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Der Ursprung des Rock: Sieben Rockabilly-Riffs und ihre Geschichte

Rockabilly beginnt oft mit nur wenigen Zutaten: einem trockenen Gitarren-Attack, einem kurzen Slapback-Echo und einem Rhythmus, der sofort nach vorne drängt. Mitte der 1950er-Jahre entstand aus Country, Blues und frühem Rock ’n’ Roll ein Sound, der roh und voller Energie war. Rund um die Sun Studios und Bradley Studios prägten Gitarristen im Umfeld von Elvis Presley, Johnny Cash und Gene Vincent eine Spielweise, die zum Fundament der modernen Rockgitarre wurde. In diesem Workshop nehmen wir sieben prägende Rockabilly-Riffs unter die Lupe und zeigen, wie ihr den authentischen Vintage-Sound selbst spielt.

Der Ursprung des Rock: Sieben Rockabilly-Riffs und ihre Geschichte
Credit: Alamy Stock Foto / Philip Birkitt

Mystery Train – Elvis Presley

Der Song Mystery Train wurde 1955 von Elvis Presley in den Sun Studios aufgenommen und zählt zu seinen wichtigsten frühen Rockabilly-Hits. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Gitarrist Scotty Moore, der den typischen Sound des Songs mitprägte. Sein rhythmisches, von Country und Blues beeinflusstes Gitarrenspiel gab Mystery Train einen markanten Drive. Konzentriert euch besonders auf das vom Travis-Picking inspirierte Wechselbass-Spiel, durch das der charakteristische „Boom-Chick-Boom-Chick“-Rhythmus entsteht.

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Mystery Train – Original Mystery Train – Backing Track

Summertime Blues – Eddie Cochran

Summertime Blues wurde 1958 von Eddie Cochran veröffentlicht und entwickelte sich schnell zu den beliebtesten Rock’n’Roll-Songs der 1950er-Jahre. Hier haben wir euch den charakteristischen Basspart auf die Gitarre übertragen, den man sehr gut mit einem Tremolohebel imitieren kann. Die Akkorde E, A und D kommen riffartig rüber und zeigen bereits die Art und Weise, wie später die Rolling Stones, The Who und sogar AC/DC das Akkordspiel auffassten.

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Summertime Blues – Original Summertime Blues – Backing Track

Be-Bop-A-Lula – Gene Vincent (Cliff Gallup Solo)

1956 nahm Gene Vincent mit Be-Bop-A-Lula einen der prägenden Rockabilly-Klassiker im Bradley Studio auf. Zentral ist hier das Gitarrenspiel von Cliff Gallup, dessen Solo viele spätere Rockgitarristen beeinflusste, auch Jeff Beck. Hier finden sich Repeating Patterns, Double Stops, Akkordeinwürfe sowie eine elegante Mischung aus Mollpentatonik und mixolydischen Linien. Darüber hinaus zeigt sich auch, wie sehr Rockabilly-Gitarristen in den jeweiligen Akkord-Shapes denken und die Changes zielgenau ausspielen.

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Be-Bop-A-Lula – Original Be-Bop-A-Lula – Backing Track

Blue Suede Shoes – Carl Perkins

Mit Blue Suede Shoes schuf Carl Perkins einen der ersten Rock’n’Roll-Songs, die parallel in den Pop-, Country- und R&B-Charts Erfolge feiern konnten. Die 1955 in den Sun Studios entstandene Aufnahme zeigt bereits viele stilprägende Elemente des Genres: einen treibenden Groove, klar strukturierte Riffs und eine Mischung aus Country-Picking und rhythmischem Rock’n’Roll-Feeling. Carl Perkins kombiniert dabei ein prägnantes, riffbasiertes Gitarrenspiel mit geschmackvoll platzierten Solo-Fills. Die spätere Version von Elvis Presley trug zum endgültigen Kultstatus des Songs bei.

