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Test
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16.05.2017

Praxis

Solider Klang, aber kein Wunderkind

Man kann durchaus mit dem Audio-Technica AT2050 arbeiten, klangliche Kunststücke, die weit jenseits der Preisklasse liegen, darf man jedoch nicht erwarten. Ganz ähnlich wie bei vielen anderen Großmembranern aus dem Einsteigerbereich macht sich vor allem im Übergang zwischen den hohen Mitten und den Höhen eine gewisse Schärfe bemerkbar, wobei dies in unterschiedlicher Ausprägung für alle Richtcharakteristiken gilt. 

Bei Gesangsaufnahmen in Nierencharakteristik fehlt es dem Klang auch bei Besprechung aus geringem Abstand ein wenig an Fundament, was sich jedoch gut durch nachträgliche Bearbeitung mit einem Equalizer beheben lässt. Dies sorgt nebenbei dafür, dass der Präsenzbereich im Kontext leicht gezähmt und die leichte Tendenz zum Gifteln etwas weniger deutlich wird. Anzumerken ist allerdings, dass Harschheit im Fall von kräftiger gesungenen Rock-Vocals noch wesentlich deutlicher zu Tage treten würde als in unseren Audios. Wie fein aufgelöst die Höhen klingen könnten, zeigt dagegen das Neumann TLM 103 – wobei dieses mit einem etwa dreimal so hohen Preis zu Buche schlägt. Ganz fair ist dieser Vergleich also nicht.

In den letzten zwei Beispielen sind die beiden Vergleichskandidaten mit identischen Einstellungen durch einen UAD Pultec Equalizer zu hören, über den breitbandige Bass- und Höhen-Boosts umgesetzt wurden.

Helle Kugel und dünne Acht

Um die weiteren Richtcharakteristiken anzutesten, wurde das AT2050 als Raummikrofon bei einer Schlagzeugaufnahme aufgestellt. Die Kugel bewegt sich in dieser Situation recht nah an der Niere, gibt sich aber noch etwas heller und fängt geringfügig mehr Raumklang ein. Der Unterschied könnte durchaus deutlicher ausfallen. In der Richtcharakteristik Acht wirkt der Klang dagegen überraschend dünn und unnatürlich. Da sich bei Verwendung dieses Patterns ein sehr ausgeprägter Nahbesprechungseffekt bemerkbar macht, lässt sich der Notstand im Bassbereich beim Close-Miking aber zumindest recht gut ausgleichen. 

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