Test
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30.10.2017

Blue Bluebird SL Test

Großmembran-Kondensatormikrofon

Vintage oder modern, was jetzt?

Wenn es einen Mikrofonhersteller gibt, der wirklich breitbandig auf dem Markt vertreten ist, dann wohl das amerikanisch-lettische Unternehmen Blue. Von sehr einfachen Mikrofonen für Consumer und Podcaster bis hin zum Röhrenflaggschiff ist alles dabei – mit gering zweistelligen Preisschildern bis zu einem Preis jenseits der 5000-Euro-Marke für „The Bottle“ mit ihrem zugehörigen Kapselarsenal.

Die Flaschenform hat es Blue offenbar angetan, denn dieses klassische Neumann-Design findet sich in vielen Blue-Produkten. So kommt auch das Bluebird SL in diesem Look. Und anders als manch andere Mikrofone der farbenfrohen Firma, ist die Farbe Blau auch tatsächlich Programm – beim Aussehen und beim Namen. 

Details

Feste Niere, aber Pad und Filter

320 Euro zahlt man zum Testzeitpunkt für ein Blue Bluebird SL. Bezüglich der professionellen Mikrofone des Herstellers bewegt man sich damit im untersten preislichen Mittelfeld, eher noch in der „oberen Budgetklasse“. Als Käufer bekommt man dafür durchaus etwas geboten. Es ist zwar nicht umschaltbar, sondern ein reines Nierenmikrofon, jedoch mit schaltbarem Pad (20 Dezibel) und schaltbarem Hochpassfilter (zweipolig bei 100 Hz) ausgestattet. Auch kommt es in einer feinen Holzbox. Gebaut wird das Mikrofon, wie der Preis erahnen lässt, allerdings weder im Baltikum noch in Nordamerika, sondern im Reich der Mitte. 

Werte in Ordnung

Ein Blick in den erfreulicherweise ungeglätteten, aber nicht individualisierten Frequenzgang zeigt, dass man es hier mit einem höhenreichen Mikrofon zu tun haben wird. „Modern, crystal-clear sound“ ist auch der Marketing-Claim des Bluebird SL, wohingegen die Baby Bottle eher auf die intimen, samtenen Vintagesounds abzielt. Als nicht röhrenbetriebenes Mikrofon reicht die Phantomspeisung von 48 V aus dem Mikrofonvorverstärker, dem Pult oder dem Audiointerface zum Betrieb aus. Am XLR-Ausgang liegt mit einer Impedanz von 50 Ohm ein Signal an, dessen Feldleerlauf-Übertragungsfaktor von Blue mit 28,5 mV/Pa angegeben wird. Das ist ein ordentlicher Wert, in diesem Kontext sind auch das Eigenrauschen von 11,7 dBA und der maximale Schalldruckpegel von 138 dB SPL (0,5 % THD+N) absolut in Ordnung. 

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