Test
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07.04.2020

Praxis

Trotz ihrer recht üppigen Größe und ihrem Gewicht stemmt man die ICOA 12 A BT und 15 A BT dank der vier Griffe, vor allem mit den frontalen, wirklich gut, wobei man das größere Modell besser zu zweit tragen und in das Stativ einsetzen sollte. Das gute Handling unterstreichen die gummierten Aluminiumstege, die beim Schleppen der Boxen nicht einschneiden. Die Griffschalen sind dazu sehr geräumig und damit auch für große Hände passend.

Einrichtung

Für den Sound-Test sind beide Boxen über deren Input 1 per XLR-Kabel mit dem Master meines Pioneer DJ DJM-S9 verbunden. Die Lautsprecher mit Strom versorgt und eingeschaltet, navigiere ich mich mit dem Push-Turn-Encoder durch das Setup. Selbst ohne Beschreibung erklärt sich die sehr logische Benutzeroberfläche von selbst. Möchte ich eine Quelle über den Aux-In zuspielen, reguliere ich dessen Gain über den Input-2-Knob.

Um von meinem Handy Musik per Bluetooth abzuspielen, muss ich es nur im Setup unter dem gleichnamigen Reiter aktivieren. Schon wird die Box in meinem Handy gelistet und kann verbunden werden, sofern mein Smartphone die abgedeckte Reichweite von mindestens zehn Metern nicht überschreitet und nicht durch Betonwände abgeschirmt ist. Die Wiedergabe-Lautstärke regele ich über den Volume-Knob der Box beziehungsweise den Ausgabepegel des Smartphones.

Ein kleiner Blick in das Menü

Sound

Die Musik läuft und ich bin sehr überrascht, wie druckvoll beide Boxen in diesem Modus beschallen. Einen solchen Tiefbass hätte ich ihnen wahrlich nicht zugetraut. Der Bass pumpt selbst am Limit recht kernig und akkurat, ohne die Box hörbar zu überlasten. Dafür sorgt der Limiter.

Im Vergleich beider Typen liegt natürlich der 15-Zoll-Treiber leicht vorn, aber selbst dem kleineren Bruder kaufe ich seine punchige Attitüde ab. Allerdings nehme ich bei der kleineren Box gegenüber der größeren einen schwächeren Output wahr, den man aber auch gern in Kauf nimmt, sofern man sich nicht bei der zu beschallenden Besucherzahl beziehungsweise Location-Größe übernimmt.

Trotz des selbstbewussten Basses zeichnen sich Mitten und auch Höhen deutlich ab, um im Klangbild für Transparenz zu sorgen. Die Hi-Hats peitschen, Vocals klingen sehr klar und unverfälscht. Kurzum ein sehr gelungener Sound, dessen Durchsetzungsvermögen beispielweise bei House-Music sofort zum Tanzen antreibt. Organische Musik, deren Betonung nicht zwangsläufig auf der Kick liegt, geben beide Boxen klanglich sehr harmonisch wieder.

Bei Moderationen über ein angeschlossenes Mikrofon kommt es natürlich auf Sprachverständlichkeit an, wobei der Bass eher eine untergeordnete Rolle spielt. Entsprechend wäre der Flat-Modus mit seinem linearen und damit nüchternen Sound eine Option.

Mit den im Monitor-Audio-Setting betonteren Mitten setzen sich die Boxen gegenüber der Front-PA sehr gut hörbar durch. Wer seine Box generell als Monitor-Wedge einsetzen möchte, der dreht zur optimalen Höhenabstrahlung das CD-Horn um 90 Grad. Allerdings muss man dafür das Gitter und anschließend das Horn mit einem 2,5er Innensechskantschraubendreher ab- und anschließend wieder anschrauben. Das raubt Zeit, dazu leiden das Horn und das Chassis beim häufigeren Wechsel darunter. Solltet ihr euch dauerhaft für den Monitorbetrieb entscheiden, macht die Drehung des Hochtontreibers Sinn, bei ständig wechselnden Einsatzbedingungen nicht. 

Möchte ich beide Boxen mit einem separaten Sub kombinieren, wähle ich den Sat-Modus, der hör- und spürbar den Bass auf null Dezibel runterfährt, damit sich die Frequenzen von Top und Sub nicht überschneiden. Allerdings lässt sich keine Trennfrequenz einstellen. Sollten sich dennoch Top und Sub mit dem Sat-Preset in die Quere kommen, besteht noch die Option der weiteren Bass-Dämpfung um bis zu zehn Dezibel über das EQ-Setup.

Wem generell die vorgeschlagenen Presets nicht zusagen, der stellt den Sound mit dem Dreiband-EQ individuell ein. Damit kann man nochmals einiges aus beiden Lautsprechern herausholen, beziehungsweise den Klang an die Veranstaltungsart, ob Party oder Firmen-Get-Together, aber auch an den aufgelegten Musik-Sound anpassen.

Auch für die Delay-Option kassieren beide Boxen ein Lob! Denn mit der einstellbaren Laufzeitverzögerung beschallen die Boxen hintere Reihen und ergänzen damit die Main-PA, wenn sie diese Fläche nicht mehr abdecken können. Der Vorteil: Die Signale der Main-PA und der Delay-Line sind gleichzeitig und nicht versetzt zu hören. Vor allem bei Moderationen unterstreicht dies die Sprachverständlichkeit.

Sollten ICOA 12 A BT und 15 A BT nicht per Flansch auf einem Stativ, sondern direkt auf dem Boden stehen, gar liegen, zahlen sich ihr mächtiges Gewicht und die gummierten Flächen aus. Denn selbst mit dem intensiv wummernden Bass halten sie gut ihre Stellung.

ICOA 12 A BT vs. ICOA 15 A BT

Sowohl vom Bass als auch von dem maximalen Pegel ist die ICOA 15 A BT leicht überlegen, dagegen wiegt es die ICOA 12 A BT durch ein besseren Handling auf. Schließlich bekommt man sie auch allein gewuppt, was bei der  ICOA 15 A BT aufgrund der Größe und des Gewichts schwerer möglich ist.

Eine überschaubare Preisdifferenz von 60,- Euro zwischen beiden Modellen erleichtert nicht unbedingt die Entscheidung. Insofern würde ich muskelbepackten DJs und Event-Veranstaltern mit einem geräumigen Transporter das größere Modell empfehlen. Andernfalls greift zur kompakteren Box. Wer mag erweitert eventuell sein Setup durch ein oder zwei Subs.

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