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Test
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26.05.2014

Zoom H6 Handy Recorder Test

Mobiler Multitrack-Digitalrecorder

Recording-Sixpack zum Mitnehmen

Der Zoom H6 Handy Recorder ist ein umfangreich ausgestatteter mobiler Digitalrecorder mit einem für diese Gerätegattung verhältnismäßig großen Funktionsumfang. Schon alleine der Punkt, dass hier insgesamt sechs Kanäle, echte Phantomspeisung für mobile Aufnahmen und eine Zusatzfunktion als Audio-Interface geboten werden, hat uns aufhorchen lassen und ist uns natürlich einen ausführlichen bonedo-Test wert!   

Im Bereich der mobilen Digitalrecorder hatte die japanische Firma Zoom mit ihrer H-Serie die Nase schon immer recht weit vorne. Ob nun der spartanisch reduzierte und relativ günstig zu habende H1, der mit zwei Stereo-Mikrofonen ausgestattete H2n oder der vierkanalige H4n – alle konnten in Sachen Klangqualität und Preis/Leistungs-Verhältnis bisher überzeugen. Ob der H6 als jüngster und sichtlich ambitioniertester Sprössling der Sippe mit ähnlichen Eigenschaften punkten kann, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Details

Lieferumfang und optionales Zubehör

Zunächst einmal ist sehr positiv anzumerken, dass sich in der Verpackung des H6 eine weitere „Verpackung“ in Form eines äußerst stabilen und innen mit Schaumstoff gepolsterten Hartplastik-Koffers befindet, in dem der Recorder und das mitgelieferte Zubehör bei Außeneinsätzen sicher verstaut werden können. Mit Maßen von etwa 25,5 x 20 x 5,5 cm passt das robuste Behältnis zwar nicht einfach so in eine Jackentasche, gemessen an den Funktionen, die der H6 bietet, darf man aber ruhigen Mutes von einer äußerst kompakten Lösung für mobile Mehrspuraufnahmen sprechen. Neben dem Recorder selbst finden sich in dem Köfferchen zwei aufsteckbare Stereo-Mikrofone (Kapselkonfigurationen XY und MS) inklusive Windschutz aus Schaumstoff, eine 2 GB Micro SD-Card mit Adapter-Karte für den SDXC-Slot, vier AA-Batterien und ein USB-Kabel. Eine Bedienungsanleitung auf Deutsch, Englisch und Französisch sowie eine DVD mit einer Version der abgespeckten DAW-Software Cubase LE 6 sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Ähnlich wie bei vielen vergleichbaren Geräten vermisst man dagegen einen Gewinde-Adapter, mit dem der Recorder statt nur wie vorgesehen auf einem Tripod oder am Aufsatz einer Kamera auch an einem handelsüblichen Mikrofon-Stativ angebracht werden kann. Das zugehörige USB-Netzteil, das auch zum H1 und H2n passt, ist ebenfalls nicht enthalten und entweder als Einzelteil (Zoom AD-17) oder zusammen mit einem haarigen Windschutz und einer Fernbedienung im Zubehör-Pack APH-6 zu finden. Bei Bedarf kann eine externe Stromversorgung aber über eine USB-Verbindung mit einem Computer eingerichtet werden.

Weiterhin gibt es im Sinne von „Pimp my H6“ eine Auswahl an optionalem Zubehör, mit dem der Recorder noch ein wenig aufgemotzt werden kann. Sehr interessant sind vor allem der XLR/Klinke-Kombo-Aufsatz, der an Stelle der Stereo-Mikrofone aufgesteckt wird und somit zwei weitere direkte Eingänge bietet (Zoom EXH-6), und das hier ebenfalls getestete Shotgun-Mikrofon (Zoom SGH-6).

Der H6 von allen Seiten

Der H6 hinterlässt einen robusten Eindruck und wirkt hervorragend verarbeitet. Die hin und wieder doch noch zutreffenden Vorurteile gegenüber technischen Geräten, die in China gefertigt werden, lassen sich in diesem Fall also nicht bestätigen, und wenn man den Recorder in der Hand hält, hat man durchaus das Gefühl, etwas absolut Hochwertiges für sein Geld bekommen zu haben. Die Mikrofone werden an der Oberseite des Gehäuses auf einen dafür vorgesehenen Port gesteckt und rasten sicher an ihrer Position ein. Auch die links und rechts seitlich angebrachten XLR/Klinke-Kombobuchsen für die vier weiteren Eingänge bieten sicheren Halt für entsprechende Stecker, ohne dabei zu wenig Griff zu haben oder zum Verkanten zu neigen.

