Konkurrenz belebt den Markt: Akai Professional hat’s kapiert und präsentiert AKAI MPC SAMPLE: ein robusten und mobilen Sampler. Auf den ersten Blick erinnert das an Teenage Engineering PO-133 KO2 – konzeptionell ist es aber mehr MPC-60. Der Kreis der Kopien schließt sich; im Test genaueres!
AKAI Professionell MPC Sample
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Die AKAI MPC Sample ist ein mobiler Sampler mit bis zu 32-Voices im knuffeligen Vintage-Look. Mit schrägen Kopfteil, integriertem Speaker sowie „ledriger“ Handballenauflage, versprüht das Gerät einen Hauch Retro-Charme – irgendwo zwischen Taschenrechner und alter Registrierwaage.
Duck, duck and go: Der Compressor der Akai MPC Sample ist TE-mäßig mit einer Ente visualisiert
In der Mitte sitzen 16 Pads im klassischen 4×4-Grid. Sie fallen kleiner aus als bei großen MPCs, sind aber dennoch Anschlags-dynamisch und Aftertouch-fähig. Darüber befindet sich ein 3,8 × 5,2 cm großes Display, flankiert von drei zugehörigen Poti-Reglern darunter, sowie drei Tastern darüber.
Rechts daneben sitzt ein knackiger Push-Encoder, während oben links ein dedizierter Volume-Regler platziert ist. Außerdem sind Lautsprecher, Mikrofon und Akku integriert. Die ersten beiden erfüllen eher einen symbolischen Zweck – klanglich sollte man hier keine Wunder erwarten.
Der Akku hält indes erfreulich lange durch. Geladen wird bequem über USB-C, das gleichzeitig Class-Compliant Audio und MIDI bereitstellt. Dadurch lässt sich die MPC Sample auch ohne Treiber direkt an Rechner oder Mobilgeräte anschließen. Eine Verbindung mit der DAW MPC 3 soll möglich werden, ein Web-Access ist ebenfalls geplant.
Die Rückseite der MPC Sample ist gut ausgestattet: Phones, Sync-Out, MIDI-Out, MIDI-In, Stereo Out, Line In sowie Gain, USB und Power-Taster.
Samples lassen sich über USB-Audio, das eingebaute Mikrofon oder den rückseitigen Line-Input mit eigenem Rec-Gain-Regler aufnehmen. Außerdem lassen sich an der linken Seite GB-schwere Speicherkarten einsetzen sowie ein Disk-Read-Mode aktivieren.
Disk-Streaming wird ebenfalls unterstützt, die MPC managed das automatisch neben dem 2 GB Ram. Das Limit liegt klar bei den 32 parallelen Stimmen aus maximal 128 Samples, die immerhin bis zu rund 6 GB adressieren können. Der interne Speicher liegt nämlich bei 8 GB inklusive 2 GB Factory Content.
Der Stereo-Line-Ein- und Ausgang ist symmetrisch ausgeführt und nutzt erfreulicherweise große Klinkenbuchsen. Lediglich der Kopfhörer-Ausgang, der Sync-Out sowie der MIDI-I/O sind als 3,5-mm-TRS-Buchsen realisiert.
Sequenzen & Kits der MPC Sample
Jede Sequenz kann bis zu 128 Bars lang sein, mit unterschiedlichen Rasterungen sowie Swing-Einstellungen versehen werden. Einen Song-Mode gibt es ebenfalls, Sequenzen on the fly zu chainen scheint nicht vorgesehen.
Die Pads haben mehrere Funktionen, darunter Shortcuts via Shift!
Kits werden jeweils als eigenes Projekt geladen. In der Regel findet man darauf 16 gut kuratierte Samples sowie passende Sequenzen auf den Pads und kann direkt loslegen. Insgesamt sind über 100 Kits enthalten – überwiegend aus Genres wie Boom Bap, Hip-Hop, Trap und R&B, ergänzt durch etwas Acoustic, 80s, 90s und Classics.
