Musiker-Board verlost Les Paul mit Slash…
Gewinnt eine Les Paul mit Original-Autogramm – bei den Kollegen vom mu…
Musik aufnehmen, bearbeiten und mischen mit Cubase ist kein Hexenwerk. Alles, was es dazu grundsätzlich braucht, sind ein halbwegs aktueller Rechner, eine Soundkarte und das Programm. Egal, ob es sich dabei um Cubase AI 4 (gibt es als kostenlose Zugabe zu diverser Hardware), um die kleine (Cubase Essential 4), mittlere (Cubase Studio 4) die große, schlicht „Cubase 4“ genannte Kaufversion oder um ihre Nachfolger Cubase 5 oder Cubase 6 handelt: Dieser Artikel soll schnell und anschaulich an die Praxis heranführen und helfen, die kleinen Fußangeln zu vermeiden, die einem besonders zu Anfang den Spaß am Rechner-Recording vermiesen können.
Alle beschriebenen Punkte treffen auf sämtliche aktuelle Cubase-Versionen zu, ganz gleich, ob man einen Windows-Rechner oder einen Mac sein Eigen nennt. Wenn es doch mal Unterschiede zwischen den Plattformen gibt, dann weisen wir darauf hin.
Ist Cubase installiert, brauchen die Anwender der „großen“ Versionen nur den USB-Kopierschutzstecker, auch Dongle genannt, einzustecken und es kann losgehen. AI 4 Besitzer müssen sich noch bei Steinberg registrieren und erhalten dann einen Lizenz-Code, der in einem mitinstallierten Extra-Programm namens „Syncrosoft Lizenz Kontroll Center“ eingegeben wird. Dieses wählt sich im Internet ein und lädt eine Lizenz auf den Rechner. Für diese Prozedur hat man jedoch einen Monat Zeit, so lange läuft AI 4 im Demo-Mode.
Nach dem ersten Programmstart ist es eine gute Idee, gleich mal ins Cubase-Menü und dort auf den Punkt „Über Cubase“ zu klicken. Dort gibts die Versionsnummer zu sehen und man kann checken, ob eventuell ein Update verfügbar ist. Dazu klickt man sich auf der Steinberg-Seite steinberg.net über die Punkte „Support“ und „Download“ bis zu http://www.steinberg.net/de/support/steinberg_support_downloads.html durch, wählt hier seine Programmversion und bekommt eine kommentierte Übersicht der erhältlichen Updates.
Nach eventuellem Update und Neustart ist unser Cubase also auf dem neuesten Stand, und es ist an der Zeit, dass wir ihm beibringen, flüssig mit dem Rest der Welt zu kommunizieren. Wir sind an der ersten Klippe angelangt, die viele Einsteiger unnötigerweise an ihrer Hardware oder dem Programm zweifeln lässt, denn direkt nach der Installation ist nicht unbedingt alles so eingerichtet, dass optimale Performance gewährleistet ist. Die Lösung braucht zwar nur wenige Mausklicks, aber ein bisschen Hintergrundwissen – und das verschaffen wir uns jetzt!
Damit wir etwas hören können, muss der Ausgang unserer Soundkarte mit einem Wiedergabesystem, also der Hi-Fi-Anlage, Monitorboxen oder ähnlichem verbunden sein. Auch gilt es, in der Bediensoftware der jeweiligen Soundkarte den Ausgang aufzudrehen, ganz gleich, ob das nun die Systemeinstellungen von Windows oder OS X sind, oder das Bedienfeld eines speziellen Audio-Interfaces, das man sich eigens zum Musikmachen angeschafft hat.
Moderne Rechner sind so flott, dass man für die Musikproduktion am Betriebssystem nicht groß herumdoktern muss. Ein bisschen gesunder Menschenverstand darf aber schon walten, denn dass jedes weitere Programm, das nebenbei läuft, Speicherplatz und eventuell auch Rechenpower braucht, dürfte klar sein. Überflüssiges auszuschalten ist darum kein Fehler. Windows-User sollten sich zudem zu System ---> Erweiterte Systemeinstellungen --> Erweitert --> Leistung --> Erweitert durchklicken und dort die Option "Prozessorleistung für Hintergrunddienste optimieren" anwählen. Das stellt sicher, dass auch für den im Hintergrund arbeitenden Soundkarten-Treiber genug Rechenleistung zu Verfügung steht, was der Gesamtperformance von Cubase zugute kommt.
Im nächsten Schritt wählen wir in Cubase den richtigen Treiber, damit sich Programm und Soundkarte verstehen.
Auf das Menü "Geräte" klicken und dort auf den Unterpunkt "Geräte konfigurieren". Im sich öffnenden Fenster "VST- Audiosystem" aus der Liste links auswählen.
