Bass Hersteller_Darkglass
Test
7
10.04.2019

Praxis

Im ersten Teil des verlinkten Videos könnt ihr das Microtubes X mit niedrigen Gain-Einstellungen hören und ich denke, man bekommt hier schon einen sehr guten Eindruck von der hohen klanglichen Flexibilität, welche das Multiband-Overdrive-Pedal zu liefern vermag. Je weiter man den High-Pass-Regler nach links dreht, desto wärmer und fuzz-artiger werden die Sounds, weil dann eben auch zunehmend die tieferen Mitten durch den verzerrten Signalweg geschickt werden.

Der Anteil des Overdrive-Signal im Gesamtsound lässt sich sehr feinfühlig mit dem Mix-Regler dosieren - schon allein mit diesen beiden Parametern eröffnen sich jede Menge Möglichkeiten und unzählige Klangvariationen. Wer eher auf wuchtige Scoop-Sounds steht, dreht den High-Pass-Regler einfach nach rechts und mischt mehr cleane Tiefbässe zum Gesamtsound - mit ein paar Handgriffen produziert das Microtubes X dann durchaus Sounds, die an einen übersteuerten Ampeg-Amp erinnern.

Mir gefallen die Low-Gain-Einstellungen mit dem neuen Darkglass-Pedals aus der X-Serie insgesamt sehr gut, auch wenn die Sounds grundsätzlich doch eher in die modernere Richtung gehen. Fans von warmen und milden Vintage-Sounds werden mit anderen Preamp-Pedalen aus dem Hause Darkglass wahrscheinlich schneller ihren Traumsound finden. Wer hingegen auf heftige High-Gain-Orgien steht, kommt mit dem Microtubes voll auf seine Kosten, denn grade bei starken Verzerrungen zeigen sich sämtliche Vorteile und das volle Potential der Multiband-Technologie. Die zentrale Rolle spielt hier der Mix-Regler, mit dem man die Balance zwischen dem cleanen und dem verzerrten Signalweg justieren kann. Selbst brutal verzerrte Sounds behalten durch den cleanen Signalanteil ihre Definition und können spielend eine Band tragen - das habe ich von einem Overdrive-Pedal in dieser Qualität bisher so noch nicht gehört!

Der Charakter des Sounds lässt sich mit den Filtern zudem ungeheuer präzise formen und allein die beiden Low- und High-Pass-Filter ermöglichen ein riesige Bandbreite. Extrem scharfe und transparente Sounds mit stark verzerrten Höhen kommen mit dem Microtubes X genauso überzeugend wie aggressive, mittenbetonte Fuzz-Sounds bzw. sämtliche Klangfarben dazwischen - die Flexibilität des Pedals ist wirklich beeindruckend!

Darkglass hat dem "kleineren" Microtubes X als zusätzlichen EQ aber ja noch einen Mittenregler spendiert, der im Spektrum bei 500Hz zupackt. Die Frequenz kann entscheidend auf die Durchsetzungskraft eines Basssounds wirken und in der Tat bietet der Mittenregler viel Praxiswert und eignet sich hervorragend für die Abstimmung im Bandmix. Ein leichter Boost genügt, damit der Basssound im dichten Mix nach vorne kommt und deutlich präsenter wirkt - die Abstimmung des Mittenfilters macht absolut Sinn!

Auf den Aufnahmen hört ihr das nackte Signal aus der Output-Klinke, auf einige der High-Gain-Sounds habe ich in der Nachbearbeitung allerdings eine leichte Software-Boxensimulation gelegt.

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