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04.11.2019

Wie kann man als Musiker heute Geld verdienen?

Welche zusätzlichen Einnahmequellen bieten sich Musikern heute?

Die Digitalisierung der Musikproduktion und das Internet bieten Musikern neue Möglichkeiten

Die Musik wird ihr Image als brotlose Kunst einfach nicht los. Dabei gibt es heutzutage mehr reiche und erfolgreiche Musiker als jemals zuvor. Man denke nur an Namen wie Jay-Z, Puff Daddy, Dieter Bohlen oder Ed Sheeran.  

Zeitgleich gibt es sicherlich wesentlich mehr Musiker weltweit, die ebenfalls sehr viel Zeit und Mühe in ihre musikalischen Fähigkeiten und Karrieren investiert haben und trotzdem kaum ihre Miete zahlen können. Im folgenden Artikel soll es nun aber nicht um die Frage gehen, was einen Musiker erfolgreich macht, oder warum einer viel Geld mit Musik verdient, und ein anderer nicht. Wir untersuchen vielmehr, wie sich Musikberufe verändert haben, welche neue Beschäftigungsfelder entstanden sind, welche Rolle die Digitalisierung der Musik spielt, und in welchen neuen Bereichen als Musiker Geld verdient werden kann, von denen man vielleicht einfach noch nie gehört hat. Let’s think outside the box! 

Instrumentalunterricht 2.0

Instrumentalunterricht ist so alt wie die Instrumente selbst. Und den üblichen Einzelunterricht wird es wahrscheinlich immer geben. Die meisten Schüler können sich auch gar nicht vorstellen, dass man ein Instrument lernen kann, ohne wöchentlich bei einem Lehrer zu erscheinen. Und auch wenn berühmte Autodidakten wie Sviatoslav Richter, Jacob Collier oder Lucas Debargue das Gegenteil beweisen, hat Eins-zu-Eins-Unterricht natürlich viele Vorteile.

Der Beruf des Instrumentallehrers hat sich aber, wie viele andere Berufe ebenfalls, durch die digitale Technik und das Internet verändert. Noten sind leichter verfügbar, Videos können im Unterricht vorgeführt und der Schüler für Demonstrationszwecke leicht aufgenommen werden. Es sind aber auch neue Verdienstmöglichkeiten für Lehrer entstanden.

Z. B. gibt es Möglichkeiten, Apps zu entwickeln und zu vermarkten. Natürlich bietet der Markt bereits Angebote in diesem Bereich. Die eigene App könnte aber auch den eigenen Schüler nützlich sein, damit diese die wichtigsten Lehrinhalte aus dem Einzelunterricht immer bei sich haben, selbst im Urlaub. Das gesagt, muss man entweder selbst über das nötige Grundwissen verfügen, oder sich professionellen Programmierern anvertrauen, welche die Entwicklung der App(s) vornehmen.

Weiterhin gibt es eine Reihe an YouTube-Kanälen, die sich um das Thema Instrument lernen drehen. Werdemusiker.de und Spielend-Klavier-lernen sind solche, die sich beide dem Klavier verschrieben haben. Auch das könnte eine Einnahmequelle sein. Auch wenn die Ausschüttung durch YouTube selbst durchaus seine finanziellen Grenzen hat, lassen sich darüber hinaus auch über Affiliate-Links von Amazon oder Werbeverträge Einkünfte generieren. Für die, die noch mehr lernen möchten, bieten beide Online-Lehrer dann selbstproduzierte Videokurse an, in denen ausführlich und anschaulich Lektionen aus den verschiedensten Bereichen vermittelt werden. Auch diese neue Einnahmequelle sollte man sich als Klavierlehrer nicht entgehen lassen.

Weitere Möglichkeiten bestehen in Form des digitalen Klavierunterrichts, z. B. via Skype. Da heutzutage fast jeder über einen dafür ausreichenden Internet-Anschluss verfügt, ist das besonders für Schüler interessant, die zeitlich stark eingebunden sind, oder nicht zu einem fixen Termin zum Unterricht erscheinen können. Hier gibt es Angebote, die sich eher an Anfänger richten, aber auch internationale Stars wie Cory Henry oder Nicolas Semrad, die ebenfalls Skype-Unterricht anbieten.