Projekt ballert mies
Die MPC-Sample-Projekte – also Kits inklusive Pattern-Sammlung – klingen durchweg druckvoll, ohne dabei überproduziert zu wirken. Damit liefern sie eine sehr gute Ausgangsbasis für eigene, moderne Produktionen.
Die Auswahl der Kits gefällt ausgesprochen gut und wirkt insgesamt hochwertig kuratiert. Viele der Loops sind bewusst etwas offener gehalten und lassen genug Raum für eigene Interpretationen.
Load, and Load, die Kits sind als Projekt organisiert!
Eine Möglichkeit, Projekte zu verschmelzen oder mehrere Kits miteinander zu kombinieren, konnte ich nicht finden. Das ist schade, lässt sich so beispielsweise kein Beat einspielen und anschließend eine schnelle Bassline darüber layern – zumal es dafür sowieso keine Kits gibt. Einzelne Sounds lassen sich indes problemlos ergänzen und natürlich auch chromatisch spielen.
Neben Note-Repeats, Note-Ons, Reverse und Mutes bieten die Pads nämlich auch die bekannten „16 Levels“. Dadurch lassen sich Parameter wie der Tune, Velocity oder das Filter des zuletzt gewählten Pads direkt über das Pad-Grid spielen, was den Performance-Aspekt beim Einspielen erweitert.
Der Fader wiederum lässt sich ganz flink auf Essentials mappen und so gezielt beim Pattern-Write nutzen: Volume, Pan, Tune, Amp Attack und Release sowie Filter Cutofff und Kit Volume lassen sich auch damit bequem steuern sowie “groovy” automatisieren! Immer ein Parameter nach dem anderen, möglichst im Overdub, usw.
Volume, Pan, Tune, Amp Attack und Release sowie Filter Cutofff und Kit Volume lassen sich mit dem Fader flink steuern.
PRAXIS
Wie klingt es in der Praxis ?
Klanglich macht das Gerät absolut Spaß! Limiter und Clipper reagieren schnell, während die plakativen Pad-FX eher vorsichtig eingesetzt werden sollten. Die Quantisierung beim Einspielen funktioniert sehr gut und vermittelt unmittelbar tightes Groove-Gefühl.
Auch der Fader lässt sich flink auf die wesentlichen Essentials mappen und so bewusst beim Pattern-Write nutzen: Volume, Pan, Tune, Amp Attack und Release sowie Filter Cutofff und Kit Volume lassen sich damit direkt und effektiv steuern!
Bei klassischen Drum-Patterns entsteht schnell ein gewisses “effektives” 80s-Feeling. Positiv ist außerdem, dass der Akku-Betrieb vollkommen brummfrei bleibt. Ground-Loops oder Netzteilstörungen spielen schlicht keine Rolle. Der Kopfhörerausgang hingegen fällt eher nüchtern aus und geht auch gut laut.
Konzept & Architektur AKAI MPC Sample
Entgegen aktueller Trends gibt es bei der AKAI MPC Sample keinen Touchscreen, keine virtuellen Instrumente und tatsächlich nur eine Spur. Trotzdem wirkt die MPC Sample fokussiert und in sich geschlossen. Innerhalb dieser Grenzen ist sie sogar üppig ausgestattet, wenn man einmal von dem 32 Stimmen Limit absieht
Knackiges Design, reisefreundliches Format – MPC Sample
Der „Gameboy“ gefällt also instinktiv und fasst sich auch echt ordentlich an. Mit ihren reduzierten Funktionsumfang grenzt sich die MPC Sample damit klar von der DAW-nahen Touch-Serie wie MPC One oder noch größeren Flaggschiffen ab. Im Kern handelt es um eine UR-MPC, nur minimal moderner gedacht. Das ist grundsätzlich absolut löblich!
Effekte ja, aber nein, aber doch
Es stehen reichlich „Knob-FX“ bereit, darunter Delays, Clipper, Flanger, Reverbs sowie Tape-ähnliche Effekte und mehr. Es gibt allerdings nur einen Effekt gleichzeitig, und diesen kann man wahlweise auf ein, mehrere oder alle Pads gleichzeitig anwenden.
