Hersteller_Electro-Harmonix Gitarre
Test
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20.12.2012

Electro-Harmonix Crying Tone Wah Test

Neuartiges Wah-Wah-Pedal

Wah-Pedal mit ohne

Electro Harmonix Crying Tone Wah im Test. Weil: Wah-Wah ist Pflicht! Egal, in welchen musikalischen Gefilden man sich bewegt, ein Wah-Pedal passt immer. Und für den Ton ist es im Grunde völlig egal, ob man mit seinem Fuß eine Zahnstangen-Arie in Bewegung setzt, getriebeähnliche Konstruktionen zum Zuge kommen oder sich das Ganze gleichsam unsichtbar und ohne weiteren mechanischen Aufwand bewerkstelligen lässt. Während die Vintage-Variante durchaus ihre Tücken haben kann und eventuell mit kratzenden Potis und knackenden Schaltern im falschen Moment auf sich aufmerksam machen möchte, bleiben diese Nebenerscheinungen bei den modernen Pedalen aus. Deshalb ist man nach fast 50 Jahren Old School Wah auch bei Electro Harmonix der Meinung, dass es an der Zeit ist, diesen altgedienten Effekt an die aktuelle Entwicklung anzupassen und gleichzeitig noch einen Schritt weiter zu gehen.

Mit dem neuen Crying Tone Wah wollen die New Yorker Effektspezialisten das klassische Wah-Pedal eine Evolutionsstufe nach oben schieben und haben es tatsächlich geschafft, komplett auf bewegliche Teile zu verzichten. Dass es dadurch quasi unverwüstlich wird, soll ein Videoclip auf der Herstellerwebsite beweisen. Dort wird das Pedal durch die Luft geschleudert oder macht auch schon mal Bekanntschaft mit einem Autoreifen. Sehr unterhaltsam und überzeugend! Die Road-Tauglichkeit wäre damit hinreichend bewiesen, aber wie sieht es mit dem Rest aus?

Details

Unser Testmodell kommt in einem sehr stabilen Druckgussgehäuse, das zwar stattliche 1100 Gramm auf die Waage bringt, aber mit dieser Masse immer noch leichter ist als ein Standard Cry Baby. An Ober- und Unterseite ist jeweils eine gummierte Fläche aufgeklebt, um das Wegrutschen des Pedals bzw. der glatten Sohle zu erschweren. Das Gerät besteht nämlich aus einem Stück, hier wartet keine bewegliche Trittfläche auf die Schuhsohle, das ganze Pedal wird bewegt. Durch die angewinkelte Unterseite lässt es sich mit der Ferse hinunterdrücken und gleicht so im Bewegungsablauf durchaus einem üblichen Wah-Pedal.

Die Anschlüsse befinden sich an den Seiten, Eingang rechts und Ausgang links, wo auch die Standardbuchse für ein 9-Volt-Netzteil angebracht ist. Das Crying Tone Wah kann selbstverständlich auch mit Batterie betrieben werden - das gut zugängliche Fach befindet sich an der Front unter der abstehenden „Fußplatte“. Das Gerät hat einen recht geringen Stromverbrauch, sodass es sich bei 11 mA Energiebedarf und mit einem frischen 9-Volt-Block schon eine Weile spielen lässt. Man sollte nur darauf achten, dass bei längeren Spielpausen der Stecker aus der Eingangsbuchse gezogen wird, denn die Stromzufuhr wird eingeschaltet, wenn man hier ein Kabel anschließt. Unser Testkandidat besitzt keinen True-, sondern einen „Buffered-Bypass“, das heißt, dass das Signal auch im ausgeschalteten Modus einen Buffer-Amp durchläuft, was bei längeren Kabelwegen durchaus eine sinnvolle Einrichtung ist.

Drauftreten und loslegen … so simpel ist es tatsächlich. Der Effekt wird aktiviert, wenn man das Pedal etwas über die Spitze neigt. Prinzipiell ähnlich wie bei den „alten“ Pedalen, die man auch etwas weiter durchtreten muss, um den Schalter zu aktivieren. Danach kann das Teil wie gewohnt bewegt werden. Die Elektronik im Inneren registriert jede Bewegung und steuert so den Wah-Effekt. Wichtig hierbei ist natürlich, dass das Pedal ordnungsgemäß justiert ist, und das sollte man auch laut Hersteller vor der ersten Inbetriebnahme vornehmen. Hierfür gibt es auf der rechten Seite einen kleinen schwarzen Schalter (Calibrate), mit dem man dem Pedal die beiden Extrempositionen und damit seinen maximalen Bewegungsrahmen beibringt. In diesem Bereich wird dann auch die Tonveränderung ausgegeben. Zuerst muss das Crying Tone Wah eben auf den entsprechenden Untergrund gestellt werden, womit auch schon die maximale (durchgedrückte) Position bestimmt ist. Dann wird der Taster gedrückt und das EHX-Logo auf der Trittfläche blinkt. Jetzt wird das Gerät auf die minimale (zurückgenommene) Position gekippt und der Taster erneut gedrückt - fertig! Das Pedal ist kalibriert und es kann „gewaht“ werden. Und genau das werden wir jetzt auch tun.

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