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Test
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26.04.2018

Rode AI-1 Test

USB-Audiointerface

Monobox für Ideensammler

Die Mikrofone aus „down under“ kennt man, aber der australische Audiospezialist Rode hat auch ein Audiointerface im Programm. Das Rode AI-1 war bisher nur im Set mit dem NT-1-Großmembran-Kondensatormikrofon erhältlich, aber man kann das kleine schwarze Interface inzwischen auch ohne Mikrofon erwerben. Der Name AI-1 gibt schon mal einen wichtigen Hinweis: Das Rode-Interface verfügt über einen Eingang (und zwei Ausgänge).

Details

Alleine die Anzahl der Kanäle, oder besser gesagt des einen Eingangs, zeigt schon, dass das Rode AI-1 nicht für den Aufbau eines größeren Projektstudios gedacht ist. Aber es gibt genug Menschen, die mit einem Kanal in guter Qualität auskommen, sei es ein Sprecher, der von zuhause aus arbeitet oder ein Songwriter, der Ideen festhalten und ausarbeiten möchte. Meist sind das User, die ein Interface suchen, das einfach in der Bedienung und zuverlässig im Betrieb ist – das Konzept des Rode AI-1 zielt genau in diese Richtung.

Rode AI-1: schwerer Brocken

Da hat man was in der Hand! Das ist mein erster Eindruck nach dem Auspacken des Interface: Stolze 560 Gramm wiegt das kleine schwarze Metallkästchen. Den Deckel ziert eine „Rode“-Gravur und darunter prangt der kleine goldene Punkt, der seit einiger Zeit das Erkennungszeichen eines Rode-Produktes ist. Alle Anschlüsse – und viele sind das ja nicht – befinden sich auf der Vorder- und Rückseite des Interface.  

Input und Outputs

An Anschlüssen besitzt das Rode AI-1 eine Art minimalistische Grundausstattung: Es gibt einen Eingang, eine Kopfhörerbuchse, zwei Line-Ausgänge und eine USB-Buchse – weniger geht eigentlich bei einem Audio-Interface nicht.

Anschließen kann man am Rode AI-1 Mikrofone und Instrumente, dafür gibt es eine XLR-/Klinken-Kombibuchse auf der Frontplatte. Ob ein XLR- oder ein Klinkenkabel angesteckt wird, erkennt das Interface selbst und stellt intern auf den entsprechenden Signalweg um. Der Grad der Vorverstärkung wird mit einem kleinen Regler neben der Kombibuchse geregelt und ein Druck auf diesen Regler aktiviert die Phantomspeisung für Kondensator-Mikrofone (ein weiterer Druck deaktiviert die +48 Volt wieder). Ist die Phantomspeisung aktiviert, wird das durch eine rote LED angezeigt. Als Aussteuerungsanzeige dient eine weitere, mehrfarbige Mini-LED. Ein anliegendes Signal wird Grün angezeigt, dreht man das Gainpoti weiter auf, wechselt die LED zu orange, sobald die Signalpeaks etwa -10 dBFS erreichen. Gibt man zu viel Gas wird durch rotes Leuchten eine Verzerrung signalisiert, wobei das AI-1 dem User aber noch ein paar Dezibel als Headroom zugesteht (leuchtet die LED rot, ist das Signal also nicht gleich verzerrt).

Gleich neben dem Eingang mit seinem Gainpoti geht es beim Rode AI-1 auch wieder raus: Der Kopfhörerausgang ist als große 6,35mm-Klinkenbuchse ausgeführt und lässt sich mit einem zweiten Poti in der Lautstärke regeln. Auch dieser Regler hat eine Druckfunktion: Mit ihr aktiviert man das Direct Monitoring, dann wird das Eingangssignal direkt und absolut latenzfrei auf den Ausgang geroutet. Auf der Rückseite befinden sich zwei Klinkenbuchsen, an denen ein Paar aktiver Studiomonitore angeschlossen werden können und die USB-Buchse im Format „C“.

Software? Braucht's nicht!

Das Rode AI-1 benötigt keine zusätzlichen Treiber oder Software, denn es ist „class compliant“, wird also sowohl unter Windows als auch unter macOS nach dem Anstecken erkannt und ins Betriebssystem eingebunden. Alles, was man benötigt, ist eine USB-C-Schnittstelle mit genügend Leistung, um das AI-1 mit Strom zu versorgen, denn das Interface ist „bus-powered“, besitzt also keinen eigenen Anschluss für ein Netzgerät. Das ist praktisch, weil ein einziges USB-Kabel für den Betrieb ausreichend ist und der Anwender keine weiteren Netzteile oder Steckdosen braucht. An einem Smartphone oder einem Tablet kann man das Rode-Interface leider nicht nutzen, da diese Mobilgeräte nicht genug Power für den Betrieb des AI-1 liefern. Eigentlich schade, denn die Technik, das Rode AI-1 auch an mobilen Endgräten zu betreiben, steckt unter der Haube, wie der Blick auf die Platine gleich zeigen wird.

Aufgeschraubt und reingeschaut

Ich bin immer neugierig, was die Hersteller denn so an Technologie in ihre Interfaces basteln, aber nicht immer kommt man so leicht an das Innenleben heran wie beim Rode AI-1. Nach dem Abheben einer Plastikabdeckung müssen drei kleine Torx-Schrauben gelöst werden und schon liegt die Platine in ganzer Pracht vor einem. Und diese Platine offenbart eine Überraschung: Für die komplette Audio-Verarbeitung ist ein Chip zuständig, der auf den illustren Namen „NAU88L25“ hört. Dieser Chip des Herstellers Nuvoton erledigt quasi alles im Alleingang, die AD/DA-Wandlung, das Bereitstellen der Signale für die Ausgänge, die Verarbeitung der anliegenden Signale, etc. Konzipiert wurde der Chip für den Einsatz in Verbindung mit Smartphones, Tablets und anderen mobilen Geräten, weshalb es mich ein bisschen wundert, dass Rode auf die Möglichkeit verzichtet hat, das AI-1 auch an mobilen Endgeräte wie einem iPhone zu betreiben; die benötigten Digitalschnittstellen wären vorhanden.

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