Viele der Effekte wirken durchschnittlich, auch die Filter können nicht so recht überzeugen. Der Limiter hingegen macht einen brutalen Job und bringt ordentlich Druck ins Spiel. Auch der Vinyl-Emulator knistert angenehm. Insgesamt wirken die Knob-FX eher wie globale Performance-Effekte.
Pad-FX
Im Gegensatz zu den Knob-FX lassen sich die Pad-FX dann gezielt während der Performance flink wechseln und kombinieren. Sie sind etwas grob kontrollierbar und sollten mit Vorsicht eingesetzt werden – drückt man eines der Pads, wird der Effekt ausgelöst. Und mit Aftertouch regelt man die Intensität.
Für ganz spontane Live-Eingriffe eignen sie das meist nur bedingt. Rhythmisch besser passen da die Flex Beat Effekte: Auch hier bieten die Pads 16 verschiedene Effekte, die Tonhöhe, Timing und Lautstärke ändern – für Beat-Chops, DJ-artige Scratch-Effekte und Trance-Gate-Sounds.
Sequencer Workflow & Bedienung
Das Gerät lässt sich grundsätzlich gut spielen und intuitiv bedienen. Die Pads reagieren zuverlässig, flink und laden wirklich zum Einspielen ein. Die Potis unter dem Display erfordern indes sehr viel Pickup, da es sich nicht um Endlos-Encoder handelt. Gerade beim Wechsel zwischen Parameterwerten wären Encoder einfacher praktischer gewesen.
Umständlich bleibt auch das Step-Editing über den Scroll-Modus, das zwangsweise mehr Geduld verlangt als klassische Lauflicht. Auch beim Sequencing gibt es Einschränkungen: Eine Automation des Playheads ist beispielsweise nicht vorgesehen. Tune lässt sich zwar automatisieren, aber nur wenn WARP Off ist.
Top-View
Auch external MIDI ist vorhanden, allerdings relativ simpel gehalten. Selbst bei nur einer Spur bzw. Sequenz wäre es sinnvoll, beispielsweise Pad-Bänken gewissen MIDI-Kanälen zuweisen zu können, eventuell noch um separate Oktavsteuerung ergänzt. Das würde den Funktionsumfang des MPC-Rechners deutlich in Richtung “Sequenzer Production Center” erweitern.
Was macht die Konkurrenz?!
Am Ende zeigt sich, dass auch dieses Gerät klanglich am überzeugendsten wirkt, wenn das Signal durch einen guten Channelstrips oder Mischpult geschickt wird. Der TE PO133 war indes direkt knalliger im Sound dank des besseren Limiters.
Nahezu identische Maße, trotzdem wirkt die MPC wuchtiger und solider.
Der eingebaute Compressor der MPC überzeugt mich nicht so: er kann zwar ganz nett pumpen, der automatische Make-Up ist indes nicht gelungen und so bleibt es zu leise.
Dermaßen lange und viele Files gibt es indes nur mit AKAI, was ggfls. auch für Playbacks und Theater interessant sein dürfte.
Der KO kennt wiederum maximal 999 Samples und deutlich weniger Speicher! Anderseits: niemand möchte ernsthaft an einem der Geräten überhaupt Samples besonders detailliert editieren müssen.
AKAI MPC Sample
Positioniert als kompakter Drum-Sampler mit klassischem MPC-Workflow: Pads und Sequenzen sind großzügig ausgelegt, zudem sorgen Mikrofon und Lautsprecher für echte Mobilität. Die mitgelieferten Kits sind absolut brauchbar und elegant kuratiert – ohne Füllmaterial und so gestaltet, dass sie sich klanglich klar voneinander unterscheiden.
Die Akai MPC Sample ist insgesamt gelungen, auch wenn sie derzeit weder eine vollwertige Groovebox oder MIDI-Sequencer ist. Als Werkzeug zum schnellen Programmieren von Beats und für spontane Drum-Skizzen im Live-Kontext funktioniert das Konzept jedoch ausgesprochen lässig.