Jetzt können wir im Einblendmenü "ASIO-Treiber" rechts oben den Treiber wählen. Nach der Installation sind hier automatisch die Treiber für die interne Soundkarte eingetragen. Apple-Anhänger sehen den Eintrag "Built in Audio", PC-Jünger lesen wahrscheinlich "ASIO Multimedia Driver" an der gleichen Stelle.
Beim Mac gibt es nichts weiter zu tun, es kann mit dem nächsten Kapitel "Puffereinstellung und Latenz" weitergehen.
Beim PC ist die Sache vielschichtiger, es findet sich im Menü nämlich im Allgemeinen noch ein anderer Eintrag mit dem kryptischen Namen "ASIO DirectX Full Duplex Driver". Der Grund: Unter Windows gibt es verschiedene Standards, die Karte anzusteuern. Nach aller Erfahrung ist die DirectX dabei die bessere für Cubase. Ein ganz heißer Tipp für Windows-User, die mit dem On-Board-Sound auskommen müssen, ist übrigens die Freeware "Asio4all" (http://asio4all.de/). Einfach installieren, Cubase neu starten und den entsprechend Eintrag "Asio4All" im Einblendmenü wählen. Asio4All ist eine kleine Software, die Standard-Windows-Treiber in schnelle ASIO-Treiber verwandeln kann. Das funktioniert nicht bei allen Rechnern, da am System aber nichts permanent verändert wird, sollte das Ausprobieren einigermaßen gefahrlos sein. Auch wenn dieses Programm bei unserem Test problemlos und sicher seinen Dienst verrichtet hat, sollte man nach wie vor grundsätzlich bei Dateien oder Programmen aus dem Internet oder anderen Quellen Vorsicht walten lassen. Für eventuelle Probleme, die man sich damit eventuell auf seinen Rechner lädt, übernimmt bonedo keine Gewähr.
Kleiner Exkurs: Die Abkürzung ASIO steht übrigens für "Audio Stream Input Output" und bezeichnet einen Treiberstandard, den Steinberg vor etlichen Jahren eingeführt hat. Er erlaubt eine schnelle Kommunikation zwischen Recording-Software und Sound-Hardware und ist bis heute bei fast allen Herstellern der De-Facto-Standard für Musik-Produktion auf dem PC.
Ob diese nun intern eingebaut ist oder per USB oder Firewire am Rechner hängt, ist sekundär. Wichtig ist: Durch ihre vom Hersteller optimierten Treiber funktionieren solche Karten meist mit weniger Verzögerung, Latenz genannt - mehr dazu im nächsten Kapitel -, stabiler, timingfester und nicht selten auch mit weniger Systembelastung als normale Treiber. Außerdem haben derartige Audio-Interfaces im Allgemeinen deutlich bessere Klangeigenschaften als integrierte Rechner-Soundkarten. Oft sind auch sehr nützliche Features wie Mikrofon-Vorstufen und Kopfhörer-Ausgänge integriert.
Egal, ob Mac oder PC: Nachdem die mitgelieferte Software für die Karte installiert ist, gehen wir ins Cubase Geräte-Menü und wählen den entsprechenden Treiber. Dieser ist immer ziemlich eindeutig beschriftet. Am Beispielsystem hängt ein MOTU Firewire-Interface und es steht entsprechend "MOTU 828mk3" im Menü.
Wenn wir in der Liste zur Linken unseres "Geräte konfigurieren"-Fensters auf den Punkt unterhalb von "VST-Einstellungen" klicken - dieser Punkt ändert seine Bezeichnung je nach gewähltem Audio-Interface - ändert sich die Darstellung in der rechten Fensterhälfte und es erscheint der "Einstellungen"-Button. Klickt man diesen an, öffnet sich noch ein neues Fenster, das je nach Soundkarte ganz unterschiedlich aussehen kann. Immer jedoch findet man die Möglichkeit, die "Buffer Size" einzustellen.
Bei diesem ominösen "Buffer" handelt es sich um zwei kleine Speicher, von denen einer am Ein-, der andere am Ausgang der Soundkarte sitzt. In diesen Speichern wird Audiomaterial, das via Soundkarte in den Rechner hinein und/oder wieder herauswandert, kurz zwischengelagert. Vereinfacht kann man sagen, dass unser Rechner bei größerem Zwischenspeicher mehr Zeit hat, darüber nachzudenken, was da auf ihn zukommt und länger daran herumrechnen kann, bevor er es wieder ausspucken muss. Das fordert ihm weniger Leistung ab. Der Nachteil: Cubase reagiert auch langsamer, was sich störend auswirken kann, wenn wir beispielsweise versuchen, ein virtuelles Instrument zu spielen oder ein Audio-Signal live mit Effekten über den Cubase-Mixer abhören möchten. Es ist wichtig, diesen Zusammenhang zu verstehen, denn eine niedrige Latenz - so lautet das Fachwort für die Verzögerung bei der Audiobearbeitung - ist zwar prinzipiell erstrebenswert, aber noch wichtiger ist der aussetzerfreie Betrieb des Sequenzers. Wenn Cubase also bei der Arbeit zu stottern anfängt, hilft es meist, den Buffer größer einzustellen.
