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Test
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27.06.2015

Audio-Technica AT5045 Test

Großmembran-Kondensatormikrofon

Klein ist das neue Groß

Eine rechteckige Membran, das ist sicher das wichtigste Merkmal der Audio-Technica AT5045-Kondensatormikrofone, die mich in diesem Review beschäftigen. Und trotz der Baugröße und trotz der nicht runden Membran: Audio-Technicas neuester Streich sind weder Kleinmembran-Kondensatormikrofone noch Bändchen, sondern tatsächlich Großmembran-Mikrofone. Schließlich zählt die Membranfläche, und diese ist bei den 5045 sogar ein wenig größer als bei Kondensatormikrofonen mit runder 1“-Membran.

Audio-Technica ist beileibe nicht der erste Hersteller, der sich mit eckigen Kondensatorkapseln beschäftigt. Aus Schweden kennt man Pearl- und Milab-Mikrofone, denen ein Kreis wohl nicht eckig genug war. Von Audio-Technica kam vor zwei Jahren das AT5040 auf den Markt, welches nicht nur mit einer geradezu riesigen Membranfläche zu überzeugen wusste, sondern auch mit hervorragenden technischen Werten und einem ebenso hervorragenden Sound.

Details

Das Runde wird zum Eckigen

Eine nicht-runde Membran bietet einige konzeptionelle Vorteile gegenüber der althergebrachten Form. So können sich keine störenden Radialmoden bilden, die abhängig vom Vorhandensein einer Mittenkontaktierung unterschiedliche Gestalt haben und das Schwingungsverhalten beeinflussen. Mechanisch kann man nur etwas an den dämpfenden oder resonierenden Luftvolumina hinter der Membran tun, andere Maßnahmen sind bei Kondensern selten. Eine rechteckige Membran hat natürlich ebenfalls ihre Moden, allerdings kann man bei geschickter Wahl der Seitenverhältnisse deren Verteilung so gestalten, dass axiale und tangentiale Moden in gleichmäßigem Abstand und dichter Verteilung entstehen – ähnlich wie etwa bei den Bonello-Kriterien aus der Raumakustik, nur eben zwei- statt dreidimensional. 

Elektret

Runde Membranen sind bekannter und erprobter, Ingenieure können auf große Erfahrung mit diesem Typus zurückgreifen. Aber ich wiederhole hier einfach mal mein Lob an Audio-Technica, auch weniger gangbare Wege zu beschreiten und zur Perfektion führen zu wollen. Die eigentliche Kapsel benötigt keine Spannungsversorgung, da die Platte hinter der Membran, die ja zusammen die Kapazität bilden, per Elektret vorpolarisiert ist. Die 48 Volt Phantomspeisung des Preamps sind dennoch notwendig, um die Schaltkreise im Mikrofon mit Leben zu füllen. Wer beim Wort „Elektret“ aufgeschreckt ist, der kann sich wieder in die gemütliche Ausgangslage in seinem Stuhl zurücklehnen: Dass die Verwendung von Elektret-Materialien gleichbedeutend mit schlechten Mikrofonen ist, ist lange her – als Beweis seien hier DPA angeführt, die aus Dänemark die Welt mit hochwertigen und hochpreisigen (Elektret-)Mikrofonen versorgen.

Rauscharm und pegelfest

So ein AT5045 mag zwar klein sein, die Werte zeigen jedoch Größe. So ist der Grenzschaldruckpegel mit 149 dB(SPL) angegeben, obwohl das Mikrofon kein Pad besitzt (allerdings für 1% THD). Gleichzeitig liegt das A-gewichtete Eigenrauschen des Kondensatormikrofons bei 8 dB. Das ist ziemlich nah an dem, was technisch überhaupt machbar ist. Im Leerlauf liegt der Übertragungsfaktor bei 17,7 mV/Pa, die Impedanz ist mit 100 Ohm gering genug für alle Preamps, vor dem Ausgang transformiert ein Übertrager – aber keiner der stark färbenden Sorte, soviel kann ich schon verraten. Der Pegelfrequenzgang, beiden Mikrofonen des Stereosets AT5045P als individuelles Messprotokoll beigelegt, zeigt einen äußerst ebenen Frequenzgang, eine Ausnahme stellt der sanfte und recht breite Boost um 10 kHz dar, der bei beiden Mikrofonen des Stereosets identisch aussieht.

Klein-Klein

In keinem Fall verschweigen sollte man die elastische Halterung des AT5045. Diese umschießt wie auch die des AT5040 fest und sicher, lässt sich aber sehr einfach öffnen und schließen. Nicht unerheblich im Kontext „kleines Mikrofon“ ist die Tatsache, dass nicht der geringe Raumbedarf des Audio-Technica-Mikros durch eine ausladende Spinne zunichte gemacht wird: Sie ist ebenfalls sehr klein.

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