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Blue Suede Shoes – Original Blue Suede Shoes – Backing Track

Lonesome Train (On a Lonesome Track) – Johnny Burnette

Lonesome Train (On a Lonesome Track) wurde 1956 von Johnny Burnette und dem Rock’n’Roll Trio aufgenommen. Der Song besticht durch seinen rauen, ungezügelten Sound und eine für die damalige Zeit ungewöhnlich hohe Energie. Obwohl Paul Burlison offiziell als Gitarrist des Trios galt, wird bis heute diskutiert, ob nicht möglicherweise Studioprofi Grady Martin die Gitarrenparts eingespielt hat. Unabhängig davon überzeugt das Stück mit einem stellenweise bewusst schräg und fast schon aggressiv klingenden Gitarrenpart. Der treibende Achtelgroove sorgt für den charakteristischen „Railroad“-Puls und lässt das Rattern eines fahrenden Zuges musikalisch lebendig werden.

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Lonesome Train – Original Lonesome Train – Backing Track

Race with the Devil – Gene Vincent

Race with the Devil von Gene Vincent und seinen Blue Caps erschien am 10. September 1956 als Single mit der B-Seite „Gonna Back Up Baby“. Obwohl der Song heute als Meilenstein des Rockabilly gilt – nicht zuletzt wegen des legendären Gitarrenspiels von Cliff Gallup – war er bei seiner Veröffentlichung 1956 in den USA kommerziell weniger erfolgreich. Gallup zeigt hier quasi eine Blaupause der Rock’n’Roll-Gitarre mit 6/9-Akkord-Einwürfen, Double Stops und tollen Solo-Lines.

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Race with the Devil – Original Race with the Devil – Backing Track

Folsom Prison Blues – Johnny Cash

Johnny Cash nahm Folsom Prison Blues 1955 mit seiner Rhythmusgruppe, den Tennessee Two, in den Sun Studios auf. Die markanten Gitarrenparts stammen von Luther Perkins, der hier seinen legendären „Boom-Chick-A-Boom“-Groove etabliert. Grundlage dieses Sounds ist ein abgedämpft gespielter Wechsel von Grundton und Quinte des jeweiligen Akkords. In Kombination mit dem charakteristischen Slapback-Echo entsteht ein minimalistischer, aber enorm treibender Rhythmus, der später zum Markenzeichen des Johnny-Cash-Sounds wurde.

Experimentiert beim Spielen ruhig mit kleinen Variationen, etwa, indem ihr statt zweier Achtelnoten nur eine einzelne anschlagt. Auch Luther Perkins selbst hat diesen Groove stets subtil variiert und dadurch lebendig gehalten. Das Original steht in F und wurde ohne Drums aufgenommen. Um euch das Spiel zu erleichtern, findet ihr hier das Stück in E und mit einem Drumgroove unterlegt.

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Folsom Prison Blues – Original Folsom Prison Blues – Backing Track

Get the Sound: Das Geheimnis hinter dem klassischen Rockabilly-Sound

Für einen authentischen Rockabilly-Sound empfiehlt sich eine Gitarre mit Single-Coil-Pickups, idealerweise eine Telecaster. Alternativ funktionieren auch Instrumente mit Filter’Tron-Pickups hervorragend – klassischerweise von Gretsch, wobei es nicht zwingend dieses Fabrikat sein muss. Amp-technisch passt ein cleanes, amerikanisches Amp-Modell im Fender-Stil, aber auch Vox-Amps können hier ausgesprochen überzeugend klingen.

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Bei den Effekten gilt: Weniger ist mehr. Im Grunde benötigt ihr lediglich ein Slapback-Delay mit einer Delayzeit zwischen etwa 90 und 120 ms. Den Mix-Regler dürft ihr dabei ruhig großzügig aufdrehen, während das Feedback auf ein bis maximal zwei Wiederholungen stehen sollte. Besonders authentisch wirken analoge Delays oder Tape-Echos. Reverb sollte – anders als etwa im Surf-Rock – eher sparsam eingesetzt werden.

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Die gewünschte Räumlichkeit entsteht vielmehr durch einen dezenten Room-Reverb in Kombination mit dem Slapback-Delay. So könnten klassische Settings aussehen:

Fotostrecke: 2 Bilder Amp-Settings

Mehr Informationen zum klassischen Rockabilly-Sound findet ihr hier: 

Wer sich nun fragt, warum Brian Setzer in unserer Aufzählung außen vorgelassen wurde, der wird hier fündig:

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