Die systemtechnischen Grundlagen sind gelegt, jetzt fangen wir an, konkret mit Cubase zu arbeiten und gehen Schritt für Schritt vor.
Im Datei-Menü den Punkt "Neues Projekt" auswählen, als Projektvorlage dient uns "Leer".
Cubase möchte wissen, wo das Projekt auf der Festplatte gespeichert werden soll. Es ist ratsam, für jeden neuen Song einen eigenen Ordner zu erstellen - so behält man den Überblick und seine Daten beisammen, da Cubase alle Audio-Aufnahmen des Projekts in dessen Ordner ablegt. Jetzt überprüfen wir noch, ob Cubase ausgangsseitig korrekt mit der Soundkarte verbunden ist.
Dazu gehen wir ins Geräte-Menü, Unterpunkt "VST-Verbindungen", und stellen sicher, dass bei "Ausgänge" in der Spalte "Geräte-Port" die Ausgänge der gewählten Soundkarte aufgeführt sind. Die Ausgänge lassen sich gegebenenfalls per Mausklick in dieser Spalte ändern.
Achtung: Diese Einstellung ist nicht global, sondern muss gegebenenfalls bei jedem Projekt erneut gemacht werden. Und noch einmal Achtung: Nach Ordnerwahl und Einstellung ist das Projekt immer noch nicht gespeichert, dazu ins Menü Datei -> Speichern gehen, dem Ganzen einen aussagekräftigen Namen geben und "Sichern" klicken.
Um uns mit den grundsätzlichen Funktionen von Cubase vertraut zu machen, nehmen wir eine kleine MIDI-Sequenz auf, die von einem virtuellen Instrument wiedergeben wird.
Wir wählen im Projekt-Menü "Spur hinzufügen" und dort "Instrument". Im sich öffnenden Fenster entscheiden wir uns für "HalionONE" als Klanglieferant.
Falls er nicht schon offen ist, sorgen wir per Klick auf den entsprechenden Button dafür, dass der so genannte "Inspector" ganz links im Cubase-Projekt-Fenster erscheint. Dieser "Inspector" versorgt uns mit den wichtigsten Informationen über die jeweils gewählte Spur.
Um Audio aufzunehmen, müssen wir sicherstellen, dass Cubase eingangsseitig korrekt mit der Soundkarte verbunden ist.
Nach der Treiberwahl, Latenzeinstellung und Ein-/Ausgangskonfiguration ist Monitoring, also das Mithören der eigenen Performance aus Box oder Kopfhörer während des Einspielens, für viele Einsteiger der nächste große Stolperstein. Es gibt mehre Möglichkeiten, das Ganze anzugehen.
Eingänge konfiguriert, Pegel optimiert, Monitoring klargemacht – wir nehmen endlich auf!
Auch Audio lässt sich mit oder ohne Click einspielen – siehe den entsprechenden Punkt bei der MIDI-Aufnahme.
Das fertig aufgenommene Audio-Event können wir nun bearbeiten, zum Beispiel:
Unser fertiges Werk aus mehreren Einzelspuren soll zu guter Letzt zu einer einzelnen Datei zusammengerechnet werden, die wir auf eine Audo-CD brennen oder als MP3-File in den iPod laden können.
Damit wäre unser kleiner Blitzkurs für Einsteiger fast beendet. Jeder, der sich bis hierher durchgekämpft hat, sollte in der Lage sein, seinem Cubase Töne zu entlocken. Zum krönenden Abschluss werfen wir noch einen Blick auf das Thema Effekte. Ein bisschen Hall zum Beispiel kann einen Mix oft aufwerten bzw. Einzel-Signale größer und "schöner" klingen lassen.
„Kommt nichts raus“, „Geht nichts rein“ oder „Das Programm stottert so komisch“ sind anfangs erfahrungsgemäß die größten Spaßbremsen. Wir hoffen, Cubase-Neulingen eine Hilfestellung bei der Umschiffung dieser Klippen gegeben zu haben. Jetzt also viel Spaß beim Musikmachen und dem weiteren Erforschen des Programms!
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Tyroshans schrieb:11:16 | 30.01.2012
Herzlichen Dank für den Basiskurs, nach dessen Anleitung man die ersten Schritte in Cubase gehen kann. Weiterführende Workshops zu diesem Sequenzer würde sicher auch andere Nutzer interessieren.
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