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Test: Beetronics Pollinator Hazee Delay – Spielwiese für Ambient-Fans und Klangtüftler

Mit dem Beetronics Pollinator Hazee Delay erweitert der kalifornische Boutique-Hersteller sein Portfolio um ein Delay-Pedal, das bewusst einen anderen Weg einschlägt als klassische Echogeräte. Statt sich an Tape- oder Analog-Vorbildern zu orientieren, setzt das Pedal auf einen experimentellen Ansatz, bei dem Filter- und Tremoloeffekte mit Delay-Strukturen kombiniert werden. Das Ergebnis sind ungewöhnliche und teilweise fast synthetische Klangbilder, die vor allem Ambient-Spieler und Soundtüftler ansprechen dürften. Ob sich dieses Konzept auch im praktischen Einsatz bewährt, klärt der folgende Test.

Beetronics Pollinator Test
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • kreative und intuitive Bedienung
  • abgefahrene Soundmöglichkeiten
  • acht verschiedene Algorithmen inkl. Reverse- und oktavierte Effekte
  • sehr gute Verarbeitung
Contra
  • keine Speichermöglichkeiten
  • kein Tap-Tempo
  • kein MIDI

Beetronics Pollinator Hazee Delay – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Beetronics Pollinator Hazee Delay? Das Pollinator Hazee Delay ist ein digitales Delay-Pedal, das Filter- und Tremoloeffekte mit klassischen und experimentellen Delay-Algorithmen kombiniert. Es richtet sich besonders an Ambient-Spieler und Soundtüftler.
  • Welche Delay-Arten stecken im Pedal? Das Hazee Delay bietet acht Effektmodi: Forward, Reverse, oktavierte Wiederholungen sowie Kombinationen mit Filter- oder Tremoloeffekten. Alle Modulationen wirken nur auf das Delay-Signal, das Direktsignal bleibt unangetastet.
  • Wie ist die Bedienung aufgebaut? Vier Potis (Time, Feedback, Mix, Mod) und ein mittig platzierter achtstufiger Drehschalter übernehmen die komplette Klangregelung. Die Bedienung ist intuitiv, Presets oder Tap-Tempo fehlen jedoch, ebenso eine MIDI-Steuerung.
  • Was sagt der Test? Das Beetronics Pollinator Hazee Delay überzeugt durch seinen eigenständigen Klangcharakter, kreative Klangfarben und einfache Handhabung. Einschränkungen wie fehlendes Tap-Tempo und fehlende Presets machen den Live-Einsatz etwas schwieriger, der Studioeinsatz und das Sound-Tüfteln lohnen sich jedoch sehr.

Konzept und Aufbau des Pollinator Hazee Delays

Unser Delay-Spezialist arbeitet vollständig digital und bietet insgesamt acht Effektmodi, die über einen mittig platzierten Drehstufenschalter angewählt werden. Eine MIDI-Anbindung fehlt allerdings, was insbesondere im Live-Betrieb das Arbeiten mit  unterschiedlichen Einstellungen erschwert. Optisch präsentiert sich das Pollinator Hazee Delay im typischen Stil von Beetronics FX. Ein aufwendig gestaltetes Boutique-Gehäuse mit markanten Grafiken in einer soliden Metallkonstruktion. Die Bedienoberfläche ist intuitiv: Vier Potis sowie ein mittig platzierter Drehschalter mit acht Positionen übernehmen die komplette Organisation des Pedals.

Die Bedienelemente des Hazee Delays und ihre Funktionen

Time – bestimmt die Verzögerungszeit
FDBK (Feedback) – regelt die Anzahl der Wiederholungen
Mix – steuert das Verhältnis zwischen Direktsignal und Effektanteil
Mod – beeinflusst Intensität und Charakter der Modulation
Mode (Drehschalter) – wählt einen der acht Effektalgorithmen

Die einzelnen Modi kombinieren unterschiedliche Modulations- und Tremoloeffekte mit einem nachgeschalteten Delayeffekt. Neben klassischen Delay-Varianten stehen auch Reverse-Effekte sowie Einstellungen mit oktavierten Wiederholungen zur Verfügung.