Eröffne einen YouTube-Kanal und schaffe dir so einen Ruf als Lehrer über deine Stadt hinaus. So könntest du auch eigene Kompositionen vorstellen, die Noten dazu verkaufen und die dazugehörigen Audio-Dateien als Download anbieten. Produziere digitale Inhalte in Form von Kursen, mit denen du dir ein passives Einkommen generieren kannst und biete Skype-Unterricht an. Damit erhöhst du deine Reichweite und auch deine Einnahmen als Instrumentallehrer.

Die Rolle des Heimstudios

Durch die Digitalisierung hat sich aber auch der Beruf des Musikers verändert. Falls es dein Ziel ist, auf der Bühne zu musizieren, musst du natürlich immer noch vor allem deine instrumentalen Fähigkeiten kultivieren. Die heutige Musiklandschaft bietet aber inzwischen auch ganz neue Möglichkeiten.

Besonders das Erschaffen von Musik und Klängen ist durch Computer inzwischen relativ leicht geworden. Fast jeder besitzt einen Laptop oder anderen Computer, die auf einfache Weise musikalisch eingesetzt werden können. Dazu benötigt man eine Musik-Software, mit der sich Musik erzeugen, aufnehmen und bearbeiten lässt. Unter dem Fachbegriff DAW (engl. Digital Audio Workstation) bietet der Markt viele Produkte dieser Art, die gar nicht teuer sind.

Ein Mikrofone für Aufnahmen vervollständigen dann die Ausstattung. So kannst du schon mit schmalem Budget ein kleines Heimstudio einrichten, selbst in deinem Schlafzimmer. So ein Heimstudio ermöglicht es dir, Musik für die verschiedensten Zwecke zu komponieren und zu produzieren. Damit kannst du zum Chorleiter, zum Bandleader, oder zum Dirigenten werden, ohne das Haus verlassen zu müssen. 

Fast alle heute erfolgreichen Komponisten und Produzenten haben so angefangen. Und da heutzutage Kompositionen nicht mehr in Form eines Notenblattes dem Auftraggeber überreicht werden, sondern in Form einer Audio-Datei, sind besonders die Produktion von Musik und der damit verbundene Umgang mit einer DAW für heutige Musiker so wichtig. Mit dem richtigen Einsatz an Aufwand, Zeit und Fähigkeiten, kannst du so mit deiner Musik Geld verdienen und vielleicht sogar über Tantiemen ein passives Einkommen erzielen.

Als Media Composer tätig werden

Unter dem Begriff Media Composer fasst man Musiker zusammen, die die Bereiche Film, TV, Games (Computerspiele) und Werbung vertonen. Der wesentliche Unterschied zum früheren Berufsbild des Komponisten ist auch hier, dass man seine Musik nicht nur komponiert und aufschreibt, sondern auch produziert, sie also hörbar macht. Deshalb muss auch ein Media Composer Experte im Umgang mit einer Musik-Software sein, denn er denkt sich die Musik nicht nur aus, er programmiert sie auch in den Computer und mischt sie dort.

Junkie XL, aka Tom Holkenborg, hatte in den 90er Jahren bereits eine florierende Karriere als Techno-DJ. Auf deren Zenit entschloss er sich, zur Filmmusik zu wechseln. Heute gehört er zu den erfolgreichsten Filmkomponisten in Amerika. Außerdem zeigt er auf seinem YouTube-Kanal alle Aspekte des Berufs. Er gibt einen guten Einblick in den Alltag eines Filmkomponisten, zeigt, wie seine Musik entsteht und beantwortet Fragen. 

Christian Henson wird uns später noch ein einer anderen Rolle begegnen, aber auch er ist ein Media Composer. Er gibt auf seinem YouTube-Kanal detaillierte Tipps, wie man in die Media Composing Branche einsteigt, wie man darin erfolgreich sein kann, welches Equipment man dafür benötigt, was man für diesen Beruf können sollte und welche Probleme einem dabei begegnen können.

Inzwischen reagieren auch verschiedenste Ausbildungsstätten auf den veränderten Musikmarkt. So kann man sich heute auch am berühmten Berklee College of Music zum Media Composer für Film, TV und Games ausbilden lassen. 

