünstler wie Larry Graham oder Marcus Miller für die enorme Popularität dieses Bassklassikers gesorgt. Und so sind denn auch Sounds dieser Art kein Problem für den eleganten Jazz Bass aus der preisgünstigen Standard-Serie, denn er spricht für die perkussive Spieltechnik schnell genug an, und die Tonabnehmer übertragen ausreichend Höhen und Punch für einen spritzigen Daumenton.

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