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Test
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28.04.2015

AKAI Professional Tom Cat Test Preview

Analoge Drum Machine

AKAI Pro  bringt mit der Tom Cat nach dem Rhythm Wolf eine weitere analoge Drum Machine auf den Markt. Doch ist die Tom Cat nicht nur analog, sondern auch gut? Wir hatten die exklusive Gelegenheit, einen Prototypen der AKAI Pro Tom Cat einem Vorab-Check zu unterziehen. Einen ersten Eindruck bekommt ihr im Test Preview.

Da es sich noch um einen Prototypen handelte, kann es durchaus sein, dass sich bei den Seriengeräten noch einige Dinge ändern. Sobald die AKAI Pro Tom Cat regulär verfügbar ist, werden wir uns daher die endgültige Version besorgen und in einem ausführlichen Testbericht begutachten. Aber das Vorseriengerät zeigt schon ganz gut, wohin die Reise geht. Hier mein erster Eindruck:

Details

Gehäuse und Anschlüsse

Die Tom Cat verwendet das gleiche flache Metallgehäuse mit Kunststoffseitenteilen wie der Rhythm Wolf, in diesem Fall allerdings in silber. Die Verarbeitungsqualität macht AKAI-typisch einen sehr guten Eindruck, hier wackelt nichts. Die Taster, Pads und Potis fühlen sich gut an. Rückseitig findet man neben dem Netzteilanschluss und einer Bohrung für ein Kensington Lock eine USB-Buchse, MIDI In/Out, Gate/Trig In/Out Buchsen zur analogen Synchronisation sowie einen Line- und einen Kopfhörerausgang. Leider fehlen Einzelausgänge für die verschiedenen Sounds, was bei einer Drum Machine eine empfindliche Schwachstelle ist und die Tom Cat etwas semiprofessionell erscheinen lässt. Eventuell lassen sich diese aber, wie beim Rhythm Wolf, beim Serienmodell durch eine Modifikation nachrüsten. 

Sounds

Im Zentrum des Bedienfelds findet man 21 griffige Regler, mit denen die fünfeinhalb Sounds der Tom Cat eingestellt werden: Kick Drum, Snare Drum, Clap, Hi Hat Open / Closed und "Disco Toms". Für jeden Sound gibt es ein Volume-Poti und verschiedene weitere Regelmöglichkeiten. Die Kick erlaubt die Einstellung von Tuning, Pitch Envelope und Decay. Leider fehlt eine Möglichkeit, den Attack zu regeln, also das "Knackgeräusch", das stets sehr präsent ist und ein wenig topfig klingt. Insgesamt stimmt bei der Kick für meinen Geschmack die Balance nicht so recht – sie liefert zwar einen schönen analogen "Boom" und kann knackig klingen, aber so richtig schön punchy finde ich sie nicht.

Bei der Snare gibt es Regler für Tune, Filter und Decay. Mit dem Tune-Poti kann der "bauchige" Teil der Snare verstimmt werden, wobei der Regler leider wenig effektiv ist. Das Filter ist wohl ein resonantes Bandpassfilter, das auf den rauschhaften "Teppich" wirkt und mit Decay kann die Abklingzeit reguliert werden. Die Snare gefällt mir etwas besser als die Kick, ist aber ebenfalls klanglich etwas eingeschränkt. Es fehlt wie bei der Kick die Möglichkeit, das Verhältnis der beiden Klangkomponenten zu regeln.

Den Clap finde ich persönlich von allen Sounds der Tom Cat am besten. Hier gibt es Regelmöglichkeiten für Tune (klingt eher wie ein Filter), Spread und Decay.  

Die Hi Hat hat mich bei diesem Prototypen enttäuscht. Die Decay-Zeit kann nur gemeinsam für die offene und geschlossene Hi Hat eingestellt werden (die offene ist natürlich immer etwas länger als die geschlossene). Das Tune-Poti macht leider so gut wie gar nichts. Ich hoffe, dass sich das bei den Seriengeräten noch ändert – mit einer funktionierenden Möglichkeit zur Stimmung wäre die Hi Hat gleich viel besser.

