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Alesis MultiMix 10 Wireless Test

Praxis

Lieferumfang

Verpackungstechnisch wird der Mixer jedenfalls äußerst solide präsentiert: In der ansprechend gestalteten Umverpackung wird der MultiMix 10 Wireless von zwei recht massiven Styropor-Teilen gegen Verrutschen und vor Erschütterungen geschützt. Zubehörmaterial (Kaltgerätekabel und Bedienungsanleitung) und Mixer sind in je eigenen Plastiktaschen untergebracht und somit staubgeschützt. Zusätzlich ist das Tütchen des Zubehörs per Klebeband auf dem »Mixerbeutel« fixiert. Zu kleinlich beschrieben? Keineswegs! Man stelle sich nur mal vor, das Schuko-Kabel würde beim Transport permanent zwischen den Mixer-Bedienelementen hin- und hergeworfen…

Fotostrecke: 5 Bilder “Frisch vom Band” könnte man meinen…

Optik & Haptik

Die schwarze Lackierung der metallenen Frontplatte weist ein feines Metallic-Finish auf, wodurch das Gerät einen sehr soliden Eindruck für diese Preisklasse ausstrahlt. Sowohl Beschriftungen als auch Einbau der Bedienelemente wirken ordentlich gefertigt. Hier ist nichts verschmiert, nichts lieblos dahinmontiert, sondern gemessen am Verkaufspreis vergleichsweise »hochwertig« verbaut worden. Am Gerät wurde eine ansprechende Einteilung der verschiedenen Sektionen umgesetzt. Dadurch ist ein schneller Überblick gewährleistet, und der Signalfluss wird nachvollziehbar gemacht. Eventuell wären die vorderen Mikrofoneingänge besser ganz links auf der Frontplatte angebracht, um die Signalflussabbildung noch konsequenter im Bedien-Layout umzusetzen. Aber die vorhandene Unterbringung zwischen Kanal- und Master-Sektion ist sicherlich auch kein Beinbruch. Die ungerasterten Kanalfader und Potentiometer sind sehr schön leichtläufig und ermöglichen ein im wahrsten Sinne reibungsloses und auch zielgenaues Einstellen. Die „Pan“- beziehungsweise „Balance“-Regler sowie die Potis der zweibandigen Kanal-Equalizer haben außerdem eine Einrastfunktion bei »12 Uhr«. Warum dies auch bei den „Trim“-Potis der drei Stereokanäle der Fall ist, bleibt aber wohl das Geheimnis des Herstellers. Allerdings versprühen die Plastikkappen von Potis und Fadern nicht gerade Highend-Charme, und die Potentiometer kann man auch nicht unbedingt »wackelfest« nennen, aber dass der Kompaktmixer bei dem supergünstigen Verkaufspreis absolut vollkommen ist, wird wohl auch niemand ernsthaft erwarten.

Usability

Und wie steht es um die Handhabung? Auch hier ist für meinen Geschmack nahezu alles im grünen Bereich. Das Einpegeln von Signalen erfolgt dank Peak-LEDs und 10-stelligem LED-Meter für die Stereosumme problemlos. Und auch das Einrichten eines separaten Monitormixes über den „Aux1“-Weg ist kinderleicht. Die Phantomspeisung ist allerdings (wie in dieser Mixer-Preisklasse üblich) nur für alle Kanäle zugleich aktivierbar, der zugehörige Schalter befindet sich auf der Geräterückseite. Wer meine Testberichte kennt, ahnt bereits, dass das für meinen Geschmack zu umständlich ist – dasselbe gilt für den An/Aus-Schalter des Rackmixers. Eine Anbringung auf der Rückseite will mir einfach nicht plausibel erscheinen. Dass die Mikrofon- und Lineeingänge für die Kanäle „1“ und „2“ auch von vorn zugänglich sind, ist dagegen wirklich top. Die Lautstärkeregelung der Fader ist im unteren Bereich logarithmisch, rings um die Unity Gain-Stellung dagegen nahezu linear aufgelöst und ermöglicht so im entscheidenden Bereich entsprechend feinere Einstellungen. So muss es sein.
Doch nun zum Kern-Feature, der Bluetooth-Funktion. Hierfür ist ein Bluetooth-Gerät erforderlich, dass optimalerweise den SBC-Codec des A2DP-Standards unterstützt (Advanced Audio Distribution Profile) und die zur Zeit aktuelle Bluetooth-Version 4.0 verwendet. Die Kopplung von Bluetooth-fähigen Geräten mit dem MultiMix 10 Wireless ist in der Praxis denkbar einfach. Nach dem Einschalten der Geräte wird im Bluetooth-Menü des mobilen Geräts der Eintrag „Alesis MultiMix“ gefunden. Wird dort die Gerätekopplung bestätigt, geht die Signalübertragung auch schon los. Die aktive Bluetooth-Verbindung wird durch die (sinnigerweise in blau leuchtende) „Status“-LED im Masterbereich des MultiMix 10 Wireless angezeigt. Zum Entkoppeln wird einfach der „Pair/Unpair“-Taster betätigt. Das war’s. Im Test blieb die Audioverbindung bis etwa 6m ausreichend stabil, um sie bedenkenlos nutzen zu können. Einzig dass sich jeder Besitzer eines Buetooth-Gerätes passwortlos am Mixer anmelden kann, könnte mancherorts zum Problem werden.