Noch nie war der Bedarf nach Musik und Sound für verschiedenste Medien so groß wie heute. Und dieser wird in Zukunft sicherlich noch wachsen. Dieses Feld ist definitiv ein Berufsfeld, in das es sich lohnen könnte einzusteigen. Durch Internet und YouTube gibt es heutzutage zusätzlich Chancen, von den ganz Großen der Branche zu lernen. 

Inzwischen reagieren auch verschiedenste Ausbildungsstätten auf den veränderten Musikmarkt. So kann man sich heute auch am berühmten Berklee College of Music zum Media Composer für Film, TV und Games ausbilden lassen. 

Noch nie war der Bedarf nach Musik und Sound für verschiedenste Medien so groß wie heute. Und dieser wird in Zukunft sicherlich noch wachsen. Dieses Feld ist definitiv ein Berufsfeld, in das es sich lohnen könnte einzusteigen. Durch Internet und YouTube gibt es heutzutage zusätzlich Chancen, von den ganz Großen der Branche zu lernen. 

Musik an andere Künstler verkaufen

Interessierst du dich für elektronische Musik und Popmusik im Allgemeinen, bestehen auch Möglichkeiten, Musik an andere Künstler zu verkaufen. Gerade in den unterschiedlichen Genres der modernen Popmusik nutzen Künstler oft Instrumentale oder komplette Songs, die von anderen Musikern stammen. Aus dem Hip-Hop kennt man diese Art der Zusammenarbeit schon sehr lange. Dort gibt es spezialisierte Beat-Producer wie Timbaland, Pharrell oder OZ.

Dass so etwas aber nicht nur für Superstars funktioniert, zeigen junge Beat-Producer wie Kyle Beats oder Chris Punsalan. Beide bieten auf ihren Homepages Beats, Sample- und Drum-Packs an. Außerdem nutzen sie einschlägige Beat-Selling-Plattformen wie Airbit und BeatStars und dokumentieren ihre Arbeit über ihre YouTube-Kanäle sowie Social-Media. Und obwohl sie keine musikalische Ausbildung hinter sich haben, nutzen beide ihr Engagement, ihre Leidenschaft für Musik und viel harte Arbeit, um sich mit Musik ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Hier und hier legen die beiden ihre Business-Strategien offen. 

Aber auch viele bekannte Interpreten nutzen Text und Musik, die sie nicht selbst geschrieben haben. Bestes Beispiel dafür ist Helene Fischer und ihr Song ‚Atemlos‘. Dieser wurde nämlich von Kristina Bach getextet und komponiert und von Jean Frankfurter produziert. Aber auch internationale Stars wie Rihanna schreiben ihre Songs nicht selbst. Stattdessen kommen die oft von Songwritern oder ganzen Song-Writing-Teams. Hier erfährst du, wie Rihannas Song Diamonds entstanden ist.

Als Gegenbeispiel dazu dient Charlie Puth, ein amerikanischer Sänger, der seine Songs nicht nur schreibt, sondern auch komplett produziert und mischt. Dadurch hat er die volle Kontrolle über den gesamten Kreativprozess seiner Musik. Hier erklärt er, wie ein Song bei ihm entsteht.

Aber auch viele bekannte Interpreten nutzen Text und Musik, die sie nicht selbst geschrieben haben. Bestes Beispiel dafür ist Helene Fischer und ihr Song ‚Atemlos‘. Dieser wurde nämlich von Kristina Bach getextet und komponiert und von Jean Frankfurter produziert. Aber auch internationale Stars wie Rihanna schreiben ihre Songs nicht selbst. Stattdessen kommen die oft von Songwritern oder ganzen Song-Writing-Teams. Hier erfährst du, wie Rihannas Song Diamonds entstanden ist.

Als Gegenbeispiel dazu dient Charlie Puth, ein amerikanischer Sänger, der seine Songs nicht nur schreibt, sondern auch komplett produziert und mischt. Dadurch hat er die volle Kontrolle über den gesamten Kreativprozess seiner Musik. Hier erklärt er, wie ein Song bei ihm entsteht.