Die Modulations- und Tremolo-Effekte wirken ausschließlich auf das verzögerte Signal, während das Direktsignal unangetastet bleibt. Dadurch heben sich die Wiederholungen klanglich deutlich vom Original ab und erzeugen lebendige, teilweise stark verfremdete Delay-Strukturen. 

Die Anschlusssektion fällt minimalistisch aus und beschränkt sich auf einen Mono-Eingang sowie einen Mono-Ausgang. Die Stromversorgung erfolgt über ein 9-Volt-Netzteil.

Fotostrecke: 4 Bilder Das Beetronics Pollinator Hazee Delay arbeitet vollständig digital und bietet insgesamt acht Effektmodi,…
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Was hat das Pollinator Hazee Delay in der Praxis zu bieten?

Im praktischen Einsatz verhält sich das Pollinator Hazee Delay zunächst wie ein leicht zu bedienendes Gitarrenpedal, das vor den Amp geschaltet wird. Einschränkungen zeigen sich allerdings bei den erweiterten Funktionen, denn es lassen sich weder eigene Sounds abspeichern und via MIDI abrufen, noch steht ein Tap-Tempo zur Verfügung.  Gerade im Live-Betrieb schränkt das die Flexibilität des Pedals spürbar ein. 

Klanglich lässt sich das Beetronics Pollinator Hazee Delay in zwei Hauptbereiche unterteilen, wobei sich die acht Algorithmen in eine Filter- und eine Tremolo-Sektion gliedern. In den ersten vier Modi wird das Delay-Signal durch einen vorgeschalteten Filter bearbeitet, während die Positionen fünf bis acht auf einer Kombination mit Tremolo basieren.

Die acht Algorithmen des Hazee Delays im Überblick:

Position 1: Filter + Forward-Repeats
Position 2: Filter + Forward + Octave Up
Position 3: Filter + Reverse-Repeats
Position 4: Filter + Reverse + Octave Up
Position 5: Tremolo + Forward-Repeats
Position 6: Tremolo + Forward + Octave Up
Position 7: Tremolo + Reverse-Repeats
Position 8: Tremolo + Reverse + Octave Up

Vorwärts, rückwärts, Pitch und Oktave – Überraschungen inklusive

Alle möglichen Klangvarianten zu präsentieren würde den Rahmen sprengen. Deshalb gibt es je Effektblock zwei ausgewählte Beispiele.

Beginnen wir mit 1, der zu den normalsten Sounds gehört und einen Filter mit Forward-Repeats bietet. Die Wiederholungen laufen klassisch vorwärts und werden durch den vorgeschalteten Filter klanglich eingefärbt. Dadurch wirken die Delays etwas weicher und setzen sich leicht vom Direktsignal ab, ohne dabei zu stark zu verfremden. Das macht diesen Algorithmus noch am ehesten für rhythmische Anwendungen oder dezente Ambient-Flächen brauchbar.

Audio Samples
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1 – Algorithmus 1: Mix 14 Uhr – Time 11 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 11 Uhr 2 – Algorithmus 1: Mix 13 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 14 Uhr

Der zweite Algorithmus erinnert an klassische Pitch-Delays vom Eventide H3000 Ultra Harmonizer. Statt klassischer Echos lassen sich hiermit ziemlich abgefahrene Flächensounds realisieren.

Audio Samples
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3 – Algorithmus 2: Mix 12 Uhr – Time 11 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 10 Uhr 4 – Algorithmus 2: Mix 15 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 15 Uhr

Die dritte Einstellung bietet einen Filter mit Rückwärtsdelays, die naturgemäß diffuser daherkommen als „normale“ Echowiederholungen. Dadurch eignen sie sich nicht so gut für rhythmische bzw. Timing-basierte Sounds à la The Edge oder David Gilmour, sondern besser für Soundscapes.

