Test
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07.03.2016

Praxis

Optik, Haptik & Usability

Das HC577 L macht Spaß. Zunächst einmal ist die Kabellänge von 1,5 Metern optimal, um das Mikrofon komfortabel zu tragen, während es an einem am Gürtel befestigten Taschensender wie dem AKG DPT800 angeschlossen ist. Außerdem lässt das Kabel genügend Spielraum, um es durch die Kleidung zu fädeln und so nahezu unsichtbar zu verstauen.

Der Mikrofonarm lässt sich in seiner Halterung bewegen, um die Mikrofonkapsel näher zum Mund oder weiter von ihm weg zu bewegen. Dabei hilft eine ebenfalls hautfarbene, gummierte Führungstülle. Sie ist leicht ertastbar, sodass Anwender die optimale Ausrichtung des Mikrofonarms auch alleine vornehmen können. Aufgrund der leichten Krümmung kann der Arm entlang der Wange geführt werden, ebenso lässt sich so die Höhe der Mikrofonkapsel justieren.

Eine tolle Sache: Die dünnwandigen Rohre von Nackenbügel und Mikrofonarm sind in Maßen biegsam. Ich kann also vorsichtige Anpassungen vornehmen, um zur perfekten Passform zu gelangen. Was mir ebenfalls sehr gut gefällt: Der Mikrofonbügel lässt sich links wie rechts montieren. Dazu ist kaum Fingerspitzengefühl und schon gar kein Werkzeug erforderlich. Er wird einfach und sicher gesteckt.

Auch das Justieren der Weite des Nackenbügels gelingt ohne eingeklemmte Haare oder gar eine zweite Person. Der Mechanismus ist einfach wie durchdacht. Die Ohrbügel sind mit einer hautfarbenen rutschfesten Gummierung überzogen, sodass für die meisten Sprecher guter Sitz garantiert sein sollte. Das Anpassen der Ohrbügel durch Verbiegen ist allerdings knifflig. Ich hatte immer Sorge, dass gerade bei kleineren Köpfen das Metallröhrchen jederzeit brechen könnte. Hier leistet ein fester, aber deutlich biegsamerer Draht eventuell bessere Dienste.

Sollte der Mikrofonarm einmal störend im Bild sein, kann er mitsamt der Halterung einfach umplatziert werden und schon geht’s weiter. Wer auf Nummer Sicher gehen oder zwei unabhängige Signale aufzeichnen möchte, setzt an der freien Seite des Headsets einen zusätzlichen zweiten Mikrofonarm samt Kapsel und Kabel ein. Er ist als Zubehör bei AKG erhältlich.

Das Kabel des Mikrofonarms läuft an der Rückseite des Headsets mittig durch eine Kabelführung. Sie bietet eine leichte und nicht zu einschränkende Zugentlastung. Soll das Kabel besser gesichert werden und die Zugentlastung entsprechend höher sein, kann es doppelt durch die Kabelführung gefädelt werden. Eine einfache und effektive Lösung.

Klang

Der Sound haut mich leider nicht vom Hocker. Die versprochene feine Klangzeichnung der Kondensatorkapsel hält sich in Grenzen. Matt und leblos erscheint mir das Signal. Mit aufgesetzter Höhenkappe wird dieser Eindruck wesentlich besser, es kommt wahrnehmbar mehr Schimmern und Funkeln in den Sound. Insbesondere dunklere Stimmen profitieren davon. Allerdings treten nun auch Atemgeräusche deutlicher in den Vordergrund.

Einen Nahbesprechungseffekt gibt es, wie bei einer Kugel zu erwarten, nicht. Popgeräusche stellen deshalb bei korrekter Platzierung des Mikrofons kein Problem dar. Erfreulich ist, dass sich die Kugelcharakteristik weitgehend unempfindlich gegen Signale jenseits der Besprechungsdistanz zeigt. Das kommt dem Mikrofon vor allem in lauten und reflektionsstarken Umgebungen zugute. Die Transientenzeichnung ist insbesondere mit angebrachter Höhenanhebungskappe ordentlich, wenn auch nicht überragend.

Rauschanteile lassen sich nicht ausmachen; überhaupt gibt das HC577 L im Hinblick auf Nebengeräusche eine gute Figur ab. Kopfbewegungen werden nicht mit Rascheln quittiert und die Zugentlastung am Nackenbügel verhindert, dass die Zuleitung des Mikrofons unangenehm auffällt. Falls bei Außenaufnahmen Windgeräusche stören, kann der mitgelieferte Schaumstoff-Windschutz zum Einsatz kommen.

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