Bass Genre_Metal Hersteller_Marshall
Test
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20.05.2009

300 Watt Marshall Bass Combo 4210 Test

Rockin’ all over the neighbourhood

Glühendes Lob versprüht Motorheads Lemmy Kilmister auf der Marshall Website: “If it’s a Marshall written on it, you can buy it without even a test-drive. They are that good!”Keine Frage, die Verstärker mit dem Namenszug des legendären Amp-Pioniers Jim Marshall genießen absoluten Kultstatus. Allerdings gilt das vorrangig für die Gitarristenfraktion - auch Lemmy setzt übrigens hauptsächlich Gitarrenamps zur Verstärkung seines Trademarksounds ein. Für viele Bassisten galten die Verstärker von Marshall nicht unbedingt als erste Wahl. Aber schaut man sich die beeindruckende Geschichte der britischen Traditionsmarke etwas näher an, dann fehlte es im Laufe der Jahrzehnte auch nicht an durchaus gelungen Bassamps.

Viele sind im Rückblick mit mehr oder weniger bemerkenswerten Anekdoten verbunden. So erinnere ich mich lebhaft an die 600 Watt starke 3560 25/50 Silver-Anniversary-Serie mit ihrem Mosfet Rackmount-Topteil. Dessen Einschaltstrom war so hoch, dass es nahezu jede Haussicherung in die Knie zwang und regelmäßig den halben Wohnblock vom Netz trennte. Hielt sie stand, dann klang der Verstärker durchaus brauchbar und lieferte eine infernalische Lautstärke. Auch das  400 Watt Vollröhren-Topteil VBA 400 aus der ValveBassAmp Serie mit seinen 8 x 6550 Endstufenröhren ist ein monumentaler Vertreter seiner Zunft. Ich hatte diverse Male das Vergnügen, bei Gigs mit vorhandener Backline diesen Boliden vorzufinden und mir von ihm die Haare föhnen zu lassen - eine echte Alternative zum Hiwatt 200 übrigens, der unangefochten zu den lautesten Vollröhren-Bassamps der Welt zählt.
Auch Comboverstärker für uns Tieftöner baut man bei Marshall nicht erst seit gestern, wobei die MB Serie mit den Modellen MB 15, MB 30, MB 60, MB 150, MB 4210 und MB 4410 verhältnismäßig frisch auf dem Markt ist. Die vier letztgenannten verwenden exakt dieselbe zweikanalige Hybridvorstufe mit Transistor- und Röhrentechnik und eine 450 Watt Transistorendstufe wie der hier getestete 4210, kommen aber in verschiedenen Gehäuse- und Speakerkonfigurationen. Außerdem gibt es Vor- und Endstufe auch als separates Topteil mit der Bezeichnung 450H, wobei H für Head steht. Es sollte also für jeden etwas dabei sein.

Das nächstes Zitat von Lemmy gibt Aufschluss über die Richtung, in die die Reise gehen soll: “It may be small, but it will still upset your neighbours”. Diese Combos richten sich vornehmlich an Bassisten, die ihrer Kunst in Proberäumen und auf kleineren Bühnen frönen, die wenig transportieren, aber trotzdem nicht auf ausreichende Leistung und das geliebte Marshall-Logo verzichten möchten. Nun, wer seine Nachbarn ärgern will, der braucht sich nicht die Mühe zu machen, 33 Kilo herumzuschleppen. So viel wiegt unser MB 4210 - ein recht massiger Auftritt für einen Combo-Amp. So gesehen sollte man ruhigen Gewissens etwas mehr erwarten können als schiere Lautstärke - selbst von einem Amp, der im Laden schon für 600,- Euro zu haben ist.

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