Gitarre Hersteller_Beetronics
Test
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15.04.2020

Praxis

Das Fatbee wird für den Praxisteil erst einmal vor einen unverzerrten Amp geschaltet. Hier darf wieder der Sovtek MIG-50 ran, der mit einer Marshall 4x12 Box verbunden ist. Die Box wird mit einem Neumann TLM-103 abgenommen. Klar ist, dass das Fatbee Overdrive-Pedal nicht in die Kategorie "neutraler Overdrive" gehört. Im Vergleich zum BypassSound am unverzerrten Amp wird der Frequenzgang schon etwas verändert, wenn das Pedal aktiviert wird. Die Höhen sind etwas geringer im Vergleich zum Bypass-Sound, wenn der Flavor-Regler in neutraler mittlerer Position eingestellt ist. Außerdem werden die unteren Mitten noch etwas angehoben. Der Overdrive klingt etwas grobkörnig, um es mal etwas malerisch in Worte zu fassen. Es ist nicht die feine Übersteuerung, die man vom Tube Screamer kennt, die dicke Biene summt ordentlich und hat schon eine gute Portion Dreck im Grundsound. Die Klangfarbe kann mit dem Flavor-Regler noch etwas modifiziert werden, die Bandbreite geht vom muffigen Zerrsound, wenn man den Regler komplett zurücknimmt, bis zum leicht höhenbetonten Klang bei Maximal-Einstellung. Dieses Setting ist noch recht moderat im Vergleich zum Tone-Regler anderer Overdrive-Pedale.

Die Bandbreite der Verzerrung geht beim Fatbee von der leichten Übersteuerung bis zum Mid-Gain-Sound bei Humbucker-Gitarren. Das Pedal reagiert in allen Gain-Bereichen recht ordentlich auf die Aktionen an der Gitarre. Beim Herunterregeln des Volume-Potis wird der Zerrgrad entsprechend schwächer, aber da hatte ich schon Pedale im Test, die in dieser Disziplin feinfühliger reagieren, auch bei mittleren Zerrgraden. Bei leichtem Anschlag oder auch bei recht weit zurückgenommenem Volume-Poti ist der Klang immer noch kratzig übersteuert. Das würde ich, ehrlich gesagt, auch nicht als Schwachpunkt definieren, sondern als Charaktereigenschaft, denn dieser kratzige Ton hat auch was.

Zerrsounds, die von den kernigen Old-School-Rocksounds der 60er und 70er Jahre inspiriert sind, können mit dem Fatbee Overdrive sehr gut erzeugt werden. Das geht von klassischen Stones-Klängen über Cream und Led Zeppelin bis zum aktuellen Indie-Rock-Style oder den etwas dreckigen Bluessounds á la Gary Clark Junior. Hier sind ein paar markante Settings.

In der nächsten Runde wird das Fatbee im Einsatz vor einem Overdrive, Fuzz und einem bereits verzerrten Amp getestet. Dabei habe ich den Weight-Regler recht weit aufgedreht, um das zweite Pedal, bzw. den Amp mit einem höheren Pegel anzufeuern. Der Honey-Regler fügt noch etwas Gain und den typischen Charakter des Fatbee hinzu, und auch das Flavor-Poti agiert hier sehr gut, mit dem man den Ton noch etwas schärfer oder weicher machen kann. Insgesamt bringt das Fatbee in dieser Disziplin die fuzzige Note mit, die mir persönlich sehr gut gefällt.

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