Musik selbst veröffentlichen

In Zeiten des Internets kannst du deine Musik, oder die deiner Band, auch leicht selbst veröffentlichen. Dafür braucht heutzutage niemand mehr einen Plattenvertrag.

Zum einen kannst du einen YouTube-Kanal eröffnen und dort deine Musik einfach hochladen. Genauso haben das z. B. Charlie Puth und Ed Sheeran gemacht. In beiden Fällen wurden dadurch Plattenfirmen auf die beiden Musiker aufmerksam. Sheeran war bei der Unterzeichnung finanziell bereits sehr erfolgreich und versprach sich vom Plattenvertrag hauptsächlich mehr Reichweite.

Zum anderen kann die eigene Musik auch bei Streaming-Plattformen wie Spotify oder Apple Music hochgeladen werden. Dazu sind allerdings kostenpflichtige Dienste wie Distrokid oder Recordjet nötig. Auch das funktioniert ganz ohne Plattenvertrag.

Außerdem kann man auch alle Social-Media-Kanäle, sowie Plattformen, wie Soundcloud oder Myspace, nutzen, um auf sich und seine Musik aufmerksam zu machen. Die Liste mit selbstvermarkteten Bands und Künstlern wird täglich umfangreicher.

Die Entwicklung von Software und Sample-Libraries

Wir sprachen bereits über die Möglichkeiten, die eine aktuelle Musik-Software bietet. Aber was steckt eigentlich technisch dahinter?

Macht man mit einem Computer Musik, kann auf drei verschiedene Arten Klang erzeugt werden. Zum einen kann ein Signal mit einem Mikrofon aufgenommen und dann wiedergegeben werden. Bei den anderen beiden Arten entsteht der Klang im Computer selbst. Dieser kann ein Signal durch einen Synthesizer erzeugen, quasi errechnen. Die dritte Möglichkeit ist ein Sampler. Dieser nutzt Aufnahmen, auch Samples genannt, und legt diese auf die Tasten eines Keyboards. So kann beispielsweise ein digital aufgezeichnetes Instrument gespielt werden, als hätte man es tatsächlich vor sich.

Sicherlich wirst du jetzt einwenden, dass du nicht programmieren kannst und auch gar nicht weißt, wie so etwas funktioniert. Und genau so ging es auch einmal Urs Heckmann, dem Gründer der Software-Schmiede u-he. Heute allerdings gehören seine Software-Synthesizer zu den Besten der Branche.

Und genau so ging es auch einmal Spitfire Audio, dem britischen Hersteller von hauptsächlich Orchester-Sample-Libraries. Deren Produkte sind inzwischen weltweit bekannt und beinhalten auch Kollaborationen mit Größen wie Hans Zimmer, Eric Whitacre, oder dem BBC-Orchester. Anlass für die Firmengründung war seiner Zeit die Tatsache, dass die beiden Gründer als Media Composer schon damals auf der Suche nach guten Orchester-Samples waren, aber einfach keine finden konnten. Und beide hatten nicht die geringste Ahnung vom Programmieren. Heute zeigen sie sogar, wie der Sampling-Prozess funktioniert.

Und auch wenn du das Gefühl hast, du könntest so etwas nie selbst tun, kannst du in diesem Bereich aktiv sein. Software-Firmen brauchen immer beratende Musiker, Produzenten, die ihre Software testen, oder demonstrieren. Der Markt der Software- und Sample-Library-Entwicklung wird in den nächsten Jahren definitiv immer weiter wachsen. Du könntest ein Teil davon werden.

Schlusswort

Das waren ein paar Gedanken und Vorschläge zum Thema der Einkommensgestaltung als Musiker. Wahrscheinlich wirst du dir bei der einen oder anderen Option die Umsetzung noch nicht vorstellen können. Hier aber gilt es sich Herausforderungen zu stellen und neuen Aufgaben zu widmen, denn auch der Beruf des Musikers entwickelt sich stetig weiter. Es gibt sicherlich noch viele weitere Optionen. Alleine hier haben zwei alte Sprichwörter große Bedeutung: "Der Weg ist das Ziel" und "Ohne Fleiß kein Preis".

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