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Test
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19.09.2017

Presonus Quantum Test

Thunderbolt 2 Audio-Interface

Das 192er Studio mit Thunderbolt?!

Quantum kostet… gar nicht mal so viel – gemessen an den vielen Anschlüssen. Der Hersteller Presonus ist bekannt für seinen üppigen Gemischtwarenladen und die durchaus als lateral zu bezeichnende Diversifikation. Die überwiegend recht günstigen und dennoch hochwertigen Audioprodukte erfreuen sich dabei immer größerer Beliebtheit.

Angefangen bei der DAW Studio One, über Nahfeldmonitore wie die R65 und R80, Outboard à la ADL-700, Digital-Mischpulte wie das Studiolive AR16 USB  bis hin zu Audiointerfaces: Presonus hat so einiges in petto. Ein Thunderbolt Audiointerface wie das Quantum hatte der Hersteller bisher aber nicht im Angebot. Zeit für eine Nahaufnahme.

Details

Allgemeines

Das Presonus Quantum ist ein Thunderbolt 2 Audiointerface für Windows und OS X mit insgesamt 26 Eingängen und 32 Ausgängen. Es löst mit bis zu 192 kHz und 24 Bit auf und verfügt über acht „XMAX“ Preamps. Das Quantum sieht dem „alten“ USB3 Audiointerface Presonus Studio 192 übrigens sehr ähnlich. Man könnte auch sagen, es handelt sich um die Thunderbolt-Variante mit ein paar Verbesserungen – und für rund 300 Euro mehr (Straßenpreis).

Bang for the buck?

Mit seinen üppigen Anschlüssen und moderaten Straßenpreis von 1200 Euro ist das Quantum grundsätzlich für jeden Musikschaffenden interessant, besondere Vorteile ergeben sich aber für Nutzer der Haus-DAW StudioOne 3, weil eine besonders gute Integration gewährleistet werden soll. 

Viele analoge Anschlüsse

Schauen wir uns zunächst die analoge Konnektivität des Quantums an. Frontseitig sind zwei Combo-Buchsen für Mic, Line und Instrumenten-Eingänge zu finden, auf der Rückseite kommen sechs weitere hinzu, allerdings müssen diese ohne Instrumenten-Anpassung auskommen. Es handelt sich bei allen Eingängen um Preamps, die Presonus mit dem verheißungsvollen Akronym XMAX benannt hat. Sie verstärken mit maximal 60 dB und verfügen über individuelle Phantomspeisung.

Ausgangsseitig gibt es 14 analoge Wege zu vermelden. Aufgeteilt sind diese in einen Main Out, acht weitere Line Outs sowie zwei weitere, unabhängige Stereo-Kopfhörerausgänge. Alle diese Ausgänge sind mit großer Klinke ausgeführt (6,35 mm TRS) und – bis auf die Kopfhörer-Outs – rückseitig positioniert sowie symmetrisch konfiguriert.

Digitale Standard-Anschlüsse

Digital geht es recht konservativ zu, was mit Hinblick auf die üblichen Erweiterungen jedoch nicht schlecht sein muss. So spendiert Presonus zwei optische ADAT-Pärchen (16 Kanäle) und einen koaxialen S/PDIF I/O (2 Kanäle). Das macht insgesamt 18 zusätzliche Ein- und Ausgänge bei einer Samplerate bis 48 kHz.;it einem Verdoppeln der Samplerate halbiert sich die Anzahl der ADAT-I/Os. Eine praktische Erweiterung wäre mit dem Presonus Digimax DP88 ohne weiteres möglich, dem Achtfach-Wandler mit acht Preamps.

Ein MIDI-Duo sowie Wordclock-I/O gibt es ebenfalls, genau wie zwei Thunderbolt-Anschlüsse. Letztere machen vor allem beim Kaskadieren Sinn, denn so kann man unkompliziert bis zu vier Interfaces in Reihe schalten.

Simple Front, funktionale Bedienung

Der Main-Out verfügt über einen eigenen, frontseitigen Lautstärke-Regler, um Studio-Monitore direkt anschließen zu können. Mono- und Dim/Mute-Funktionalität inklusive Statusbeleuchtung sind ebenfalls am Start, ein Umschalter für ein zweites Paar Speaker ist nicht am Gerät zu finden. Es lassen sich aber mehrere Outs dem Regler zuweisen, sodass auch Surround-Setups unterstützt werden können.

Dafür gibt es ein eingebautes Talkback-Mikrofon inklusive gummiertem Talk-Taster, dessen Sprachqualität wie so oft nur befriedigend ist. Glücklicherweise lässt sich auch ein externes Mikro als Talkback konfigurieren.

Die Bedienung der Preamps ist pragmatisch gelöst. Mit zwei Pfeiltastern wird zwischen den acht Pres kontinuierlich durchgewechselt, bestätigt wird der Auserwählte von einer 7-Segment-Anzeige. Das Gain wird mit einem Encoder eingestellt, die 48V-Phantomspeisung mit einem weiteren illuminierten Taster. Low-Cut, Phaseninvertierung oder Stereo-Link finden sich nicht am Gerät. 

Optische Rückmeldung gibt es mit den acht LED-Ketten für die Inputs und zwei zusätzlichen für den Stereo-Main-Out – jeweils mit acht LEDs. Ganz rechts sind die Kopfhörer-Ausgänge inklusive Lautstärke-Regler und Hauptschalter zu finden, links wiederum die beiden Front-Ins mit dem Umschalter für eventuelle Instrumenten-Signale.

Neu – „mit ohne“ DSP

Das Äußerliche der 1HE Kiste ist relativ dezent, genau wie die bereits genannten, offensichtlichen Details. Auf die Waage bringt das relativ kompakte Interface (Tiefe: 18 cm) üppige 3 kg. Recht uncool ist das externe Netzteil, welches aber immerhin mit 100 bis 240 Volt arbeiten kann und über eine Verriegelung verfügt. Im Standby verbraucht es aber leider rund 2 Watt.

Fetzige Extras gibt es indes nur unter der Haube des Presonus Quantum: So können die DC-gekoppelten Line-Outs auch CV/Gate-Signale ausgeben – was allerdings mehr ein Software- als ein Hardware-Feature ist. Außerdem wirbt Presonus explizit damit, dass hier – wie ansonsten mittlerweile durchaus üblich – kein DSP verbaut wurde und das Interface direkt an die DAW gekoppelt wird. 

Alternativ lässt sich das Interface mit der UC Surface genannten Software für Windows, OS X, iOS und Android nutzen. Es handelt sich hierbei um eine netzwerkbasierte (WLAN oder LAN) Applikation mit einer auf allen Systemen gleichen GUI. Es lassen sich die Gains einstellen sowie eine RTA-Analyzer aller Inputs und Outputs vornehmen. Direct-Monitoring ist nicht möglich!

Soft, Softer, Software

Hinzu kommt ein Plug-in-Paket namens „Studio Magic Plug-in Suite“, Studio One 3 Artist zum Download und die Möglichkeit, Studio One mit 50 % Discount zu erwerben. Die Plug-ins haben Material von Eventide, Lexicon, SPL, Arturia, Mäag, Plugin Alliance sowie Brainworx gebündelt und sind wirklich ein echter Zugewinn. Ein Thunderbolt-Kabel ist nicht Bestandteil des Lieferumfangs.

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