Gitarre Hersteller_Wild_Dog
Test
1
02.08.2018

Praxis

Um einen ersten klanglichen Eindruck zu bekommen, verbinde ich jedes der vier Exemplare nacheinander mit dem DI-Eingang meines Studiopreamps.

Schnell wird deutlich, dass die Wild Dog Stompboxen in der Tat einen ordentlichen und charakterstarken Bass erzeugen können, der sich von Exemplar zu Exemplar ein wenig unterscheidet und schon über meine Studiomonitore sehr mächtig wirkt. Mit dem richtigen Schuhwerk macht sich der pure akustische Klang der Hölzer ebenfalls positiv bemerkbar und fügt so dem Gesamtklang in moderaten Lautstärken eine weitere perkussive Komponente hinzu, die ich bei den Aufnahmen mit einem zusätzlichen Mikrofon ebenfalls einfangen möchte.

Für einen ausführlichen Testlauf will ich aber zunächst das Pickupsignal der einzelnen Stompboxen in den Vordergrund stellen und dabei die Geräte, wie vom Hersteller empfohlen, sowohl mit unterschiedlichem Schuhwerk als auch barfuß bespielen.

Los gehts mit dem kleinen Tassie Devil Modell.

Barfuß gespielt erzeugt die Stompbox, wie zu erwarten, die geringste Wiedergabe in den Höhen, wodurch der Sound in der Gesamterscheinung recht weich, aber auch etwas mittig und undefiniert wirkt. Die Klarheit im Attack nimmt dann mit der Gummisohle meiner Turnschuhe zu und ist am stärksten ausgeprägt bei den Straßenschuhen mit harter Ledersohle.

Insgesamt sorgt diese kleine Stompbox auf jeden Fall für einen wirklich kräftigen Bass, der auch in den Tiefmitten ordentlich Präsenz zeigt.

Weiter geht es mit dem Dingo-Modell.

Hier fällt zunächst auf, dass sich die Bedienung für mein Gefühl auf der größeren Unterlage längerfristig etwas bequemer gestaltet.

Für die folgenden Audiobeispiele gehe ich ansonsten nach derselben Methode vor und bediene die Stompbox sowohl barfuß als auch mit zwei verschiedenen Schuhen. Je nach Anschlagsposition kann man auch dezent Einfluss auf das Ausgabesignal nehmen, wie ihr im zweiten Beispiel hören könnt. Auch lässt sich das Signal, wie vom Hersteller versprochen, dynamisch gestalten. Wenn man mit der Ferse auftritt, lässt sich mit den Straßenschuhen, die einen Absatz haben, erfreulicherweise auch noch ein zweiter perkussiver Klicksound erzeugen.

Im Vergleich zum kleineren Modell klingt die Dingo-Stompbox in allen Disziplinen etwas definierter und luftiger, was mir sehr gut gefällt. Hört man ganz genau hin, lassen sich stellenweise auch die sonstigen Bewegungsgeräusche des Schuhs auf der Stompbox ausmachen, die aber in der Praxis nicht weiter auffallen dürften.

Das Silverback-Modell ist, wie schon erwähnt, in der Holzwahl mit der Dingo-Ausgabe identisch, hat aber zusätzlich noch die Tambourine Bells an Bord.

Daher platziere ich noch ein Kondensator-Großmembranmikrofon über der Stompbox, um diese Komponente besser einfangen zu können.

Zum Vergleich könnt ihr in den folgenden Beispielen für jede Spielweise ein zweites Audiobeispiel mit hinzugemischtem Mikrofon anwählen.

Der Einfluss der Tambourine Bells ist auch über das Pickupsignal deutlich wahrnehmbar, im Klangcharakter dennoch weniger definiert. Der Sound, der sich mir mit dem hinzugemischten Mikrofon präsentiert, gefällt mir aber wirklich sehr gut! Dabei stellt die Anwendung mit Ledersohle für mich persönlich wieder die attraktivste Variante dar.

Auch das Yowie-Modell kommt mit einem eigenen Sound, der ebenfalls sehr mächtig ist und dabei in den Bassfrequenzen etwas tiefer ansetzt.

Insgesamt ist es wirklich erstaunlich, was alle vier Kandidaten direkt "out of the box" für einen charakterstarken und fundierten Bassdrum-Sound liefern. Hatte ich bisher bei anderen Stompboxen, die ohne Samples arbeiten, das Gefühl, auch gerne im Nachhinein noch etwas mit dem EQ nachhelfen zu wollen, stellt sich mir bei den Wild-Dog-Stompboxen diese Frage eher nicht.

Mit meinen beiden persönlichen Favoriten hören wir abschließend noch zwei Praxisbeispiele im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten. Dafür habe ich erneut zusätzlich ein Mikrofon über den Stompboxen platziert und später hinzugemischt, um den absolut hörenswerten Sound der Hölzer mit einzufangen. Das Ergebnis hat dabei wirklich viele Gemeinsamkeiten mit dem Signal einer Bassdrum.

Im Live-Kontext auf größeren Bühnen wird sich zwar leider diese Art Abnahme eher nicht rentieren, für Studioaufnahmen ist ein zusätzliches Mikrofon für einen natürlichen und plastischen Sound aber absolut zu empfehlen!

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare