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Test
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16.02.2018

Behringer Model D Test

Analoger Desktop Synthesizer

Ist der Boog ein echter Minimoog?!

It‘s a Boog! Kaum ein Hersteller, kaum ein Synthesizer hat die Musikergemeinde in den letzten Monaten so gespaltet – und für so viel Gesprächsstoff und Streitpotenzial gesorgt.

Die Rede ist von Uli Behringer und seinem Model D – einem Moog Minimoog Klon in Roland Boutique Formfaktor bzw. für das Eurorack. Und da wir in Kooperation mit Electronic Beats gearbeitet haben, gibt es auch noch ein Video mit Peter Van Hoesen.

Details

Allgemeines


Der Behringer Model D ist ein monophoner Mono-Desktop-Synthesizer ohne Klaviatur. Es handelt sich um einen Klon des berühmtesten Synth aller Zeiten, dem Moog Minimoog Model D

Das solide Metallgehäuse ist 3HE hoch und lässt sich auch ins Eurorack schrauben. Das ist praktisch, zumal das klassische Layout um zahlreiche Patch-Punkte ergänzt wurde. Ansonsten neigt das trapezförmige Gehäuse die Bedienfront leicht zum Nutzer, wiegt ca. 1,5 kg und misst 37 cm in der Breite.

3 OSCs


Drei Oszillatoren waren früher nicht bei jeden Standard-Sound en vogue. In Kombination mit dem Mixer – speziell den On/Off-Schaltern – war das eigentlich eher als eine Art vorsintflutliche Presetbank gedacht. Somit musste man den Oszi nicht für den nächsten Song komplett verstellen, sondern nur entsprechend den einen aus-, den anderen einschalten und ein wenig am Filter nachkorrigieren. Aber das nur am Rande.

Es gibt jedenfalls drei Oszillatoren mit jeweils fünf verschiedenen RANGEs bzw. Fußlagen (Lo, 32', 16', 8', 4' und 2') sowie sechs verschiedenen WAVEFORMs (2x Dreieck, 1x Sägezahn, 3x Pulsweite). Sync gibt es nicht, genauso wenig wie PW-Modulation – alles wie beim Original – dafür aber Fine-Tuning für OSC2 und OSC3 sowie die Möglichkeit OSC3 als Modulator bzw. LFO zu nutzen.

Möchte man den Pitch der OSCs modulieren, aktiviert man den OSCILLATOR MODULATION Schalter. Möchte man den OSC3 davon ausnehmen – weil man ihn als weiteren LFO benutzt – aktiviert man OSC3 CONTROL. Simpel, aber effektiv.

Mix it up!


Der Mixer lässt es zu, alle drei OSCs in ihrer Intensität zu regeln sowie über ein paar ON-Schalter zu- bzw. abzuschalten. Gleiches gilt für den Rauschgenerator (Pink und White) und den External-In, welcher auch genutzt werden kann, um den Output hinzuzumischen und den Filter überfahren zu können. Wie auch bei der Neuausgabe muss hierfür nicht extra ein Kabel gesteckt werden, da diese Funktion bereits vorgepatchted ist. 

Ladder to heaven


Das Filter des Moog ist sein Markenzeichen, die Moogsche Filterkaskade klingt nämlich einfach nur lecker. So auch beim Boog. CUTOFF, EMPHASIS und AMOUNT regeln das Filter, gesteuert wird es von einem einfachen ADS-Envelope, genau wie die Volumen-Hüllkurve. Die beiden obligatorischen KEYBOARD-CONTROL-Schalter steuern, wie stark das Filter aufgeht, wenn höhere Noten gespielt werden. Zwei hoch zwei macht vier – es gibt also vier Intensitäten, genau wie beim Moog. Gleiches gilt auch für den FILTER-MODULATION-Schalter, mit dem die Cutoff-Regelung von den MODIFIERS übernommen werden kann. 

Eleven is one more than ten – trotz fehlender Performance-Sektion


Eine Besonderheit des Boog ist allerdings der umschaltbare FILTER-MODE zwischen High und Low, was bedeutet, dass anstatt dem üblichen Lowpass auch ein Lowcut benutzt werden kann. Das wird alle Techhouse-Produzenten freuen!

Ebenfalls umfangreicher als beim Moog fällt der Decay-Taster aus, welcher aufgrund der fehlenden Tastatur gänzlich woanders positioniert wurde. Beim Boog lässt sich das Decay sogar für Filter und Amp getrennt deaktivieren, was eine gelungene Ergänzung aber auch keine Revolution ist. Und wo wir gerade bei den Modifikationen sind: Auch die LFO-Rate und der Mod-Depth-Schalter des Moog-Keyboards – genannt PERFORMANCE – müssen zwangsläufig anders positioniert werden und sind somit in die CONTROLLERS-Sektion nach oben gewandert.  

Modulation und Controllers

Der grundsätzliche Signalfluss des Synths sollte klar sein. Ich möchte trotzdem nochmal die Modulationsmöglichkeiten zusammenfassen: Es gibt fünf Quellen: Oscillator 3, Filter Envelope, Noise und LFO. Statt Noise kann auch ein CV-Eingang namens „Mod.Source“ genutzt werden – das wäre Nummer fünf. Die Ziele sind simpel und effektiv: Oscillator Modulation und Filter Modulation.


Gemixt werden die Quellen mit „Modulation Mix“. Zu beachten gilt, dass entweder OSC3 oder Filter EG bzw. entweder Noise/Mod.Source oder LFO zur Verfügung stehen. Die beiden Umschalter sind unter dem Mix-Regler beheimatet. Beim alten Minimoog gab es diese nicht – genau wie die vielen neuen CV-Eingänge. Der Boog orientiert sich also nicht am alten Moog, sondern an dem verbesserten Reissue der letzten Jahre. Ein Tune- und ein Glide-Regler runden die „Controllers“ ab – einen Glide-Schalter gibt es nicht.

Verschiedenes


Der Behringer bietet ganz klassisch einen High-und Low-Out auf großer Klinke sowie zusätzlich einen Miniklinke-Ausgang auf der Front. Der kopfhörerausgang ist ebenfalls in 3,5 mm gehalten. Neben den zahlreichen CV/gate Eingängen gibt es auch ein MIDI I/O sowie einen USB-MIDI-Anschluss. Das notwendige Netzteil gehört zum Lieferumfang

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