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Test
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25.01.2016

TAL Filter 2 Test

Freeware Plug-in für macOS und Windows

3-in-1 Sound Shaper Tool für umsonst!

Wobble, Sidechain und Stutter: Diese drei Begriffe fallen nicht mehr nur noch bei EDM-Produktionen, sondern mittlerweile auch in Hip-Hop-Tracks und sogar Metal-Songs. Neben den käuflich zu erwerbenden Plug-ins wie Vengeance Multiband Sidechain, Cableguys VolumeShaper und Xfer Records LFO-Tool gibt es auch kostenlose Alternativen, von denen wir euch im Rahmen unseres Freeware-Specials eine ganz besondere vorstellen möchten. Unser heutiger Testkandidat vereint nämlich alle drei Effekte in einem Plug-in, und zwar gratis!

Wer im Netz nach kostenlosen Audio-Plug-ins Ausschau hält, wird schnell über die Instrumente und Effekte der Schweizer Softwareschmiede TAL (Togu Audio Line) stolpern. Auch im Bereich Sound-Shaping haben die Schweizer ein kostenloses Tool im Angebot: Filter 2 erlaubt Modulationen von Filter, Lautstärke und Panorama, was bei kreativem Einsatz zu Profi-Ergebnissen führen kann. Bonedo hat das auditive „Schweizer Taschenmesser“ einmal genauer unter die Lupe genommen. Und so viel vorab: Die Klinge ist scharf und die Zusatzfunktionen genial!

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Details

Allgemeines

Filter 2 ist verfügbar für Windows als VST- und AAX- sowie für Mac als AU-, VST- und AAX-Plug-in, jeweils in 32 und 64 Bit. Damit ist das Plug-in für alle gängigen DAWs verfügbar.

Bedienoberfläche und Konzept

Das Plug-in verfügt über einen großzügig angeordneten Editor, in dem sich Hüllkurven sehr präzise zeichnen lassen. Mit einem einfachen Klick werden im X-Y-Feld Ankerpunkte gesetzt, mit denen sich die Kurven zeichnen lassen. Ein Doppelklick löscht einen gesetzten Punkt. Getreu einem Vektoren-Prinzip dient jeder Punkt als Ausgangspunkt zum Zeichnen einer weiteren Kurve. Ist ein Punkt selektiert, kann die Kurvensteilheit der linken und rechten Seite frei justiert werden. Durch Anheben des Input-Gains lässt sich das Signal anzerren. Um Übersteuerungen im Griff zu behalten, hat TAL das Tool mit einem Output-Regler ausgestattet. Mit „Modulation Type“ wird definiert, ob die Hüllkurve Lautstärke, Frequenz oder Panorama modulieren soll. Zwar kann das Plug-in nur einen der Modulation Types modulieren, was aber niemanden daran hindert, weitere Filter-2-Instanzen in den DAW-Kanal zu laden. Wenn jeder Instanz ihre eigene Aufgabe zugewiesen wird, sind Volume-, Filter- und Panorama-Bearbeitung gleichzeitig möglich. Das Plug-in geht sorgsam mit CPU-Ressourcen um, von daher geht das absolut in Ordnung.

Unter der Haube des Filters werkeln nun alle Filtertypen des TAL NoiseMaker, den wir ebenfalls im Test hatten. An Bord sind ein Tiefpass mit Flankensteilheiten von 6 bis 24 dB/Oktave sowie Hochpass, Bandpass und Notch mit einer festgelegten Flankensteilheit von 12 dB/Oktave. Durch ein internes, vierfaches Oversampling wird eine hohe Klangqualität gegeben. Ein zusätzlicher Resonanzregler steht zur Modulierung der Filter bereit, der in Kombination mit aufgedrehtem Input Gain zu extremen Filterfahrten führt. Ganz gleich ob man sich für Filter, Volume oder Pan entscheidet: Zu guter Letzt dient der Depth-Regler zur Stärkeregulierung des Effekts, sehr gut! Last but not least entscheidet die Geschwindigkeit des Hüllkurvenverlaufs über den Klang. Mit dem BPM-Factor ist diese von 1/1 bis 1/32 einstellbar. Die käuflich zu erwerbenden Plug-ins sind da meist besser aufgestellt, da sie extreme Settings wie 1/128 und auch Triolen ermöglichen. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Filter 2 verfügt zudem über 15 Presets, die den Einstieg ins Soundschrauben erleichtern.

