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Test
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19.09.2017

Praxis

Kein DSP, kein interner Mixer, aber Top Latenz

Thunderbolt gehört nicht unbedingt zu den unkompliziertesten Verfahren – wie so oft haperte die Verbindung mit meinem Late 2013 Mac Pro anfangs etwas. An meinem 2016er Mac Book Pro gab es indes keine Probleme. Universal Control installiert und los!

Die Latenzwerte des Presonus Quantum sind wirklich sehr gut – und das ist wichtig, denn einen DSP-basierten oder analogen Monitoring-Mixer gibt es ja nicht. Das bedeutet, dass Monitoring-Mixe über die DAW vorgenommen werden müssen. Eine Wahl-Option hätte ich persönlich besser gefunden, vielleicht war dies technisch aber auch ohne Beeinflussung der geringen Latenz nicht möglich. 2,72 ms bei 32 Samples sind jedenfalls verdammt gut – und deutlich besser als 4,29 ms des RME UFX2 oder die 4,67 ms des Apollo Twin MK2.

Die UC Control GUI hält somit nur die wichtigsten Parameter des Interfaces parat, die zusätzlichen Optionen halten sich aber deutlich in Grenzen. Der Funktionsumfang wird somit vor allem durch Studio One 3 begünstigt, bei welchem Einstellungen für Mic Gain, Monitor-Mix etc. direkt aus der DAW komfortabel eingestellt werden können – das One-Window-Prinzip wird hier voll ausgereizt.

Hochwertiger Klang

Die Preamps des Presonus Quantum klingen ebenfalls sauber, sind mit maximal 60 dB Gain aber nicht unbedingt die kräftigsten am Markt in dieser Liga. Apogee schafft beispielsweise 75 dB. Aber das ist kein echter Beinbruch. Der verbesserte Dynamikumfang von 118 dB gegenüber den 112 dB des Vorgängers sind sicherlich messbar, hörbar waren sie für mich aber nicht. Die Wandler selbst sind klanglich ebenfalls sehr unauffällig und transparent, der Kopfhörerausgang spielt laut und klar mit minimaler Höhenbetonung.

Die Gitarren werden jedenfalls fein und luftig aufgelöst, genau wie der Shaker. Die Charakteristika beider Mikrofone werden sehr gut eingefangen. Auch der Bass ist knackig und sauber dargestellt. 

Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Dass man gleich acht von diesen Preamps hat, ist gerade für kleine Bands ein Segen. Die wenigsten Interfaces in dieser Liga haben so viele zu bieten – und wenn, kosten sie deutlich mehr. Das UFX2 mit vier Preamps gibt es für rund 2000 Euro, das UA Apollo 8P für 3000 Euro. Interessant dürfe noch das Clarett 8Pre sein, was es für rund 800 Euro gibt. Es ist jedoch etwas pragmatisch-günstiger ausgestattet. Der Preis-Leistungs-Mix des Quantums ist also mehr als gelungen.

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