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Test
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01.04.2016

MOTU 828x Test

Thunderbolt-/USB-Audiointerface

Best of both worlds!

MOTU 828x im bonedo-Test: MOTU gehört zu den Platzhirschen unter den Herstellern von Audiointerfaces. Beispielsweise haben wir das Desktop-Interface Track16, das reisetaugliche Ultralite AVB sowie die etwas größeren Systemlösungen MOTU AVB 112d und 24Ao getestet. Unser heutiger Testkandidat kann zwar kein AVB, ist dafür aber mit reichlich Anschlüssen bei einem vergleichsweise moderaten Preis ausgestattet.

Details

Allgemeines

Das MOTU 828x arbeitet mit einer Audioauflösung von 24 Bit und 192 kHz. Aufgrund seiner Hybridkonstruktion, es ist mit USB-2.0- und Thunderbolt-Schnittstellen ausgestattet, funktioniert es mit Macs (ab OSX 10.6) und Windows-Rechnern (ab Vista bis Windows 10). Im Gegensatz zu den aktuellen AVB-Interfaces können beide Ports nicht gleichzeitig verwendet werden. Weitere Infos findet ihr in unseren Tests des MOTU Ultralite AVB und MOTU AVB 112d und 24Ao.

In and Out

Beim 828X handelt es sich um eine aufgebohrte Variante des Vorgängers 828 mk2. Das Interface bietet 28 Ins und 30 Outs, die sich wie folgt aufteilen: 16 I/Os entfallen auf die beiden rückseitigen Lightpipe-Paare im ADAT-Betrieb bei 48 kHz. S/MUX-Betrieb mit bis zu 96 kHz bei halbierter Kanalzahl ist über die optischen I/Os genauso möglich wie optisches S/PDIF (TOSLink). Zusätzlich gibt es koaxialen S/PDIF-I/O auf RCA. Das macht 18 digitale Kanäle „rein und raus“ bei 44,1/48 kHz.

Dazu gesellen – ebenfalls auf der Rückseite – acht symmetrische, analoge Ein- und Ausgänge auf (6,3-mm-Stereoklinke) sowie ein zusätzlicher Stereo-XLR-Hauptausgang. Weiterhin existieren zwei frontseitige Combo-Buchsen (XLR/Klinke), was in der Summe zehn analoge Inputs ergibt. Mit dem zusätzlichen Stereo-Weg für beide Kopfhörer zählen wir ferner zwölf analoge Wege heraus. Wir rechnen nach: 18 digital + 10 analog = 28 hinein und 18 digital + 12 analog = 30 heraus. Stimmt. Bei 192 kHz sind nur die analogen Wege nutzbar und die DSP-Effekte nicht verfügbar.

Mehr auf der Rückseite

Neben dem Kaltgeräte-Anschluss für Strom und den USB/Thunderbolt-Ports befinden sich auf der Rückseite ein Wordclock-BNC-I/O, ein Timecode-I/O auf großer Klinke, ein Footswitch-Eingang und zwei symmetrische Sends (TRS) sowie ein MIDI-Duo.

Preamps mit Hardware und Sends 

Auf der Front fallen links zwei Combo-Buchsen für die Preamps auf. So lassen sich zwei Mikrofone anschließen oder zwei Instrumenten-Signale (High-Z). Die Anschlüsse sind verriegelbar und verfügen über eine individuelle -20dB-Pad-Schaltung (sexy Relais-Klackern inklusive) sowie getrennt aktivierbare 48-V-Phantomspeisung. Die Inputs lassen sich ferner für den Stereobetrieb linken und bieten 53 dB analoges Gain. Dieser kann mit zwei Push-Encodern auf der Front digital geregelt werden, wobei der Push-Befehl das Display auf die entsprechende Kanal-Ansicht holt um besonders präzise aussteuern zu können.

Das Gain lässt sich auch via Software konfigurieren. Dann kann außerdem ein Limiter  aktiviert werden, der Signale von bis zu +12 dB sicher und ohne digitale Verzerrungen abfängt. Ein Soft-Clip-Feature, lässt sich ebenfalls von der CueMix FX genannten Software hinzuschalten.

Als zusätzliches Schmankerl gibt es zwei analoge Sends auf der Rückseite. Hier kann das Preamp-Signal der Combo-Buchsen alternativ vor der Wandlung abgegriffen werden, um es einem anderen Input als Return wieder zuzuführen. So lassen sich unkompliziert Hardware-Kompressoren oder Ähnliches einbinden.

Zwei Kopfhörerausgänge

Dem aufmerksamen Betrachter werden die beiden frontseitigen Kopfhörerausgänge aufgefallen sein. Der obere erhält das gleiche Signal wie der Main-Out, besitzt also keinen eigenen Wandler. Der untere hingegen ist dank separaten Wandlers getrennt adressierbar. 

Monitor-Controller inklusive

Erwähnenswert sind auch die per Software verfügbare Monitor-Controller-Funktion. Am Gerät lässt sich so die Monitor-Lautstärke komfortabel regeln. Ferner kann ein Talkback- und Listen-back-Kanal definiert werden, um die Künstler-Kommunikation zu vereinfachen. Praktisch ist zudem der rückseitige Footswitch-Eingang, um Key-Commands aufzurufen.

Encoder für die Software 

Vier Push-Encoder übernehmen in Verbindung mit einem zweizeiligem Display die Steuerung des Interfaces, wobei alle diese Befehle auch aus der Software-Console heraus aufrufbar sind. In dieser finden wir neben einem 5-Band EQ, einen High- und Low-Cut sowie einen Kompressor und Leveler pro Kanal einen gemeinsamen per Send/Return adressierbaren Reverb. Alle Effekte werden auf dem internen DSP berechnet, sodass die CPU des Host-Rechners nicht belastet wird und keine nenneswerten Latenzen entstehen. Ideal fürs verzögerungsfreie Künstler-Monitoring.

Last but not least schließt sich rechts neben dem Display ein umfangreiches LED-Meter an, das zusätzlich die Pegel der analoge Ein- und Ausgänge, den S/PDIF, die Mic-Ins und den Main-Out visualisiert.

Verarbeitung und Lieferumfang

Das schwarze 19‟-Gehäuse aus Kunststoff und Metall ist einwandfrei verarbeitet. Neben dem Interface enthält der Karton ein paar Beipackzettel, ein gedrucktes englisches Handbuch, eine Treiber-CD inklusive AudioDesk-Software sowie ein USB- und Kaltgeräte-Kabel. Das Thunderbolt-Kabel muss man wie üblich separat erwerben. Online findet ihr die englischen PDF-Handbücher für den Mac hier und für Windows hier.

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