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5 – Algorithmus 3: Mix 13 Uhr – Time 11 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 10 Uhr 6 – Algorithmus 3: Mix 14 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 15 Uhr – Mod 15 Uhr

Die vierte Einstellung ähnelt dem zweiten Algorithmus, wobei hier die nach oben oktavierten Echos rückwärts wiedergegeben werden.

Audio Samples
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7 – Algorithmus 4: Mix 14 Uhr – Time 11 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 14 Uhr 8 – Algorithmus 4: Mix 15 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 13 Uhr – Mod 14 Uhr

Ein Tremolo sorgt beim Pollinator Hazee Delay für zusätzliche Varianten

Die Effektblöcke fünf bis acht sind im Grunde genauso aufgebaut wie die ersten vier, nur dass hier ein Tremoloeffekt vor der Delaysektion liegt. Was mir hier persönlich nicht so gut gefällt, sind die langsamen Tremoloeinstellungen, bei denen der Echoeffekt immer wieder verschwindet.

Audio Samples
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9 – Algorithmus 5: Mix 14 Uhr – Time 11 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 11 Uhr 10 – Algorithmus 5: Mix 15 Uhr – Time 15 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 15 Uhr

Hier zwei Beispiel-Einstellungen für die sechste Position, bei der hinter den Tremoloeffekt ein Rückwärts-Delay geschaltet ist, was für eine interessante und leicht schwebende Klangtextur sorgt.

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11 – Algorithmus 6: Mix 14 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 11 Uhr – Mod 10 Uhr 12 – Algorithmus 6: Mix 13 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 17 Uhr

Der Tremoloeffekt macht die nachgeschalteten, nach oben oktavierten Vorwärts-Delays etwas weicher und verleiht dem Klang so eine angenehmere „Tiefe“.

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13 – Algorithmus 7: Mix 15 Uhr – Time 11 Uhr – Feedback 13 Uhr – Mod 11 Uhr 14 – Algorithmus 7: Mix 14 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 15 Uhr

Der letzte Algorithmus ähnelt der ersten Einstellung. Auch hier hat man es mit einem relativ normalen Delayeffekt zu tun, bei dem der Tremoloeffekt in dezenten Einstellungen fast wie ein leicht schwankendes Bandecho klingt.

Audio Samples
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15 – Algorithmus 8: Mix 15 Uhr – Time 10 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 11 Uhr 16 – Algorithmus 8: Mix 15 Uhr – Time 14 Uhr – Feedback 12 Uhr – Mod 15 Uhr
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Fazit

Das Beetronics Pollinator Hazee Delay ist ein kreatives und experimentierfreudiges Digital-Delay-Pedal, das sich bewusst von klassischen Echogeräten abhebt. Es bietet eine breite klangliche Palette von klassischen Forward-Delays über Reverse- und oktavierte Effekte bis hin zu schwebenden Tremolo-Texturen. Für Ambient-Spieler, Soundtüftler und experimentelle Gitarristen ist es ein spannendes Werkzeug. Einschränkungen wie fehlendes Tap-Tempo, fehlende Presets und keine MIDI-Steuerung machen den Live-Einsatz etwas schwieriger. Insgesamt überzeugt das Pedal durch seinen eigenständigen Klangcharakter und hochwertige Verarbeitung.

Das Beetronics Pollinator Hazee Delay punktet im Test mit seinem eigenständigen Klangcharakter.
  • Hersteller: Beetronics
  • Modell: Pollinator Hazee Delay
  • Typ: Digital-Delay
  • Made in USA
  • Regler: Time, FDBK (Feedback), Mix, Mod, Moduswahl
  • Modes: vier Filter-Modes, vier Tremolo-Modes
  • Fußschalter (Soft-Klick): Effekt On/Off
  • Anschlüsse: In, Out, 9-Volt-Netzteilanschluss
  • Stromversorgung: via optionalem 9-V-DC-Netzadapter
  • Batteriebetrieb: Nein
  • Abmessungen (L x H x B): 140 x 80 x 70 mm
  • Gewicht: 410 g
  • Ladenpreis 265,00 Euro (März 2026)

Herstellerseite: https://www.beetronicsfx.com/

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