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Test
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06.07.2021

CB Electronics XPatch-32 Test

Elektronische Patchbay & Routing-Matrix

Ein Colin für alle Fälle: Komplexe Routings auf der Bühne und im Studio einfach verwalten

Der Brite Colin Broad ist ein hochkarätiger Entwickler, der für Branchenriesen gearbeitet und viele Awards gewonnen hat. Insbesondere Filmtonleute schätzen seine Sync-Lösungen und komplexen Monitoring-Systeme, die er unter seiner Firma CB Electronics vertreibt. 

Unser heutiger Testkandidat trägt das A/I-Mon-Vermächtnis in sich, wendet sich aber einem größeren Markt zu. Denn, wenn das Setup auch nur etwas komplizierter wird, kommen selbst "gewöhnliche Musiker" nicht um eine Patchbay umher! 

Bei der britischen CB Electronic Xpatch 32 handelt es sich um keine gewöhnliche passive Patchbay mit schnöden Steckverbindungen, sondern selbstverständlich um eine elektronisch gesteuerte: Angeschlossene Quellen und Ziele können so unkompliziert über eine Software verwaltet und angeschlossenes Outboard einfach miteinander verknüpft werden. Und selbstverständlich gibt es auch eine komfortable Preset-Verwaltung – ein Traum für Engineers mit Hang zum Wahnsinn!

Details

Marktübersicht – „digitale“ Patchbays, Insert-Matrix

Die XPatch 32 bzw. die noch größere Variante Xpatch 64 sowie die angekündigte Xpatch 96 sind made in England und so ziemlich einzigartig, von sehr teuren und exklusiven Rundfunk-Speziallösungen einmal ganz abgesehen. Es handelt sich zwar grundlegend „nur“ um eine Patchbay, aber um eine, die mit einem vollanalogen Signalweg und einer digitalen, speicherbaren Steuerung aufwartet. 

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Insert-Matrix, obwohl das Ding hier eigentlich noch viel mehr kann. Vergleichbar ist das Ganze nur bedingt, am nächsten kommen ihm die Flock Audio Patch aus Canada sowie durchaus auch die die SSL Matrix, wobei diese im Grunde ja schon eine kleine Konsole ist und das Drag-and-drop-Patching als eines ihrer essentiellen Feature mitbringt. Und das war es dann auch schon mit Ähnlichkeiten.  

Klar, es gibt noch Stereo-Insertierer wie den SPL Hermes oder die Maselec MTC-1X; und mit denen kann man auch schöne Stereoketten bilden – aber eben immer nur eine gleichzeitig. Für das Mastering ist das absolut okay, zum Mixen aber eher nicht zu gebrauchen. Theoretisch könnte man natürlich auch ein Mehrkanal-Audiointerface zur Verschaltung analoger EQs und Kompressoren nutzen, müsste dann aber mit den einhergehenden Mehrfachwandlungen leben – und genau das will man in der Regel nicht.

What‘s in the Box

Die CB Electronic XPatch-32 bietet 32 analoge Eingänge und 32 analoge Ausgänge auf 1 HE, alles auf Sub-D und mit eigenen Gain-Stufen in jedem der Ein- und Ausgängen. Die I/Os 31/32 liegen zusätzlich auf der Front mit XLR bzw. Combo an, der Ausgang 29/30 bietet zusätzlich ein Kopfhörerausgang. 

Jeder Eingang kann mit jedem Ausgang verschaltet werden, außerdem kann jeder Eingang auf alle Ausgänge multipliziert werden und natürlich auch innerhalb der möglichen Ketten verteilt werden. Sämtliche Routing-Konfigurationen können gespeichert, verwaltet und jederzeit aufgerufen werden, auch direkt vom Gerät aus. Sogar ein Foot-Switch für Wechsel der Presets aka Snapshots ist vorgesehen.

Gain für alle Fälle

Neben der groben Umschaltung zwischen -10 dBV und +4 dBu gibt es auch eine Feinregulierung zwischen +22 und -96 dB. Die Signalführung ist symmetrisch, lässt sich aber auch unsymmetrisch nutzen bzw. in den Inputs sogar auf High-Z stellen, sodass auch Instrumente, Pedaleffekte und dergleichen verschaltet werden können. Eine Pegelanpassung findet auch in diesem Fall statt, sodass alles fein auf Unity bleibt. Experimentierfreudige Gitarristen sollte das freuen, zumal der Fronteingang ja auch Klinke über die Combo aufnimmt. Ferner wird Crosstalk durch automatisches Muting von nicht-verwendeten Pfaden minimiert.

Die Bedienung am Gerät erfolgt mittels Push-Encoder und Display, noch besser – weil deutlich übersichtlicher – geht das natürlich mit der mitgelieferten Software, die alle Befehle per MIDI überträgt. Verbunden wird das Ganze via USB oder MIDI – und sogar eine Fernbedienung mit OSC ist möglich, dann natürlich auch wireless dank WiFi. 

Das Metering der acht Channels ist variabel möglich, außerdem erfolgt das Umschalten immer in den Null-Durchgängen, sprich „Clickless“. Eine TMC-1 oder TMC-2 lässt sich ebenfalls anklemmen, sodass aus dem Ganzen ein äußerst umfangreicher Monitorcontroller wird. Die neuste Version des Kastens verfügt genau wie die XPatch 64 über einen Netzwerkanschluss, der allerdings noch funktionslos ist – ein Update soll folgen. 

Do you need more?

Apropos Update: Der 32er Kasten wird schon recht heiß und niemand mag Lüfter. Deswegen verfügt die Xpatch 64 zwangsweise nicht in allen Kanälen über Gains und Instrument-Optionen; gleiches gilt auch für die bereits angekündigte Xpatch 96.  

Das macht Sinn, denn bei der Verwendung von bis zu 36 16x16 Crosspoint ICs (gleich 9216 Switches) im Falle der 96er entsteht wirklich ordentlich Abwärme in den 2 HE. Relais wären durchaus höherwertiger für den Sound (siehe SPL Hermes, Maselec), aber bei der schieren Anzahl an I/Os ist das schaltungstechnisch kaum zu realisieren und wohl auch nicht zu bezahlen. 

Ferner sind I/O-Karten geplant, die auf speziellere Wünsche eingehen, sodass man sich grob vorab zusammenbastelt, was man wirklich braucht, und nicht alle Optionen mitbezahlen muss, die dann in allen 96 Kanälen vorrätig sind. Unter anderem sind Gain-freie I/Os geplant, Instrumentenkarten und Erweiterungen für Mikrofone, wodurch dann auch verlustfrei und sicher 48 V durchgeschaltet werden können. Theoretisch geht es zwar auch jetzt schon, praktisch sollte man es aber lieber lassen, da so eine geschaltete Gleichspannung nicht für jedes Gerät gesund ist und durch die fehlende Impedanzanpassung auch der Crosstalk erheblich größer ist – und die Klangqualität damit eher so mittelmäßig. 

 

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