Klang

TAL Filter 2 liefert wirklich saubere Ergebnisse. Beim Durchlaufen der Filter klingt er mir zum Teil leider schon zu steril. Die Kombination aus Resonanz und Input Gain jedoch hat mich bei den Filtermodulationen besonders überzeugen können – da kommt man den typischen Wobble-Sounds schon recht nah. Ein wenig tricky ist die Justierung der Filterfrequenz: Je höher ein Punkt auf der Y-Achse im Editor eingezeichnet wird, desto höher ist die zu erreichende Maximalfrequenz. Das ist zwar einleuchtend, aber beim Soundformen nicht unbedingt die ideale Lösung. Meiner Ansicht nach wäre ein zusätzlicher Frequenz-Poti leichter in der Handhabung gewesen.

Stellt man den Modulation Type auf Volume um, ist man mit wenigen Klicks in der Lage, Sidechain-artige Ducking-Effekte zu schrauben – so schnell und vor allem präzise geht es mit einem Sidechain-Kompressor ganz sicher nicht! Durch den grafischen Editor behält man das Soundschrauben auch immer bestens im Blick.

Durch die Panorama-Modulation kommt im Stereofeld Bewegung ins Spiel. Auch hier ist der Depth-Regler ein nützliches Werkzeug, um einzustellen, inwieweit das Signal zwischen linkem und rechtem Kanal rotiert werden soll. In den letzten Klangbeispielen hört ihr den gesamten Mix. Zunächst die unbearbeiteten Spuren, darauffolgend jede weitere Modulierung. Dadurch wird schnell deutlich, was mit dem Tool möglich ist!

Fazit

TAL Filter 2 ist ein 3-in-1-Tool, das sich hören lassen kann: Typische Sidechain-Ducking-Effekte sind damit ebenso gut umsetzbar wie Wobble- und Panorama-Modulationen. Durch das simple und zugleich übersichtliche Bedienkonzept behält man die Klanggestaltung immer gut im Blick. Das recht sterile Filter lässt sich mit dem Input-Gain abdicken, was daraufhin zu guten Ergebnissen führt. Da TAL Filter 2 nur einen Modulationstyp pro Instanz modulieren kann, sollte man nicht zögern, weitere in den Kanal zu laden! Die käuflich zu erwerbenden Tools bieten oftmals nur einen Modulationstyp. Daher ist das kostenlose TAL Filter 2 ein kleiner Geheimtipp, der in keiner Soundschrauber-DAW fehlen darf! 

Das kostenlose Plug-in findet ihr hier 

  • Pro
  • Filter-, Volume- und Pan-Shaping in einem
  • einfache Bedienung durch grafischen Editor
  • Input Gain mit Saturation
  • vierfaches, internes Oversampling
  • Contra
  • keine Triolen möglich
  • nur ein Modulationstyp pro Instanz
  • nur bis 1/32 Modulationen
  • Features
  • Modulation Plug-in
  • Modulation Types: Volume, Panorama und Filter (Highpass, Lowpass, Bandpass und Notch)
  • Input Gain mit interner Saturation sowie Output Gain
  • Resonanz-Parameter
  • Depth-Regler reguliert Stärke des Effekts
  • BPM Factor reguliert die Geschwindigkeit des LFOs
  • 15 Presets
  • Systemvoraussetzungen: Windows XP oder neuer, macOS: 10.7 neuer, AU-, VST- oder AAX-kompatible DAW (32 und 64 Bit), Pro Tools 10.3.6 oder neuer
  • Preis
  • kostenlos

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