Sound

Klanglich gibt es am MultiMix 10 Wireless kaum etwas zu bemängeln, das Rauschverhalten ist gut,  und auch die EQs verrichten eine saubere Arbeit. Einzig die Preamps der Mikrofonkanäle wirken nicht sonderlich kräftig. Bei Mikrofonen mit geringem Output dürfte das nicht immer zu einem rauscharmen Resultat führen. Aber hören wir uns doch einmal im Detail an, wie der MultiMix 10 Wireless klingt.

Audio Samples
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Mikrofon-Preamp Mikrofon-Preamp mit LowEQ Minus 15 dB Mikrofon-Preamp mit LowEQ Plus 15 dB Mikrofon-Preamp mit HiEQ Minus 15 dB Mikrofon-Preamp mit HiEQ Plus 15 dB

Das erste Audiobeispiel wurde mithilfe eines dynamischen Mikrofons aufgezeichnet (Shure SM58). Beim Einpegeln des Signals macht sich schnell bemerkbar, dass sich die fehlende CUE/PFL-Funktion in Live-Situationen als Problem erweisen kann. Weil nämlich die Peak-LED der einzelnen Kanäle über den Post-Fader-Signalpegel Auskunft gibt, muss der entsprechende Kanal-Fader auf „0 dB“ (Unity Gain) geregelt werden, wenn das „Line/Trim“-Poti für die Aussteuerung anliegender Signale eingesetzt werden soll. Um das vom SM58 gelieferte Sprachsignal einzupegeln, musste der „Line/Trim“-Regler im vorliegenden Fall auf etwa „3 Uhr“ gestellt werden. Viel Spielraum nach oben bleibt da hinsichtlich der Vorverstärkung nicht. Der Klang der Preamps ist durchaus »voll« und »rund«, wirkt allerdings zugleich auch ein wenig »muffig«. Zudem hat das Signal eine leicht angezerrte Komponente, obwohl während der Aufzeichnung zu keiner Zeit die Peak-LED des zugehörigen Kanals aufleuchtete.  
Wie gut, dass der Einsatz des Low-Shelf-EQs den etwas »muffigen« Charakter beheben kann. Wie im Audiobeispiel zu hören, greift dieses Filter zwar bei einer Eckfrequenz von 80 Hz, sein Einfluss reicht aber deutlich weiter hinauf. Ein Blick auf ein Frequenzanalyse-Tool zeigt, dass die Wirkung des Low-Shelfs sich bei extremer Parameterwahl (+/-15 dB) bis fast 500 Hz erstreckt. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Test des Hi-Shelf-EQs – er setzt bei einer Eckfrequenz von 12 kHz an, beeinflusst das Signal bei extremer Parameterwahl (+/-15 dB) jedoch schon ab etwa 6 kHz. Das spricht für eine nicht allzu steilflankige Ausführung der Kuhschwanzfilter und hat in der Praxis sowohl Vor- als auch Nachteile: Zwar greifen die Shelving-EQs auf relativ »musikalische« Weise, jedoch sind frequenztechnisch mittels extremer EQ-Anhebungen/-Absenkungen hier keine »harten Schnitte« realisierbar, die sich nicht auch auf angrenzende Frequenzbereiche auswirken würden. Diese »nicht-chirurgische« EQ-Taktik erscheint mir für einen Kleinmixer, der für Livesituationen konzipiert ist, absolut sinnvoll.

Audio Samples
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Songfile (Original) Songfile (Bluetooth-Übertragung)

Kommen wir nun aber zum Kernfeature des MultiMix 10 Wireless, der Bluetooth-Übertragung. Für diesen Zweck habe ich auf die Schnelle ein Song-Snippet zusammengestellt, das ihr zum einen im Original hören könnt, also quasi „frisch aus der DAW“. Zum anderen hört ihr eine Aufzeichnung desselben Tracks, der von einem HTC Desire HD abgespielt und kabellos an den Bluetooth-Kanal des MultiMix 10 Wireless übertragen wurde. Zunächst muss ich noch einmal betonen, dass die Bluetooth-Übertragung wirklich völlig reibungslos funktioniert. Jedoch weist das durch den Alesis-Mixer geschickte Musiksignal eine ähnliche klangliche Nuance auf, die ich schon beim Vocalsignal des Shure SM58 angemerkt habe: Ein leichter Verzerrungsanteil ist dem übertragenen Musiksignal nicht abzusprechen. Trotz optimaler Aussteuerung wirkt es vor allem im Bereich der Transienten wahrnehmbar »crisper«. Das wird beispielsweise am Klang der Snare, bei den perkussiven Elementen der Funk-Gitarre und bei den hohen E-Bass-Slaps deutlich.

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