Der fünfte Sound heißt "Disco Toms" und ist der wesentliche Unterschied zum Rhythm Wolf, der an dieser Stelle eine Synthesizer-Stimme besitzt. Die Toms können im Sequencer chromatisch programmiert werden. Laut AKAI Pro wird es noch eine wichtige Änderung geben: Der Umschalter, der bei diesem Prototypen mit "Tom / Conga" beschriftet ist, schaltet nicht etwa zwischen zwei Sounds um, sondern invertiert die Pitch-Hüllkurve. Die Seriengeräte sollen dann auch entsprechend beschriftet sein. Neben diesem Umschalter gibt es Regler für Tune, Attack, Decay, Pitch Envelope Amount und - Decay. Ich finde die Beschriftung noch etwas uneindeutig – es ist nicht ganz klar, welche Regler zur Lautstärken- und welche zur Pitch-Envelope gehören. Mit den Disco Toms kann man wegen der umfangreicheren Regelmöglichkeiten allerhand anstellen, unter anderem taugt das Tom auch als zusätzliche Kick Drum.  

Für mein Empfinden klingt die Tom Cat zwar streckenweise gut, setzt aber insgesamt nicht gerade neue Maßstäbe für analoge Drumsounds. Mit dem Verzerrer, der hier "Maul" heißt, kann man noch etwas Schmutz hineindrehen, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Ich bin gespannt, ob sich bei den Seriengeräten noch etwas ändert – insbesondere im Hinblick auf das Tuning der Hi Hat und der Snare wäre das sehr wünschenswert.

Sequencer

Der Sequencer der Tom Cat entspricht dem des Rhythm Wolf und bietet Speicherplätze für 16 Patterns. Ein Pattern umfasst dabei zwei Blöcke à 16 Steps (A und B), die manuell umgeschaltet werden können oder sich automatisch abwechseln. So lassen sich auch Patterns mit 32 Steps realisieren. Neben dem Step-Eingabemodus gibt es auch eine Möglichkeit zur Live-Einspielung, was vor allem bei der chromatischen Programmierung der Toms Sinn macht (die Step-Taster werden dann zur "Tastatur"). Etwas ungünstig ist, dass man die Sounds stets anspielen muss, um zum entsprechenden Sequencer-Track zu wechseln. Der Sequencer sendet MIDI und kann per MIDI-Clock oder analogen Gate/Trig-Impulsen synchronisiert werden oder als Master arbeiten. Eine Swing-Funktion ist vorhanden, ebenso wie ein Tap-Tempo-Button. Für jede Note kann die Velocity in drei Stufen eingestellt werden. Das Aufzeichnen von Reglerstellungen oder -bewegungen ist leider nicht möglich. Insgesamt würde ich sagen: Ein klassischer, einfach zu bedienender Step-Sequencer, der seinen Zweck erfüllt, aber bei weitem nicht an die Möglichkeiten beispielsweise einer Korg Electribe oder eines Elektron Analog Rytm heran reicht.

Mein erster Eindruck zur AKAI Pro Tom Cat ist zwiegespalten. Geradlinige Geräte ohne Firlefanz haben den Vorteil, dass man sich nicht verzettelt und schneller kreativ wird. Bei der Tom Cat gibt es gar nicht so viel einzustellen, als dass man sich allzu lange damit aufhalten müsste. Außerdem kann die kleine Kiste durchaus fett und druckvoll klingen und reißt mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 239 Euro auch kein allzu großes Loch in den Geldbeutel. Allerdings wirkt sie tatsächlich noch etwas unfertig, insbesondere die Tune-Regler für Snare und Hi Hat dürften gern etwas wirkungsvoller sein. Nach jetzigem Stand der Dinge ist die klangliche Bandbreite leider etwas eingeschränkt, auch weil die Kick Drum stets einen sehr präsenten Attack-Anteil besitzt.

Was sich bei den Serienmodellen noch ändert, bleibt abzuwarten. Sobald wir eine ausgereifte AKAI Pro Tom Cat bekommen können, werden wir sie natürlich ausführlich testen und Bericht erstatten.

  • FEATURES
  • Klangerzeugung: analog
  • Sounds: Kick, Snare, Clap, Hi Hat (open/closed), Tom
  • 6 beleuchtete Pads
  • Effekte: Maul (Verzerrer)
  • Sequencer: 16 Patterns, pro Pattern 2 x 16 Steps
  • Tap Tempo Button
  • Anschlüsse: Kopfhörer, Line Out, MIDI In/Out, Gate/Trig In/Out, USB, Netzteil
  • PREIS
  • UVP: 239,00 Euro

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