Gitarre Hersteller_Fender
Test
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31.08.2016

Praxis

Sound

Die Gitarre klingt trocken angespielt eher verhalten und etwas leise, wenn ich sie mit meiner Strat oder Tele vergleiche. Auch in ihrer Ansprache ist sie im direkten Vergleich nicht so antrittsschnell und knackig, was aber keinesfalls abwertend gemeint ist, sondern lediglich meinen ersten Eindruck beim Anspielen ohne Verstärker beschreibt. Am Verstärker zeigt sich das erwartete Bild, die Tele kommt mit einem brillanten und spritzigen Ton aus den Speakern, bedingt durch die Pickup-Bestückung allerdings schon mit einem erwartungsgemäß veränderten Gesamtklangbild. Der Hals-Tonabnehmer liefert für seine Position einen schnittigen Klang mit einer guten Portion Höhen, die beiden anderen sind im Frequenzbild entsprechend angepasst. Zum Steg hin wird es brillanter, während sich der Bassbereich in allen Positionen sehr definiert und knackig präsentiert.

Außerordentlich gut gefallen mir die Zwischenpositionen, denn im Gegensatz zu den Einzelpickups zeigen sich diese Einstellungen etwas weicher. Das verleiht der Gitarre insgesamt fünf unterschiedliche Charaktere und einen sehr eigenständigen Sound. Obwohl die Tonabnehmerbestückung mit der einer Strat identisch ist, kommen die Gene der Telecaster eindeutig mehr zum Vorschein. Klar, es sind ja auch zwei Tele-Pickups im Einsatz und die komplette Holz-Korpus-Konstruktion trägt ihren Teil dazu bei. Mit dem Tone-Poti kann man dem Instrument auch in wohldosierter Form die Schärfe nehmen. Im ersten Teil des Regelwegs wird nur leicht abgesenkt, im letzten Viertel geht es radikaler zur Sache, was mir ausgesprochen gut gefällt. Ihr hört in den folgenden Beispielen zuerst alle fünf Pickup-Kombinationen mit Cleansound, beim zweiten Beispiel ist der Wirkungsbereich des Tone-Reglers im Fokus, hier habe ich den Tone-Regler in kleinen Schritten immer weiter zurückgedreht. Dabei ist der Steg-Pickup angewählt.

Die unterschiedlichen Sounds können dem Einsatzbereich entsprechend gewählt werden. Ist etwa ein knackiger Cleansound angesagt, eignet sich der Hals-Pickup am besten, soll es etwas weicher sein, ist die Kombination aus Hals- und mittlerem Tonabnehmer eine gute Wahl. Ihr hört beide direkt hintereinander in Beispiel 3 mit einem Reggae-Groove. Meine Lieblingssounds mit der Deluxe Nashville Tele sind eindeutig die etwas dreckigeren Klänge. Bei den Crunch-Beispielen (Bsp. 4 bis 6) ist ein Tube Screamer vor den Amp geschnallt, mit dem sich die Gitarre erstklassig verträgt. Hier könnt ihr auch wieder die unterschiedlichen Facetten der Pickup-Kombinationen hören. Vor allem ist die Klangübertragung sehr gut, ein harter Anschlag wird mit einem etwas bissigeren Ton belohnt. Ob eher warm oder scharf und crisp - so kann besonders bei angezerrten Sounds die Wahl der Klangfarbe in erhöhtem Maße über den Anschlag gesteuert werden.

Nicht so gut hat mir die Wirkungsweise des Volume-Potis (Bsp. 7) gefallen. Zum einen geht bei einer minimalen Zurücknahme der Zerrgrad stark zurück und im weiteren Verlauf tut sich eher weniger, außerdem werden die Höhen abgesenkt. Ich persönlich habe es lieber, wenn der Frequenzgang relativ gleich bleibt, aber in dieser Sache sind die Geschmäcker verschieden und das möchte ich dann auch nicht als negativ bewerten, aber der Regelweg hätte definitiv besser gewählt sein können. Die Pickups haben neben der Tatsache, dass sie einen sehr guten knackigen Sound produzieren, den großen Vorteil, dass sie extrem nebengeräuscharm sind und auch höhere Zerrgrade verkraften, ohne dass ein Brumm-Orkan aus den Lautsprechern kommt. Allerdings sollte man immer bedenken, dass es sich um Singlecoils handelt, die aus einem High Gain Amp oder Verzerrer nicht das volle Brett herausholen. In Beispiel 9 hört ihr einen Zerrsound mit einem Bogner Ecstasy Red Pedal, bei dem der Gain-Regler sehr weit aufgedreht wurde.

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