Die Konkurrenz wirkt in manchen Details ausgereifter, ist in anderen Punkten jedoch weniger konsequent gedacht. Insgesamt erscheint die MPC, unter den hier betrachteten Alternativen, am rundesten umgesetzt. Am Ende bleibt es eine klassische Frage der Prioritäten.
PO-133 K.O!
Extrem minimalistisch und trotzdem kein Spielzeug: Der kleine Pocket-Operator ist seriöse Produktionszentrale: schnell, charmant und portabel. Die Stromversorgung erfolgt über ein Batteriefach, das allerdings sehr sperrig konstruiert ist – selbst wenn sich problemlos Akkus einsetzen lassen.
Das Gerät ist flach gebaut, wirkt aber dennoch viel fragiler, besonders bei dem Fader. Gleichzeitig überrascht der integrierte Lautsprecher, der trotz der Baugröße erstaunlich gut klingt. Auch der interne Limiter ist gelungen abgestimmt, wodurch Beats mehr Druck entwickeln als bei anderen Geräten.
Ableton Move
Die modernste Groovebox im Vergleich und grundsätzlich mit den meisten Möglichkeiten ausgestattet: Mehrere Spuren, Instrumente und die Integration mit Ableton Live machen das Gerät deutlich vielseitiger, aber eben auch komplexer und weniger “flink” für Basics. Move bietet ebenfalls integriertes Mikrofon, Lautsprecher und Akku.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Der Model:Samples richtet sich an Produzenten, die einen etwas leistungsfähigeren Hardware-Sequencer suchen. Typisch für Elektron ist der mehrspurige Sequencer mit Parameter-Locks, mit dem sich Samples detailliert und vor allem “lässig” programmieren lassen.
Die Oberfläche kombiniert Trigger-Pads mit vielen Encodern, wodurch jede Menge Parameter direkt zugänglich sind. Im Gegensatz zu den anderen Geräten im Vergleich ist der Model:Samples weniger auf Mobilität ausgelegt, sondern eher als Desktop-Groovebox für Studio und Live-Performance gedacht.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Der Volca Sample verfolgt ein viel spielerisches Konzept: Trotzdem handelt es sich um eine kompakte und umfangreiche Sample-Groovebox mit klassischem Step-Sequencer und üppigen Live-Writes! Statt Pads stehen typischen Volca-Step-Tasten und zahlreiche Direktregler zur Verfügung. Auch Automations lassen sich aufzeichnen!
Der Sequencer arbeitet mit mehreren Parts, wodurch sich Drum-Grooves innerhalb des Geräts arrangieren lassen. Sampling erfolgt nicht im Gerät – stattdessen müssen Samples extern übertragen werden. Der integrierte Mini-Lautsprecher und der Batteriebetrieb machen den Volca ebenfalls extrem mobil!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Die AKAI MPC Sample reduziert die klassische MPC-Idee auf das Wesentliche und eine Spur: ein kompakter Drum-Sampler mit Spass-Workflow und sehr gut-spielbarem Pads. Zum Einspielen und Grooven macht das Gerät richtig Laune, zum detaillierten Programmieren eignet es sich weniger. Auch das Experimentieren mit anderen Kits ist bei bereits bestehenden Groove derzeit nicht vorgesehen.
Dank integriertem Akku und Lautsprecher eignet sich die MPC Sample hervorragend für mobiles Beatmaking. Im Vergleich zu größeren MPC-Modellen wie der Akai MPC One fällt der Funktionsumfang jedoch deutlich schlanker aus. Wirklich polyphon arbeitet das System auch nicht, und selbst Polyrhythmen gehören nicht zu den Stärken, von umfangreichen Mixing-Features ganz zu schweigen.
Damit positioniert sich die MPC Sample weniger als vollwertige Groovebox, sondern vielmehr als hochfokussierter Drum-Sampler für schnelle Beat-Skizzen und gelungene Vorproduktionen, sowie durchaus auch als Teaser und Lernhilfe für die größeren Geräte. Sollte AKAI künftig Funktionen erweitern, könnte sich der kleine Sampler durchaus zum überraschend vielseitigen Profi-Tool entwickeln.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.