Die Bedienelemente in Form von Level-Potis zum Regeln des Eingangspegels, PAD-Schaltern zum Absenken eines zu heißen Eingangssignals um 20 dB und Tastern für die Transportfunktionen (Aufnahme, Wiedergabe, etc.) bzw. die Navigation durch das Menü machen ebenfalls einen gut verarbeiteten Eindruck. Die Druckpunkte und Drehwiderstände wirken stimmig, und so kann es durchaus Spaß machen, an den Rädern des H6 zu drehen. Das 4 x 3 cm große LC-Display bietet eine ausreichende Auflösung von 320 x 240 Bildpunkten und ist, so wie man das heutzutage erwartet, natürlich hintergrundbeleuchtet und in Farbe gehalten. Um einen Touchscreen handelt es sich hier allerdings nicht.
Auf der Rückseite befindet sich ein kleiner Mono-Speaker mit einer Leistung von 400 mW. Zu Kontrollzwecken kann dieser Lautsprecher seinen Zweck natürlich erfüllen, ein Kopfhörer ist ihm aber jederzeit vorzuziehen, und ein solcher kann natürlich über eine entsprechende 3,5mm Miniklinken-Buchse mit dem H6 verbunden werden. Bemerkenswert ist, dass es parallel zum Kopfhörer-Ausgang einen zusätzlichen Line-Ausgang (ebenfalls Miniklinke) gibt, der die anliegenden Signale mit einer separaten Lautstärke-Regelung direkt an weitere Aufnahmegeräte weiterleitet. So kann man während eines Recordings also komfortabel abhören und gleichzeitig einen Mix der Einzelsignale beispielsweise direkt über eine Kamera mitschneiden.

Aufnahmeformate und Betriebsdauer

Der H6 speichert Audiodaten entweder im MP3-Format oder als unkomprimierte Wav-Dateien in unterschiedlichen Auflösungen ab, die vor allem bei der platzsparenden MP3-Variante natürlich einen direkten Einfluss auf die Klangqualität haben. Die geringste Bitrate von 48 kbps erzeugt eine erwartungsgemäß stark verlustbehaftete Klangqualität, die sich im besten Fall zum Aufzeichnen von Sprache im Sinne eines akustischen Notizbuchs eignet und ein wenig an den Klang gering aufgelöster Youtube-Videos erinnert. Im Gegenzug bietet die 2 GB große SD-Card in diesem Fall Platz für über 90 Stunden an Audio-Material. Mit jedem der weiteren 12 Schritte bis zur maximalen Bitrate von 320 kbps nehmen die Artefakte graduell ab und der Speicherbedarf entsprechend zu, sodass bei 128 kbps knapp 35 Stunden möglich sind, bei 320 kbps gut 13 Stunden.

Unkomprimierte Wav-Dateien stellen dagegen von Natur aus einen höheren Anspruch an den Speicherplatz. Die geringste Auflösung von 16 Bit/44,1 kHz entspricht der CD-Qualität und füllt die SD-Card nach Aufnahmen mit einer Gesamtdauer von etwa drei Stunden. Bei der feinsten Auflösung von 24 Bit/96 kHz (die in den meisten Anwendungsfällen unnötig hoch sein wird) findet sich Speicherplatz für etwas weniger als eine Stunde, wobei alle diese Zeitangaben natürlich für Stereo-Aufnahmen gelten. Sollten Mehrspuraufnahmen erzeugt werden, so kürzt sich die maximale Aufnahmezeit entsprechend, und für eine simultane Aufnahme von sechs Spuren in CD-Qualität bleibt somit noch etwa Platz für eine Stunde. Das Erzeugen von prinzipiell platzsparenderen Mono-Files ist im Zusammenspiel mit den enthaltenen Stereo-Mikrofonen nicht vorgesehen, kann aber mit externen Mikros über die vier zusätzlichen Eingänge umgesetzt werden.

Unabhängig von der Größe des Speicherplatzes, der durch die Verwendung einer bis zu 128 GB großen SDXC-Card natürlich erheblich erweitert wird, bietet der H6 mit vier vollen und möglichst hochwertigen AA-Batterien eine  maximale Betriebsdauer von 21 Stunden für Stereo-Aufnahmen mit dem XY-Mikrofon (bei Wav, 16 Bit/44,1 kHz) und knapp zehn Stunden für eine Multitrack-Aufnahme mit sechs Spuren. Der Einsatz der 48 V Phantomspeisung (auch 12 V und 24 V sind möglich), über die sich externe Kondensator-Mikrofone mit Strom versorgen lassen, senkt diese maximale Betriebsdauer aber natürlich noch ein wenig ab, der erhöhte Energiebedarf ist aber geringer als man möglicherweise erwarten würde. Mit einem neuen Satz von vier AA-Batterien ging dem H6 bei der Aufnahme eines Tracks über das Neumann TLM 103 mit aktiver 48 V Versorgungsspannung nach etwa acht Stunden die Puste aus. Vor allem, wenn mehrere externe Kondensator-Mikrofone am H6 hängen und längere Aufnahmen geplant sind, ist aber trotzdem zur Verwendung des Netzteils oder einer USB-Verbindung zu einem Computer zu raten.

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